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Prignitz Szenisches Singspiel der Weihnachtsgeschichte
Lokales Prignitz Szenisches Singspiel der Weihnachtsgeschichte
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00:17 29.12.2017
In Begleitung des Quempas-Gesangs führten Kinder und Jugendliche die Weihnachtsgeschichte auf. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Perleberg

Früh aufstehen hieß es wieder am ersten Weihnachtstag, als die Glocken der Sankt Jacobi Kirche in Perleberg zum traditionellen Quempas-Singen riefen. Jeder ist zu der jährlichen Tradition willkommen. Der Quempas lebt davon und ist darauf angewiesen, dass viele mitsingen. Und so war es auch: Fast bis auf den letzten Platz gefüllt, sangen die Gäste aus nah und fern zum diesjährigen Quempas in der Sankt Jacobi Kirche.

Der Quempas ist eine Zusammenstellung von zwei lateinischen Weihnachtsliedern zumeist mit einer Erweiterung oder einem Refrain. Er ist ein Wechselgesang von vier Chören, die sich auf die Emporen der Kirche verteilen. Der Quempas wird zweisprachig gesungen, zunächst lateinisch, dann deutsch. Nach jeder der vier Strophen antwortet die Gemeinde in lateinischer Sprache, quasi wie ein Refrain, begleitet von den Bläsern oder der Orgel. Gleichzeitig erstrahlt die zunächst im Morgengrauen dunkle Kirchen vollkommen im Licht der Kerzen. Während des Gesangs stellten auch in diesem Jahr Kinder und Jugendliche der Gemeinde die Weihnachtsgeschichte dar, indem sie kostümiert als Hirten und Könige schweigend durch den Kirchraum zur Krippe gingen, wo Maria und Joseph mit dem Kind in einem Stall auf sie warteten. Vorbereitet wird das Programm seit eh und je von Frauen. Seit 2001 hatte Irmela Czubatinski diese Aufgabe inne und wurde im vergangenen Jahr von Petra Eggert unterstützt, die in diesem Jahr den Staffelstab und somit die gesamte Organisation übernahm.

„Es ist ein Fest der Freude“, sagt Pfarrerin Verena Mittermaier. „Gemeinsam möchte man sehen, gedenken, hören und singen.“ Es sei Wichtig die Weihnachtsgeschichte vor Augen zu führen. „Der Quempas bietet dafür eine gute Gelegenheit“, führt die Pfarrerin fort. Die Geschichte wird mit der jährlichen Aufführung konkret, sichtbar und greifbar und verbindet so den Moment und schafft Gemeinsamkeit. „Ein großer Dank geht an alle Unterstützer und Organisatoren“, so Verena Mittermaier.

Bis in das 14. Jahrhundert mit den Frühmetten am ersten Weihnachtsfeiertag reichen die Spuren des alten Brauchtums und so nach Angaben von Überlieferungen auch in Perleberg. Es ist schon etwas Besonderes, was Perleberg mit dieser Tradition zu bieten hat, wie man es ähnlich nur noch in Luckau erleben kann. Denn auch in den sächsischen und schlesischen Gemeinden wird diese Frühmette mit dem Quempas heute noch gefeiert.

Es ist eine Tradition, die bis heute existiert und auch der Reformation standhielt. Denn das Besondere gegenüber dem üblichen Weihnachtsspiel ist es, dass die ganze Gemeinde, alle Menschen in der Kirche, in das Quempas-Singen eingebunden werden. So wurde diese Art szenischer Wechselgesang auch mit der Kraft der ganzen Stadt vor vielen Jahren eingeführt und so am Leben erhalten. Interessant ist auch, dass selbst zu DDR-Zeiten der Quempas stattfand, obwohl er so gar nicht ins Bild des Sozialismus passte.

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts hat man den Quempas auf 6 Uhr morgens verlegt, zuvor riefen die Glocken schon um 1 Uhr nachts zu der traditionellen Veranstaltung. Heute treffen sich viele nach dem Quempas noch zum gemeinsamen Frühstück und feiern so in geselliger Runde gemeinsam den ersten Weihnachtsfeiertag.

Von Marcus J. Pfeiffer

Mit gemeinsamen Singen und einem wahren Festessen feierten alleinstehende Bürger gemeinsam in der Volkssolidarität in Perleberg das Weihnachtsfest. Finanzielle Unterstützung bekommt die traditionelle Veranstaltung jährlich vom Landtagsabgeordneten Thomas Domres (Linke) und Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann (Linke).

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