Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° bedeckt

Navigation:
THW wichtig für den Hochwasserschutz

Wittenberge THW wichtig für den Hochwasserschutz

Bei Hochwasserereignissen und anderen Katastrophen sind neben Feuerwehr und Bundeswehr auch die Experten vom Technischen Hilfswerk gefragt. Die festangestellten Mitarbeiter des Landesverbandes Berlin-Brandenburg-Sachen-Anhalt hielten ihre Jahrestagung in Wittenberge ab. Von Nachwuchssorgen ist allerdings auch das THW nicht verschont.

Voriger Artikel
Neuer Kampf um die Fördertöpfe beginnt
Nächster Artikel
Nach dem Bachelor einen Job in der Prignitz

Die hauptamtlichen THW-Mitarbeiter besichtigten das Schöpfwerk Karthane in Garsedow. Bernd Lindow (2.v.l.) erklärte die Anlage.

Quelle: THW/ Ellen Krukenberg

Wittenberge. Wenn die Pegel der Elbe und ihrer Nebenflüsse steigen, kommt irgendwann das technische Hilfswerk (THW) ins Spiel. Die Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes ist in der Prignitz mit einem Ortsverein in Wittenberge vertreten, der seinen Sitz in Cumlosen hat. Wie der Hochwasserschutz in der Region organisiert wird, welche Anforderungen an die zum größten Teil freiwilligen Mitarbeiter gestellt werden und wie man die Zusammenarbeit noch verbessern kann, darum ging es bei der Jahrestagung des THW-Landesverbandes Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Rund 50 hauptamtliche Mitarbeiter des Landesverbandes beriete zwei Tage lang in der Alten Ölmühle. Willkommene Unterbrechung war eine Exkursion zum Schöpfwerk Garsedow und eine Fahrt mit dem Ausflugsdampfer auf de Elbe.

Gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Prignitz

„Wir haben traditionell eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Prignitz und den Akteuren aus der Region“, sagte Manfred Metzger, Landesbeauftragter des Landesverbandes in Wittenberge. Das habe sich bei praktisch allen Hochwasserereignissen der vergangen Jahre als sehr vorteilhaft erwiesen. „Im Gegensatz zur Feuerwehr, die ja stets die Ersten am Einsatzort sind, bestehen unsere Möglichkeiten vor allem in technischer Hilfeleistung“, erklärte Dirk Ulrich, Referatsleiter Einsatz beim THW-Landesverband. So stellte das THW beim Winterhochwasser 2012 im Bereich Lenzen tagelang Hochleistungspumpen zur Verfügung, um die Wasserstände von Löcknitz und Elbe zu regulieren. Über solche Spezialtechnik verfügt der Ortsverband Wittenberge zwar nicht, dafür besitzt die Einheit in Cumlosen jedoch Boote und Technik zur Ölschadensbekämpfung. Leistungsstärker Technik gibt es unter anderem in Neuruppin und in Rathenow.

Nachwuchssorgen plagen das THW seit dem Wegfall der Wehrpflicht

„Im Hochwasserfall werden die Einheiten des THW dem Hochwasserstab des Landkreises unterstellt“, erklärte Bernd Lindow von der unteren Wasserbehörde des Landkreises. In solchen Extremsituationen wie dem Hochwasser 2013 würden allerdings Kräfte aus dem gesamten Bundesgebiet zu den Brennpunkten verlegt. Zwar gehören dem THW-Ortsverband Wittenberge gegenwärtig 40 Mitglieder an, doch plagen den Ortsverband wie das gesamte THW Nachwuchssorgen. „Einen enormen Rückgang haben wir seit dem Wegfall der Wehrpflicht zu verzeichnen“, sagte Manfred Metzger. Lange Jahre galt die freiwillige Arbeit für das THW als Wehrersatzdienst, doch seit es keinen Grundwehrdienst mehr gibt „ist diese Quelle versiegt“, wie Dirk Ulrich ergänzt.

Flüchtlinge werden probeweise in Südbrandenburg eingesetzt

Nachwuchsgewinnung sei daher das A und O, vor allem, was Führungskräfte angeht. Um die größten Löcher zu stopfen setze man in Südbrandenburg darauf, „Flüchtlinge mit Bleibeperspektive“ für die Arbeit im THW zu interessieren. „Wenn diesem Vorhaben Erfolg beschieden ist, können wir uns durchaus vorstellen, so etwas ähnliches auch in der Prignitz zu versuchen“, sagt Manfred Metzger. Allerdings gelte es dabei so manche Hindernisse zu beseitigen. „Die Sprachkenntnisse müssen schon vorhanden sein, aber es gibt viele Beispiele von Flüchtlingen, die wirklich schnell lernen“, sagte der Landesbeauftragte.

Zu besuch im größten Schöpfwerk Brandenburgs

Praktischen Hochwasserschutz konnten die THW-Mitarbeiter dann am Schöpfwerk Karthane in Garsedow erleben. Das größte Schöpfwerk Brandenburgs soll vor allem verhindern, dass Elbehochwasser in die Karthaneniederung läuft. Das große Bauwerk war erst im vergangenen Jahr nach fünfeinhalb Jahren Bauzeit für 15,8 Millionen Euro saniert worden. Dafür kann es unglaubliche 18,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fördern. „Es ist ein glücklicher Umstand, dass wir mit dem THW einen erfahrenen und verlässlichen Partner an unserer Seite haben“, lobte Bernd Lindow.

Von Andreas König

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg