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Prignitz Tag der niederdeutschen Sprache
Lokales Prignitz Tag der niederdeutschen Sprache
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00:17 09.06.2016
Fachkundige Zuhörer: Das Publikum hörte im Wittstocker Rathaus aufmerksam zu. 
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Wittstock

 Platt und Hochdeutsch verschmelzen bei dem Rostocker Sänger und Liedermacher Wolfgang Rieck nahtlos. Er singt und spricht auf Platt und ist von diesem melodischen Klang umfangen. Dann wechselt er im nächsten Satz zum Hochdeutschen und übersetzt seine Lieder.

Beim Tag der niederdeutschen Sprache am Sonntag im Wittstocker Rathaus nahm Wolfgang Rieck das Publikum mit auf eine musikalische Reise. Bei dem einstündigen Programm unter dem einfachen wie vielschichtigen Titel „So bün ick“ zeigte er seine Liebe zum Meer, zu Freunden oder sang eine Hommage an den Bildhauer Ernst Barlach.

Auch wenn er vor einem sprachkundigen Publikum auftrat, lieferte er bei fast allen Texten die hochdeutsche Übersetzung. Denn das Rostocker oder Mecklenburger Platt unterscheidet sich in einigen Zügen von dem aus Brandenburg. „Ich habe mich immer gegen eine Verniedlichung der Sprache gewehrt und nehme bei meinen Programmen das Platt sehr ernst, gleichzeitig kommt der Spaß nicht zu kurz“, sagte Wolfgang Rieck.

Vollmatrose und Liedermacher Wolfgang Rieck. Quelle: Christamaria Ruch

„Plattdeutsch hat viele Vorzüge, es ist melodischer und ein Stück Ostseekultur.“ Als Vollmatrose ging Rieck am Anfang seiner Laufbahn zur See. Sein dazu passendes Lied „Hör tu mien Jung“ enthält gute Ratschläge fürs Leben. Geschichte und Kultur, die bildende Kunst – in all diesen Bereichen findet sich Plattdeutsch wieder.

„Zu den Plastiken Ernst Barlachs habe ich Lieder geschrieben“, so der Künstler. Schon holt er ein Bild von der Skulptur „Die tanzende Alte“ hervor und besingt ihre greifbare Freude am Leben. Beim Refrain „Und sie tanzt, und sie dreht sich, hebt den Rock in die Höhe, lacht in die Welt, Freude ist das einzige, was zählt“, wiegt sich das Publikum in diesem sanften wie liebevollen Takt. Wolfgang Rieck begleitet sich auf Gitarre, Banjo oder Ziehharmonika und beweist, dass Plattdeutsch alles andere als alt und verstaubt ist. Er weiß, dass er mit seinen Auftritten „nur ein Stück Sprachkultur erhalten kann.“ Schon dem Schriftsteller Kurt Tucholsky lag Platt am Herzen, las Rieck vor: „Manchem erscheint die niederdeutsche Sprache grob und sie mögen sie nicht. Ich habe diese Sprache immer geliebt. Das Plattdeutsche kann alles sein: zart und grob, humorvoll und herzlich, klar und nüchtern.“

Die Kinnerschool aus Sewekow begeisterte mit ihrem Auftritt. Quelle: Christamaria Ruch

Beim Auftritt der Mädchen und Jungen von der Kinnerschool Sewekow rückten dann Alltagserlebnisse in den Mittelpunkt. Die vier bis zwölf Jahre alten Kinder erzählten auf Platt. „Hier boahm in de Prignitz hätt man schon ümmer Platt rädt“, klärte Rieke die Zuhörer auf.

Helene sagte: „Plattdüütsch is de Sproak von unse Groodöllern und wi willn, dat de nich eenfach so ünnergeiht.“

Zum Auftakt des Nachmittags kam auch Martin Gorholt (SPD), Staatssektretär im Brandenburger Kulturministerium, zu Wort: „Niederdeutsch ist ein Teil der vielseitigen Kultur und ist es wert, dass es gehegt und gepflegt wird.“ Wegen des unermüdlichen Engagements von Heidi Schäfer aus Sewekow und ihren vielen Mitstreitern lobte er: „Wittstock ist das Zentrum für die niederdeutsche Bewegung in Brandenburg.“

Von Christamaria Ruch

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