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Prignitz Taucher und Bagger holen Pegel an Land
Lokales Prignitz Taucher und Bagger holen Pegel an Land
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00:21 23.09.2017
Einsatzleiter Mark Kraft (l.) gibt dem Taucher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg Anweisungen. Die Pegellatte wurde gerade per Bagger aus dem Wasser gehoben. Quelle: Andreas König
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Quitzöbel

„Heb’ mal noch mal an!“ Die Stimme von Nils Otto klingt ein wenig gequetscht, aber das ist kein Wunder, denn der Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg spricht vom Grund der Havel zu seinen Kollegen per Funk. Die amtseigene Tauchergruppe löst den Unterpegel der Havel vom Flussgrund. Das Reparatur- und Wartungsschiff „Möwe“ aus Rathenow ankert kurz vor dem Quitzöbeler Durchstichwehr, um dem Bagger eine sichere Arbeitsplattform zu bieten. Nach und nach reicht Nils Otto die Befestigungsschrauben nach oben. Für den erfahren Taucher ist der Einsatz bei Quitzöbel nichts Besonderes. Weder muss unter Wasser geschweißt werden, noch sind Turbulenzen zu erwarten. Die Havel ist hier ein dunkler, ruhiger Fluss.

Pegel liefern Fachleuten wichtige Informationen

„Die Pegel sind unser wichtigstes Arbeitsinstrument, die müssen funktionieren“, sagt Joachim Karp, der Leiter der Außenstelle Rathenow des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg. Die Wasserstände, die dort gepegelt werden, dienen den Fachleuten als Informationsquelle für die Stauhaltung und damit für die Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen. Sie werden für die Schifffahrt genutzt, und sind die Basis für den Hochwasserschutz. Zudem benötigen Baubetriebe sie, um abzuschätzen, wann welche Wasserhaltung nötig ist.

Pegellatte ist hinten stark angefault

Der Unterpegel am Quitzöbeler Wehr ist seit über 20 Jahren im Einsatz, das heißt im Wasser. Während die Pegellatte, die einem überdimensionalen Lienal ähnelt, oberflächlich betrachtet noch in einem passablen Zustand zu sein scheint, offenbart sich das Ausmaß der Verschleißerscheinungen beim Blick auf die hintere Seite. Das Holzgestell, das eigentlich der Skala Halt verleihen soll, ist stark angefault.

Kunststoff ersetzt anfälliges Holz

Als alle Befestigungen gelöst sind, hievt der Kran die Pegellatte aus dem Wasser und von dort aufs Schiff. Trotz der offensichtlichen Spuren, die der Zahn der Zeit hinterlassen hat, wandert der Pegel nicht auf den Schrott, sondern wird aufgearbeitet. Drei bis vier Wochen soll es dauern, bis die Pegellatte wieder verwendet werden kann. Statt des anfälligen Holzes wird die neue Unterfütterung aus besonders festem Kunststoff bestehen.

Pegelhäuschen empfängt weiter Messwerte

Während die Taucher und die Schiffsbesatzung der Möwe letzte Nachbereitungsarbeiten ausführen, hat der Pegelwart Kay Krüger am Uferweg oberhalb der Böschung vor allem Augen für die Messgeräte. Das grüne Pegelhäuschen ist geöffnet und gibt den Blick frei auf sein Innenleben. „Auch wenn der Pegel wie jetzt abgeklemmt ist, werden weiterhin Daten empfangen“, sagt der Fachmann. Möglich macht das ein sogenanntes Ausperlrohr, durch das Druckluft ins Wasser geblasen wird. Der Gegendruck von der Wasserseite einerseits und der atmosphärische Druck von der Landseite andererseits ermöglichen eine Messung des Pegels, die Fremdeinflüsse weitgehend ausschließt.

Vom Wasserstand bis zum pH-Wert

Dennoch sind die Werte, die so geliefert werden, für den Laien nicht ohne weiteres zu verwenden. „Erst wenn man den Pegelstand mit dem Nullpunkt abgleicht, kann man daraus beispielsweise Fahrrinnentiefen errechnen“, erklärt Joachim Karp. Die Messsonden liefern jedoch noch ganz andere Daten as nur den Wasserstand. Trübung, Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Wassertemperatur und vieles mehr wird für den jeweiligen Pegelstandort bestimmt und lässt sich für die verschiedensten Einstazzwecke verwenden.

Starken Schwankungen muss auf den Grund gegangen werden

Die Pegel an den brandenburgischen Wasserstraßen liefern ihre Werte viertelstündlich in elektronischer Form. „Am Unterpegel Quitzöbel wurden Mittwoch Nacht beispielsweise 2,67 Meter gemessen, ein Zentimeter weniger als am Tag zuvor“, sagt Joachim Karp. Diese geringe Schwankung ist völlig normal, kein Grund zur Sorge also. „Anders sieht es aus, wenn der Pegel um zehn oder zwanzig Zentimeter wächst oder fällt“, erklärt der Außenstelenleiter. „Das wäre nicht normal, und man müsste die Ursache ergründen.“ In Frage kämen Manipulationen an Wehren und Stauen, Hochwasser oder ähnliches. Wenn der runderneuerte Unterpegel montiert ist, können die wichtigsten Instrumente der Schifffahrtsverwaltung beidseits des Durchstichwehrs wieder genutzt werden. Der Oberpegel, der in Richtung Elbe gelegen ist, wurde bereits im vergangenen Jahr erneuert.

Von Andreas König

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