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Prignitz Tempo 30 vor sensiblen Einrichtungen
Lokales Prignitz Tempo 30 vor sensiblen Einrichtungen
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17:39 09.11.2017
In der Perleberger Straße in Pritzwalk gilt vor dem KMG-Klinikum Tempo 30. Grund ist die Seniorenpflegeeinrichtung. Quelle: Fotos (2): Andreas König
Pritzwalk

Das Schild ist so neu und so klein, dass viele Kraftfahrer es glatt übersehen. In der Perleberger Straße in Pritzwalk herrscht seit kurzem auf weiten Strecken Tempo 30. Vor dem KMG-Klinikum bis zur Einmündung Aufbaustraße gilt die Geschwindigkeitsbegrenzung. Unter dem rot umrandeten Schild mit der schwarzen 30 auf weißem Grund verkündet ein kleineres Schild die Begründung: „Altenheim“.

„Wir sind verpflichtet, diese Schilder vor Schulen, Kindergärten und Senioreneinrichtungen aufzustellen“, sagt Heiko Möbius vom Fachgebiet Straßenwesen in der Stadtverwaltung Pritzwalk. In der Perleberger Straße liegen nur wenige Meter zwischen zwei der neuen Tempo-30-Zonen. Man könnte das scherzhaft als Mehrgenerationen-Zone bezeichnen, denn während der erste Abschnitt wegen des Seniorenheims am KMG-Klinikum auf Tempo 30 herabgestuft wurde, beginnt nach kurzer Unterbrechung der nächste Bereich, um die Bewohner des privaten Kindergartens „Allerhand“ zu schützen. „Die Neuregelung sorgt teilweise dafür, dass der Schilderwald wieder dichter wird, obwohl wir ihn eigentlich lichten wollten“, sagt Heiko Möbius. Doch im Fall der Perleberger Straße sei es nicht möglich gewesen, eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung hinzubekommen. „Das geht laut unterer Verkehrsbehörde schon deswegen nicht, weil die Zone vor dem Krankenhaus dauerhaft gilt, die für den Kindergarten aber nur temporär“, erläutert Heiko Möbius.

Vor den Schulen herrscht bereits das Tempolimit, wobei die Tempo-30-Zone vor der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule auf insgesamt 300 Meter verlängert werden soll und dann den Hort „Kunterbunt“ mit einschließt.

„In Sadenbeck, vor der Seniorenresidenz Prignitz sind unserer Kenntnis nach auch Tempo-30-Schilder aufgestellt worden“, sagt Heiko Möbius. Allerdings sei dafür der Landesbetrieb Straßenwesen als Baulastträger zuständig. Apropos: Der jeweilige Baulastträger muss auch die Kosten für die Schilder und ihr Aufstellen übernehmen. Laut Heiko Möbius betragen die pro 30er Schild „gut 300 Euro“, wobei die erklärenden Zusatzschilder im Preis noch gar nicht mit berücksichtigt sind.

Kreisweit sollen bis Jahresende möglichst vor allen vorgeschriebenen Einrichtungen Schilder aufgestellt sein. Laut Kreisverwaltung dauert dieser Prozess unter anderem deswegen so lange, weil für jeden Standort eine Einzelfallprüfung nötig ist.

Keine Hoffnung auf eine baldige Tempo-30-Zone können sich die Anwohner der Schlachthausstraße in Pritzwalk machen. „Da können wir erst etwas mit dem Verkehrskonzept machen“, sagt Heiko Möbius.

Von Andreas König

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