Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Texte aus verbrannten Bücher
Lokales Prignitz Texte aus verbrannten Bücher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 14.05.2017
Hartmut Schneider vom Perleberger Bürgerverein las aus einem lehrreichen Buch für Kinderhand geschrieben. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Anzeige
Perleberg

Am Mittwochabend waren alle Bürger in den Perleberger Trausaal eingeladen, Bücher und Autoren der einstigen nationalsozialistischen Ächtung zu entreißen. Anlass war die bundesweite Aktion „Bücher aus dem Feuer“, an der die Stadt Perleberg seit vielen Jahren teilnimmt. In ganz Deutschland werden bei diesen Veranstaltungen Texte aus den damals verbrannten Büchern vorgestellt und vorgelesen.

Daniel Pöhl Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Am 10. Mai und 21. Juni 1933 fanden in Deutschland öffentliche Bücherverbrennungen statt. Sie waren Teil einer von der Deutschen Studentenschaft – geführt vom NS-Studentenbund – inszenierten Aktion. Studenten, Professoren und Mitglieder nationalsozialistischer Parteiorgane warfen die Werke von ihnen verfemter Autoren ins Feuer. Die Grundlage dafür bildeten „schwarze Listen“, die bereits Ende März 1933 von dem Bibliothekar Wolfgang Herrmann zusammengestellt wurden. Ziel war es eine „Säuberung“ in Universitäts- und Institutsbibliotheken, Leihbüchereien, Buchhandlungen, Stadt- und Volksbüchereien entsprechend der nationalsozialistischen Ideologie durchzusetzen. Eine lange Namensliste der Schriftstellerinnen und Schriftsteller prägt die Schandtat. Unzählige Intellektuelle, Künstlerinnen und Künstler wurden ihrer Heimat und Arbeit beraubt, viele wurden ermordet oder in den Tod getrieben.

Kooperation zwischen Stadt und Gymnasium

„Der 10. Mai 1933 ist ein Datum, das nicht in Vergessenheit geraten darf. So haben wir in diesem Jahr wieder acht Vorleser gewinnen können, die ein Buch aus dem Feuer tragen“, sagte Bürgermeisterin Annett Jura zu Beginn der Veranstaltung, die jährlich vom Perleberger Bürgerverein, der Stadtverwaltung, dem Gottfried-Arnold-Gymnasium und Prignitzer Bürgern veranstaltet wird. In diesem Jahr unter musikalischer Begleitung von Isolde Huhnstock. „Dieses Datum muss über die nächsten Generationen unbedingt weitergetragen werden“, führte die Bürgermeisterin fort. Lobenswert findet sie deshalb die gute Kooperation zwischen der Stadt und dem Perleberger Gymnasium. Daniel Pöhl und Madita Kudla, beide aus dem elften Jahrgang der Schule, hielten mit Texten von Kurt Tucholsky den Schriftsteller und Journalisten als Geächteten in Erinnerung. „Zur heutigen Veranstaltung habe ich mich zum ersten Mal intensiv mit der Bücherverbrennung auseinandergesetzt und finde, dass die Autoren am heutigen Tage zu Recht geehrt werden“, meinte Madita Kudla.

Madita Kudla Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Weitere Vorleser am Mittwochabend waren Malte Hübner-Berger, Vorsitzende des Perleberger Bürgervereins, der zudem durch das Programm führte, Heike Rudolph, Schulleiterin der Perleberger Rolandschule, Helga Scherfke, eine ehrenamtliche Prignitzerin, Hartmut Schneider vom Bürgerverein sowie Jürgen Schmidt aus Wittenberge. Die Erinnerung an die Autoren der Werke aus Zeiten der Bücherverbrennung ist jedes Jahr ein Bekenntnis zu Gedankenvielfalt, Frieden und gegenseitigem Respekt. Den Abschluss bildete Bürgermeisterin Annett Jura mit einem Gedicht von Erich Kästner.

Von Marcus J. Pfeiffer

Mit Willfried Lattorff hat der Rassegeflügelzuchtverein „Wittenberge und Umgebung von 1898“ seinen Ehrenvorsitzenden zum Tierschutzbeauftragten ernannt. Anlass für diesen Schritt war die lang andauernde Stallpflicht, die viele Rassegeflügelzüchter als eine Zumutung empfinden. Sie gefährde ihr Hobby.

14.05.2017

Ab Montag geht es dem Eichenprozessionsspinner in den Kreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin an den Kragen. Dazu werden Bundes- und Landesstraßen kurzfristig gesperrt.

11.05.2017

Einen Polizeieinsatz verursachte am Mittwoch ein 19-Jähriger in Pritzwalk, der Bilder von einer Waffe und Munition herumzeigte und damit prahlte. Die herbeigerufene Polizei befragte den Mann, der angab, die Waffe im Wald vergraben zu haben. Eine erste Suche danach blieb ergebnislos.

11.05.2017
Anzeige