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Prignitz „The Fast Dogs“ feiern ihr 20-jähriges Bestehen
Lokales Prignitz „The Fast Dogs“ feiern ihr 20-jähriges Bestehen
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15:23 08.08.2016
Yvonne und „The-Fast-Dogs“-Präsident René Kozian vor der Bühne in Krempendorf. Quelle: Beate Vogel
Krempendorf

Dass es das Gefühl von Freiheit ist, das Motorradfahrer so reizt, lässt sich nachvollziehen. „Es ist ein Ausgleich zum Alltag“, sagt René Kozian, Präsident der Motorradfahrgemeinschaft „The Fast Dogs“ MF Meyenburg. So steht es auf seiner ledernen Kutte. Und darunter: „Balu“. „So kennen mich die meisten“, erklärt der 35-Jährige. Seine Frau hat er mit seiner Begeisterung angesteckt. „Unterm Helm kannst du total abschalten“, sagt Yvonne Kozian.

Die Fahrgemeinschaft, eine Gruppe aus 13 Mitgliedern und aktuell drei Anwärtern, feiert am Wochenende in Krempendorf das 20-jährige Bestehen. Bei den „Fast Dogs“ – schnelle Hunde – wird Zusammengehörigkeit groß geschrieben. „Wir sind wie eine große Familie“, sagt René Kozian. Wer mitfahren will, muss einen Motorradführerschein und eine Maschine haben. Während die Biker im richtigen Leben Rechtsanwälte, Psychologen, Maurer oder Erzieher sind, fühlen sie sich in der Kutte alle gleich. „Es gibt keinen Neid, wir leben Respekt auf Augenhöhe“, sagt der Präsident.

Frauen dürfen auch mitfahren

Zurzeit sind zwei Frauen in der Truppe aktiv, eine von ihnen ist Yvonne Kozian. Viele weitere helfen bei der Vorbereitung der Treffen und Ausfahrten oder sind bei den Feten dabei. Yvonne Kozian ist Anwärterin. „Das ist Tradition“, erklärt der „Fast-Dogs“-Präsident: „Der Anwärter fährt ein Jahr lang mit und wir gucken, ob er in die Gruppe passt.“ Am Freitag hat Yvonne Kozian ihre Taufe – richtig eklig mit grünem Glibber und widerlichem Wackelpudding. „Davor graut mir schon“, sagt die 35-Jährige. Erst dann darf sie ihre Jeansweste gegen die Lederkutte eintauschen. Dass Frauen gleichberechtigt mitfahren, ist bei Motorradclubs eher unüblich. Aber die „Fast Dogs“ sind kein Club in herkömmlichem Sinne, auch wenn sie einen Präsidenten und einen Vorstand haben und Kutten tragen. „Bei uns ist das Wichtigste, dass der Partner dahintersteht“, erklärt René Kozian. Die Familie gehört dazu.

Maschine reiht sich an Maschine bei den Jahrespartys in Krempendorf. Quelle: Privat

Wenn die Fast Dogs zu Bikertreffen fahren, „ist das eine ganz andere Welt“, schwärmt der 35-Jährige. Manchmal kommen tausende Biker bei großen Motorradtreffen zusammen, zum Beispiel in Jüterbog. Auch zu den Partys in Krempendorf reisen hunderte Fahrer aus halb Europa an, erzählen die Kozians: „Zum 15. Jahrestag ist das hier explodiert, da hatten wir 600 Leute da.“ Dann wird gequatscht über die Maschinen oder die nächsten Touren. Dazu gibt es Livemusik.

Gegründet wurden „The Fast Dogs“ MF Meyenburg 1996 von fünf Bikern. Zunächst hatten sie ein Gelände in Penzlin. Die ersten Jahrespartys feierten die „Fast Dogs“ unter anderem auf dem Meyenburger Kindergartenspielplatz. 2002 hatten die Mitglieder einen besseren Platz gefunden: den in Krempendorf. Sie schafften einen Bauwagen an und bauten ihn um. René Kozian ist seit 2002 dabei, seit 2004 Mitglied bei den „Fast Dogs“. 2012 wurde er Präsident. Er ist im richtigen Leben Kitaerzieher. Die Meyenburger Biker fahren Suzuki, einige auch Victory. Ihre Touren führen sie nach Usedom, Bautzen oder Plön. Sicherheit wird groß geschrieben bei den Ausfahrten.

Benzingespräche unterm Schleppdach

Heute haben die „Fast Dogs“ unter dem großen Schleppdach eine Bühne, auf der bei den Jahrespartys Bands auftreten. Die Fläche ist komplett gepflastert. Das alte LPG-Gebäude – einst der Essenraum – ist ausgebaut und verfügt über sanitäre Einrichtungen. „Nur mit drei Dixiklos und ein paar hundert Leuten – das geht nicht“, sagt René Kozian. Im Klubraum treffen sich die Biker unter einer von einem grünbraunen Tarnnetz abgehängten Decke und führen Benzingespräche. Das Gelände ringsum ist sauber und gepflegt. Hier können bei den Treffen die Besucher zelten. Einige kommen auch im „Biker-Camp“ unter: In einem Nebengebäude haben die „Fast Dogs“ dreistöckige Betten gebaut. „Hier stecken viele Arbeitsstunden drin“, sagt René Kozian.

Probleme im Dorf, etwa wegen der Lautstärke, gibt es nicht, versichern die Kozians: „Alle feiern immer mit, auch am nächsten Wochenende.“ Für die Kinder gibt es Bikerspiele, am Nachmittag Kaffee und Kuchen für die Älteren. „Die gucken sich dann gern die Maschinen an“, erzählt der Präsident. Alter spielt ohnehin kaum eine Rolle: Der älteste „Fast Dog“ ist 76, die Jüngsten um die 20 Jahre alt. Am Freitag und Samstag spielen Live-Bands. Auch musikalisch ist für jeden etwas dabei. Natürlich werden Titel von Rammstein, AC/DC oder anderen harten Bands gehört. „Aber am frühen Morgen wird auch schon mal Helene Fischer aufgelegt “, meint „Balu“ und grinst.

Von Beate Vogel

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