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Theater „Ade Bar“ probt neue Komödie

Griffenhagen Theater „Ade Bar“ probt neue Komödie

Sie können und wollen nur eins: Die Komödie wird beim Laientheater „Ade Bar“ in Griffenhagen (Amt Meyenburg) seit 2011 rauf- und runtergespielt. Nun proben die sechs Akteure das vierte Stück. „Mittendrin“ ist aus dem Leben gegriffen und nimmt Ehekrisen, pubertierende Töchter und die Suche nach dem nächsten Männerabenteuer aufs Korn.

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15 Jahre, voll pubertär und mit neuer Haarpracht: Das ist Lilly.

Quelle: Fotos (3): Ruch

Griffenhagen. „Lilly, Schatz, kannst du bitte die Musik leiser machen? Das wäre reizend“, ruft Marlene in das Nichts hinein. Prompt dreht die pubertierende Tochter am Sender und die Mucke hallt noch viel lauter durch die Wohnung. „Danke, sehr aufmerksam von dir“, so die genervte Mutter, stellt ihre Tüten vom Einkauf ab, sucht das Handy, telefoniert und fragt ihren Ex-Mann Rainer, ob der Hund „Rambo“ wieder zum Herrchen gefunden hat.

Schon sind die Akteure im Laientheater „Ade Bar“ am Donnerstagabend in Griffenhagen (Amt Meyenburg) mittendrin in der Probe. Das neue und nunmehr vierte Husarenstück im Ensemble trägt den passenden Titel „Mittendrin“. Wieder eine Komödie, wieder Ping-Pong-Bälle bei den Dialogen und wieder darf der Zuschauer auf ein Happy End hoffen. Doch da wiegelt Regisseurin Johanna Schmittmann ab: „Diese Komödie ist mitten aus dem Leben gegriffen und das Ende bleibt bis zur Premiere geheim.“ Die sechs Darsteller, vier Frauen und zwei Männer, sind bis auf Annette Schneider von Anfang an im Jahre 2011 dabei. Schneider stieg vor zwei Jahren ein und spielte in der Kriminalkomödie „Familientreffen“ die Oma. Jetzt steigt sie auf und spielt den Geist der verflossenen Großmutter.

Charly (l) bändelt mit Rainer an

Charly (l.) bändelt mit Rainer an; daneben sitzt der unsichtbare Geist der toten Hippie-Oma Mugalu.

Quelle: Ruch

„Mittendrin“ stammt aus der Feder des deutschen Komödienschreibers Folke Braband und erlebte 2014 seine Premiere in Hamburg. Johanna Schmittmann nimmt diese komödiantische Steilvorlage an und schickt auch ihre Darsteller in das große Chaos. Marlene ist über 40 und steckt in der Krise. Der Ex Rainer hofft, dass die Ehe wieder gekittet wird, daneben läuft Lilly, die sich als süßer und 15 Jahre alter Haustyrann entpuppt, zu Höchstformen auf. Und Charly, die Freundin von Marlene, lässt kaum eine Gelegenheit in der Männerwelt aus und lässt dort nichts anbrennen. Doch über allem schwebt der Geist von Marlenes Mutter Mugalu, die vor zwei Jahren das Zeitliche segnete. Sie gibt als alter Hippie immer aus dem Hintergrund ihren Senf zu allen Dingen und ist dabei nur für Marlene sichtbar.

Der tätowierte Luca lässt bei Marlene, seiner Schwiegermutter in spe, nichts anbrennen

Der tätowierte Luca lässt bei Marlene, seiner Schwiegermutter in spe, nichts anbrennen.

Quelle: Ruch

Marlene und Charly plagen auch die Wechseljahre. Sie gehen diese Zeit pragmatisch an und machen Yoga, lernen Japanisch oder tanzen Tango. Da erfährt Marlene, dass Tochter Lilly nun mit Luca, dem tätowierten Charmeur, fest zusammen ist. Lilly lüftet ihre lila Haarpracht unter der Kapuze und klärt Papa Rainer auf: „Das sind Haarverlängerungen – Extensions.“ Die Eltern sollen abchillen und nicht mit Lilly diskutieren. „Ich bin mega angefressen“, sagt sie und wendet sich beleidigt ihrem Handy zu. Unterdessen erliegt ihre Mutter dem Charme von Luca und zieht ihn auf die Couch. Außerdem sorgen Marlene und Charly für Tanzeinlagen mit der Federboa oder trimmen ihren erschlafften Körper mit Gymnastik zur Bikinifigur.

Die Komödie in fünf Bildern gewinnt immer mehr an Fahrt und bis zur letzten Szene nach 90 Minuten muss der Zuschauer mächtig aufpassen, dass keiner der bissigen, witzigen und zugleich anrührenden Dialoge verpasst wird. Denn jeder Darsteller sucht sein großes Glück und hofft dann, es mit vollen Händen festzuhalten.

Information: Premiere für „Mittendrin“ ist am Sonnabend, 22. Oktober, um 19 Uhr im Schloss Meyenburg.

Von Christamaria Ruch

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