Volltextsuche über das Angebot:

-2 ° / -9 ° Schneeschauer

Navigation:
Thiel warb bei SPD um Unterstützung

Pritzwalk Thiel warb bei SPD um Unterstützung

Er will als Kandidat ein möglichst breites Unterstützerbündnis hinter sich. Doch ob Ronald Thiel, der in Pritzwalk im Herbst zum Bürgermeister gewählt werden will, auch die SPD für sich gewinnt, ist selbst nach einer langen Aussprache bei den Sozialdemokraten noch ungewiss. Immerhin: Thiel punktete mit einem Bekenntnis zu mehr Transparenz in der Stadtpolitik.

Voriger Artikel
Junge geht seit Monaten nicht zur Schule
Nächster Artikel
A 24: Unfallfahrer kommt mit Schrecken davon

Ronald Thiel (2. v. r.) wurde von den Sozialdemokraten auf Herz und Nieren geprüft.

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Sie schonten ihn nicht: Die Mitglieder der Pritzwalker SPD hatten viele Fragen an Ronald Thiel (parteilos), der sich um das Bürgermeisteramt in Pritzwalk bewerben will und dafür um Unterstützung bei den Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung nachsucht. Fast zwei Stunden lang blieb er kaum eine Antwort schuldig. Der Termin war deswegen interessant, weil die SPD als einzige Partei und Fraktion die Öffentlichkeit zu der Befragung eingeladen hatte. Das Fazit am Schluss der Zusammenkunft: Noch steht nicht fest, ob die SPD Ronald Thiel unterstützen wird, doch hatte der Vizebürgermeister einen guten Eindruck hinterlassen, wie hinterher aus den Reihen der Sozialdemokraten zu hören war.

Thiel: „Luft nach oben“ bei Zusammenarbeit mit Fraktionen

Gleich zu Beginn stellte die Pritz­walker SPD-Chefin Marlies Ferner eine Frage, die die Sozialdemokraten schon lange bewegt: „Wie würden Sie sich die Zusammenarbeit mit den Fraktionen vorstellen?“ Schließlich ist gerade mangelnde Transparenz und Kommunikation ein Vorwurf, der nicht nur von ihnen an die Stadt gerichtet wird. Thiel dazu: „Wir haben Luft nach oben.“ Transparenz und Zusammenarbeit seien für ihn ein Schwerpunkt, „Intransparenz hilft allen nicht“. Bei der Information der Abgeordneten gehe es dabei um Fragen der Dokumentation und Nachvollziehbarkeit. Seine Schlussfolgerung: „Wir brauchen einen sehr gut funktionierenden Sitzungsdienst.“ Dabei geht es ihm nicht nur um die Genauigkeit der Sitzungsniederschriften, sondern auch um den Einsatz von Tablets und eines modernen Ratsinformationssystems. „Bei den Gesprächen in den Fraktionen ist mir bewusst geworden, dass auch die Kommunikation innerhalb der Fraktionen nicht ganz einfach ist“, sagte er. Ergo sei ein modernes Kommunikationssystem „zwingende Voraussetzung“ für die weitere Zusammenarbeit.

Immer noch Schatzmeister beim Verein Wachstumskern

Gemeinsam hangelten sich die Anwesenden durch eine Vielzahl an Themen, von der Unternehmensförderung über die Entwicklungsachse A 24 bis hin zum Gewerbepark Prignitz. Er vermeldete auch Erfolge, etwa dass Pritzwalk die Stadt mit den höchsten Gewerbesteuereinnahmen der Prignitz und einem vergleichsweise geringen Leerstand ist. Dietmar Thurmann wollte wissen, warum Thiel nicht mehr stellvertretender Vorsitzender des Vereins Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock/Dosse ist. Dies sei auf eigenen Wunsch geschehen, antwortete Thiel. „Ich möchte gern mehr Zeit für die Stadt haben. Das hat nichts damit zu tun, dass ich dem Verein nicht verbunden bleibe – ich bin ja immer noch Schatzmeister.“

Ein weiteres durchaus strittiges Feld war die stärkere Einbeziehung von Bürgern ohne Mandat. Hier hatte es im Vorfeld zwischen Marlies Ferner und Thiel auch unterschiedliche Auffassungen gegeben, etwa was die Gründung von Arbeitskreisen anging, wie sie mal in Sachen Stadtmarketing angedacht waren. Das Wort mochte Thiel denn auch nicht in den Mund nehmen. Zum neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzept, das jetzt auch das Thema Stadtmarketing beinhaltet, kündigte Thiel für den 8. April einen „Bürgerdialog“ an. Auch beim Verkehrskonzept, das Thiel in diesem Jahr noch vorlegen will, ist Bürgerinformation geplant. Und für ein Bauvorhaben in Seefeld soll es Mitte des Jahres eine Anwohnerversammlung geben. Auf die Frage, warum er überhaupt für das Amt antritt, sagte Thiel: „Es ist meine Geburtsstadt.“ Und er gab sich überzeugt: „Wir können mehr, und daran können wir alle arbeiten.“ Auf die Frage, was Pritzwalk attraktiv mache, sagte Thiel: „Die Menschen.“ Und immer wieder erneuerte er sein Mantra, dass „wir noch mehr zusammenrücken müssen“.

Thiel will schnelles Bekenntnis, SPD entscheidet am 10. April

Am Schluss der fast zweistündigen Befragung gingen die Beteiligten zwar ohne ein klares Bekenntnis auseinander. Ronald Thiel drängte jedoch auf eine Antwort der SPD bis Ende März. Schließlich habe er auch mit anderen Fraktionen gesprochen und wolle dann an die gemeinsame programmatische Arbeit gehen. Die SPD hat ihm nun mitgeteilt, dass sie am 10. April auf der nächsten Mitgliederversammlung über ihren Bürgermeisterkandidaten entscheiden und ihm dann eine Antwort geben werden.

Von Bernd Atzenroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz

Wollen Sie das PK-Kennzeichen?

fc5d6dfc-f246-11e7-8014-111f668204de
Perleberg damals und heute

Perleberg ist eine traditionsreiche Stadt, die 2014 ihre 775-Jahr-Feier hatte. Tradition hat Perleberg auch als Kreisstadt – seit 200 Jahren ist sie bereits Verwaltungssitz, und dank der Absage der Kreisgebietsreform wird sie das auch weiter bleiben. Die Stadt konnte sich viel von ihrer Altstadtsubstanz bewahren – viel davon ist seit der Wende wieder richtig schick geworden. Hier ein paar Vergleiche, wie sich die Stadt entwickelt hat.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg