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Prignitz Würdevoller Abschied vom geliebten Haustier
Lokales Prignitz Würdevoller Abschied vom geliebten Haustier
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00:21 09.02.2018
Die Auswahl allein an Urnen für die Haustiere ist überwältigend. Dazu kommen allerlei Erinnerungsgegenstände. Quelle: Beate Vogel
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Falkenhagen

Hineingeschmiegt liegt der Hund auf dem roten Samtkissen, das weiche Fell an den Ohren liebevoll geglättet, die Augen geschlossen. Es riecht nach Duftkerzen. Das Tier sieht aus, als würde es schlafen. Doch im Raum der Stille im Kleintierkrematorium Rosengarten in Falkenhagen bei Pritzwalk, in dem der Hund gebettet ist, nehmen Tierhalter Abschied von ihrem verstorbenen Haustier. Im Raum dahinter werden die Tiere eingeäschert.

Betriebsleiter Steffen Pape empfängt die Kunden in einem stimmungsvollen Raum, den es in jedem Bestattungsinstitut geben könnte: Rund um den gläsernen Couchtisch stehen bequeme Sitzmöbel, auf dem Tisch steht eine Taschentuchbox, daneben liegen Kataloge mit einer riesigen Auswahl an Angeboten. „In der Haustierbranche ist überall ein Anstieg zu verzeichnen, allein in den letzten drei bis vier Jahren ging es enorm nach oben“, weiß Pape. Das sei bei Futtermitteln und Zubehör genauso wie in der Bestattungsbranche.

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Tiere sind für viele Menschen heute Sozialpartner und festes Mitglied der Familie. Wenn sie sterben, reißt das ein großes Loch. Das Tierkrematorium Rosengarten in Falkenhagen bietet dann die Möglichkeit, einen würdevollen Abschied zu gestalten.

Im Kleintierkrematorium Rosengarten haben die Halter die Möglichkeit, sich von ihrem Tier, das für nicht wenige ein wichtiges Familienmitglied war, würdevoll zu verabschieden. Pape spricht im Beratungsraum die Einzelheiten ab: Soll das Tier einzeln oder in der Gemeinschaftskremierung mit anderen gemeinsam eingeäschert werden? Möchte der Halter die Asche wieder mitnehmen? Soll es eine Urne sein? Soll die Asche an der Gedenkstätte verstreut werden? Josef, eine Englische Bulldogge, liegt dann gern unter dem Tisch oder lässt sich den dicken Kopf kraulen. Er wirkt dabei ein bisschen wie ein Therapiehund.

Urnen mit Swarovski-Steinen

Allein der Vielfalt der Urnen scheinen keine Grenzen gesetzt: Es gibt sie ganz schlicht, mit Airbrush-Bildern, Fotodruck oder Swarovski-Steinen verziert, in Rosa, Blau oder Erdtönen. Kleine Erinnerungssteine, Grablichter oder Pfötchenanhänger können bestellt werden. Es gibt die Möglichkeit, einen Pfotenabdruck aus Gips machen zu lassen oder eine Prise der Asche in einem Anhänger am Herzen zu tragen. Sogar in einem Bilderrahmen kann die Asche versteckt werden, der dann an der Wand mit einem Porträt des Lieblings an schönere Zeiten erinnert. Wer mag, kann für seinen verstorbenen Vierbeiner ein Rosengarten-Sterne-Gedenkbuch anlegen lassen. „Wir haben in unserem Produktkatalog über 2500 verschiedene Artikel“, so der Betriebsleiter.

Im Raum der Stille können die Tierhalter Abschied nehmen. Der Hund wurde aus Pietätsgründen nicht fotografiert. Quelle: Beate Vogel

Pape kommt aus der Windkraftbranche. Irgendwann war ihm das nichts mehr. „Da habe ich mich auf die Stellenanzeige beworben.“ Mit völlig falschen Vorstellungen: „Irgendwas mit Gummistiefeln und langen Handschuhen.“ In der Realität hat er viel mit Menschen zu tun und mit Logistik. Obwohl Pape jeden Tag mit Trauernden umgeht, kann er seinem Beruf viel abgewinnen: „Wenn sie die Asche ihres Tieres wiederbekommen, ist das für sie ein Glücksgefühl.“

Stirbt ein Haustier, bricht oft eine Welt zusammen

Stirbt ein Haustier, bricht für manche Menschen eine Welt zusammen. Immer mehr leben allein, für sie ist das Tier der einzige Sozialpartner. „Sicher werden die Haustiere vermenschlicht“, gibt der 44-Jährige zu. „Ein, zwei Mal mussten wir beinahe den Notarzt rufen, weil die Leute beim Verabschieden fast zusammen gebrochen sind.“ Ein anderes Mal sei ein großer Kerl in Lederkluft auf einer Harley-Davidson vorgefahren, über dessen weiches Herz der Tierbestatter nur staunen konnte.

Kremiert werden können in Falkenhagen Tiere bis zu einem Gewicht von etwa 100 Kilogramm. „Der schwerste Hund wog bisher 120 Kilogramm“, erinnert sich der Betriebsleiter. Die meisten Kunden bringen Katzen oder Hunde. „Wir haben aber auch Wellensittiche, Meerschweinchen, Schlangen, Agamen – sogar eine Vogelspinne gab es schon.“ Huftiere wie Minischweine dürfen im Falkenhagener Krematorium nicht eingeäschert werden.

Viele bringen ihre verstorbenen Haustiere selbst

Üblicherweise bringen die Tierhalter ihre verstorbenen Haustiere selbst, inzwischen sind es ein bis zwei am Tag. Viele werde aber auch über die Tierarztpraxen angeliefert, erklärt der 44-jährige Betriebsleiter, nachdem dort ein Tier eingeschläfert werden musste. Die Kundschaft kommt aus mehreren Bundesländern, über die sich die 30 Filialen der Firme verteilen. Am Rosengarten-Hauptstandort Badbergen in Niedersachsen und in Falkenhagen gibt es jeweils ein Krematorium. Die Nachfrage ist so groß, dass meist in zwei, mitunter sogar in drei Schichten gearbeitet wird.

Tierbestattung: Nachfrage steigt

Tierbestattung ist eine junge Branche. In Deutschland wurde 1997 das erste Tierkrematorium gegründet, heißt es auf der Webseite des Bundesverbandes der Tierbestatter. In Deutschland dürfen Tiere unter bestimmten Voraussetzungen im eigenen Garten bestattet werden oder auf einem Tierfriedhof. Im Gegensatz zum Humanbereich darf die Asche von Tieren zu Hause aufbewahrt werden.

Das Kleintierkrematorium Rosengarten wurde 1999 von der Familie Nietfeld gegründet. Das Unternehmen widmet sich mit „Liebe zum Detail“ und großem Verständnis für die Halter der Tierbestattung. Inzwischen hat die Firma in rund 30 Standorte und zwei Kremierungsanlagen – in Badbergen und in Falkenhagen.

In Falkenhagen gibt bereits länger ein Tierkrematorium. 2012 wurde es von Rosengarten übernommen und ging 2013 mit drei Mitarbeitern an den Start. Inzwischen sind es neun. Alle kommen aus der Region. Der Betrieb wird nach ISO 9001 zertifiziert.

Bei der Einäscherung wird nach einem strengen Ablaufplan vorgegangen. „Das ist ja für die Halter eine Vertrauensfrage, ob in der Urne wirklich die Asche von ihrem Tier ist“, so Pape. Inzwischen gebe es in Deutschland 30 Tierkrematorien – und die Konkurrenz schlafe nicht. „Da darf man keine Fehler machen.“ Vier Stunden dauert es, bis ein Tier in der Kremierungsanlage bei 800 bis 1100 Grad Celsius eingeäschert ist. Am Ende wird die Asche abgekühlt, fein gemahlen – veredelt – und in Beuteln verpackt wieder verschickt. An jedem hängt ein Etikett, auf dem das Tier, der Halter und die Filiale vermerkt sind, so dass der Inhalt immer zurückverfolgt werden kann. In den Filialen vor Ort kommt die Asche in die Urnen oder wird – je nach Wunsch – in einer kleinen Zeremonie auf den Streubeeten an den Krematorien verstreut.

Von Beate Vogel

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