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11.500 Kilometer plus 299,8 Kilometer

Für die Tour kommen die Radler von fern 11.500 Kilometer plus 299,8 Kilometer

Einmal um die Welt, um bei der Tour de Prignitz dabei zu sein: Stefan und Jessica Reisener kommen aus Indonesien zu Besuch in die Prignitz. Der gebürtige Perleberger will seiner Frau seine Heimat zeigen.

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Glücklich verheiratet: Jessica und Stefan Reisener kommen zur Rundfahrt nach Deutschland.

Quelle: Privat

Perleberg/Surabaya . 11.500 Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt hat sich Stefan Reisener ein neues Leben aufgebaut. Seit fast zwei Jahren schon lebt der gebürtige Perleberger in der indonesischen Großstadt Surabaya, zusammen mit seiner Frau Jessica, die er dort kennengelernt und geheiratet hat. Jetzt kommen die beiden für vier Wochen nach Deutschland und haben vor, bei der Tour de Prignitz mitzuradeln. Sie werden damit wohl unweigerlich diejenigen sein, die dafür die weiteste Anreise in Kauf nehmen.

Stefan Reisener ist MAZ-Lesern durch seine freie Mitarbeit für den Prignitz-Kurier und für den Blog mein-perleberg.de kein Unbekannter. 2012 ist er auch eine komplette Tour de Prignitz mitgefahren, hat für die MAZ davon auch berichtet. Er weiß also, worauf er sich einlässt. „Damals hat mir ein Radler erzählt, dass sein Sohn eigens aus Singapur zur Tour gekommen ist. Diesen Rekord überbieten wir jetzt mal um ein paar hundert Kilometer“, meinte Reisener im Telefoninterview. Natürlich freuen sich die beiden riesig auf die Tour und überhaupt den Deutschlandbesuch, nicht zuletzt, weil es gar nicht so leicht war, ein Visum für Jessica zu bekommen.

Bei der Tour 2012 immer vorweg: Stefan Reisener im MAZ-Outfit an der Spitze des feldes.

Quelle: Atzenroth

Vor allem für seine Frau dürfte eine Fahrradrundfahrt „interessant“ werden, wie es Reisener formuliert. Denn Fahrradfahren ist in dem riesigen Inselreich noch eine Ausnahmeerscheinung. „Hier ist es eher gebräuchlich, Motorrad zu fahren“, erzählt Reisener aus seinem neuen Leben. Er selbst macht kaum etwas anderes, als auf die Knattermöhre zu steigen und loszubrausen. „Ich bin als Radler vollkommen außer Form“, bekannte er denn auch und ist selbst gespannt, wie er über die doch recht anstrengenden Hügel auf der ersten Etappe kommen wird. Jessica wiederum hat zwar ein Fahrrad, doch das steht völlig verrostet und mit einem Platten in der Ecke.

Immerhin ändert sich in Surabaya gerade einiges. Die 2,5-Millionen-Stadt ist nach der Hauptstadt Jakarta die zweitwichtigste im Land und sieht sich selbst als das „Singapur Indonesiens“. Diesem Selbstbild entsprechend werden immer mehr Parks angelegt, und es gibt jetzt einen autofreien Tag in der Woche, an dem die Indonesier tatsächlich auf den Drahtesel steigen – das dann aber gleich in so großer Zahl, dass es „die Tour de Prignitz mal x“ ist. Man sieht dann auch seltsam gekleidete Gestalten in der Stadt. So holt der ein oder andere die alte niederländische Militäruniform aus dem Schrank, bevor er aufs Rad steigt, und sorgt so für skurrile Bilder.

Man sieht schon: Vieles ist anders in Stefan Reiseners neuer Heimat. Im Urlaub hatte er seine Frau Anfang 2013 kennengelernt – beim Couch-Surfen. Es dauerte nicht lange, da wagte er aus Liebe den Sprung in eine unbekannte Welt. Die beiden haben einiges gemeinsam: Stefan Reiseners Passionen sind das Webdesign und das Fotografieren – das sind auch die Berufe seiner 24-jährigen Frau. Jessica Leonita Reisener ist in Surabaya geboren und chinesischer Abstammung, was ihrer Familie das Leben in der Heimat nicht immer leicht gemacht hat. Für sie wird es der erste Besuch in Deutschland. Stefan Reisener will seiner Liebsten auch Berlin zeigen, nicht nur, weil es seine Lieblingsstadt ist, sondern auch, weil es so anders ist als südostasiatische Großstädte. Natürlich werden die beiden einen Großteil ihrer Zeit aber in der Perleberger Heimat von Stefan Reisener bei dessen Familie verbringen. Geplant sind darüber hinaus ein Kanutrip und eine Wandertour in den Harz. Das Frühjahr erschien Stefan Reisener auch als geeignet für einen Besuch, weil seine Frau noch nie in Mitteleuropa war und nur tropische Witterungsverhältnisse jenseits der 25 Grad kennt.

Von Bernd Atzenroth

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