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Länderhopping bei der dritten Tour-Etappe

839 Radler machen einen Abstecher nach Sachsen-Anhalt Länderhopping bei der dritten Tour-Etappe

Von Brandenburg nach Sachsen-Anhalt und wieder nach Brandenburg - bei der dritten Touretappe sind die Radler der Tour de Prignitz mehrmals über Ländergrenzen gefahren. Auch ein ganz besonderes Dorf ist angesteuert worden. Immer wieder raunte ein Wort durch das Fahrerfeld.

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Quelle: MAZ

Kyritz. Brandenburg, Sachsen-Anhalt, dann wieder Brandenburg und auf der anderen Straßenseite erneut Sachsen-Anhalt – die brandenburgische Insel Breddin-Ausbau, eigentlich ein Dorf mitten im sachsen-anhaltinischen Kümmernitz, in dem es auf der Straße mehrere Länderwechsel gibt, ist eine Besonderheit, die die Radler am Mittwoch erlebten. In diesem Dorf hatten die Bewohner die Grenzlinie zwischen beiden Ländern mitten im Ort aufgezeichnet, während vom Wegespalier immer wieder das Wort „Passkontrolle“ erschallte. Auch der Ostprignitz-Ruppiner Landrat Ralf Reinhardt konnte nicht sagen, wann hier zusammenwächst, was zusammengehört – vor allem konnte auch er nur Mutmaßungen darüber anstellen, warum es zu dieser Insellösung gekommen ist, die den höchsten Wasserfall Norddeutschlands nach Brandenburg verlegt hat. Ob irgendein Fürst das Gebiet dereinst am Spieltisch verzockt hat? Wer weiß.

Am Mittwochmorgen sind die Radler der Tour de Prignitz in Kyritz zur Königsetappe der Rundfahrt aufgebrochen. Am Nachmittag kommen sie in Bad Wilsnack an. Zum ersten Mal überhaupt für die Tour an diesem Tag auch durch Sachsen-Anhalt. Alles zur Tour: www.MAZ-online.de/tour

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Brandenburg-Hymne wird angestimmt

Die Durchfahrt durch Sachsen-Anhalt war etwas Neues für Tour-Radler. Und von denen gab es an diesem Tag reichlich: Mit Blick auf das für Kyritz bedeutsame Eichhorst’sche Fachwerkhaus brachen 839 Tour-Radler zur dritten Etappe nach Bad Wilsnack auf. Dabei starteten auf dem Marktplatz auffällig viele Teilnehmer in Gruppen, etwa die 16 Beschäftigten vom Seniorenwohnpark in ihren knallblauen T-Shirts oder die zwei Dutzend Diercke-Oberschüler und sogar um die 40 Schüler des Jahn-Gymnasiums. Hinzu kam viel Unterstützung aus den Kleeblatt-Partnerkommunen Wusterhausen, Neustadt und Gumtow. Mit dabei war diesmal auch der Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg der Bundeswehr, Oberst Peter Arendt. Die Bundeswehr unterstützt die Tour de Prignitz schon seit Jahren. Diesmal sind gleich 20 Soldaten im Tourtross oder mit dem „Lumpensammler“ dabei. Neu hinzugekommen ist ein Rettungsdienstfahrzeug des Lazarettregiments Berlin. Für Arendt persönlich ist es die letzte Tour, er geht in Ruhestand. Seinem Nachfolger wird er empfehlen, die Rundfahrt weiter zu unterstützen. Dass die Bundeswehr ausgerechnet beim Länderübertritt dabei war, war aber kaum als Versuch zu sehen, die merkwürdige Grenzsituation bei Kümmernitz zu „bereinigen“. Mancher Brandenburger war indes froh, hinter Havelberg, wo die Radler den Dom nur aus der Ferne sahen, wieder sein Heimatland erreicht zu haben. Im Feld stimmte eine Frau die „Märkische Heide“ an, fand aber keine Mitsänger.

So war die dritte Etappe.

Starker Wind - zum Schluss bläst er von vorne

Die Etappe war zwar die längste der Tour 2015, aber erheblich entspannter als das zweite Teilstück von Wittstock nach Kyritz. Zwar war der Wind immer noch stark, aber erst am Schluss blies er richtig von vorne. In Holzhausen und Stüdenitz hatten die Menschen die Tour schon sehnsüchtig erwartet. Vor der erholsamen Mittagspause in Breddin waren noch ein paar Steigungen, insbesondere die Bahnbrücke, zu überwinden. Zum Schluss kamen die Radler in die herrlichen Elbauen, die sie insbesondere auf dem Radweg am Havelvorfluter genießen konnten – altes Brandenburger Land halt.

Von Bernd Atzenroth und Matthias Anke

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Dritte Etappe von Kyritz nach Bad Wilsnack

Am Mittwochnachmittag ist die Königsetappe der Tour de Prignitz in Bad Wilsnack zu Ende gegangen. Am Morgen sind die Radler in Kyritz gestartet. Die 54,1 Kilometer lange Strecke ist die längste der Etappe und hat für Mitfahrer einige Anstiege bereit gehalten. In den Pausen haben auf die Fahrer schöne Elb-Ausblicke und viel Musik erwartet.

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Die 1. Etappe der Tour de Prignitz 2017

Es war ein Rekord-Auftakt zur Tour de Prignitz 2017. 1424 Radler machten sich am Montag auf den Weg von Wittenberge nach Perleberg. Die rund 50 Kilometer lange Strecke führte teilweise über den Elbdeich. Zwischenstopps gab es in Wustrow und Lanz.

Die Tour-Geschichte in Bildern

Im Oktober 1997 startete die erste Tour de Prignitz in Perleberg. Sehen Sie in unserer Galerie historische Bilder der Anfänge, wie sich die Tour entwickelt hat und wer heutzutage alles an der Rundfahrt teilnimmt.

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