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Musikalisch ins Ziel in Wittenberge

Sonige Etappe geht mit viel Musik zu Ende Musikalisch ins Ziel in Wittenberge

Unter ohrenbetäudem Jubel sind die Radler am Donnerstagmittag in Wittenberge eingefahren. Um die 450 Menschen hatten ein Spalier gebildet - doch damit nicht genug. Auf unterschiedlichen Instrumenten haben sie jede Menge Krach gemacht.

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In Wittenberge sind die Radler begeistert empfangen worden.

Quelle: MAZ

Wittenberge. Ohrenbetäubender Lärm empfing die Radler der Tour de Prignitz, als sie auf das Gelände der Alten Ölmühle in Wittenberge einfuhren. Die 433 Elbestädter, die sich zum Spalier aufgestellt hatten, schlugen Trommeln, bliesen Trillerpfeifen und bedienten vor allem die Klatschpappe. Die fächerförmigen Geräusch- und Werbeträger sollen schon einmal auf das Musik- und Kunstschulfestival Sound City hinweisen, das im Juli an der Elbe steigt. Doch bis dahin ist erst einmal Brandenburgs größte Radtour erfolgreich zu absolvieren.

Beim Empfang der Radler aus Bad Wilsnack holte der gastgebende Bürgermeister Oliver Hermann nicht nur eine Probe des Herzbräus hervor, um sie seinem Amtskollegen Hans-Dieter Spielmann zu überreichen, sondern auch seine frisch angetraute Frau Astrid auf die Bühne. Das gab noch einmal einen Extra-Applaus. Vor der Bühne hatten sich drei martialisch aussehende Paukespieler postiert. Sie sind quasi das Fan-Musikkorps des Wittenberger Handballclubs PHC. Die Bühne enterten kurz darauf Benjamin Rösel vom Wittenberger Tanzzentrum und mehrere Eleven. Sie heizten dem Publikum mit dem Klatschklassiker „We will rock you“ von Queen ein. Die Trommler versuchten, den Takt zu finden, was nicht immer gelang. Aber Wittenberge will ja auch Sound City werden und erhebt keinen Anspruch darauf, Rhythm Town genannt zu werden. Freilich: Laut war’s, das Publikum ging mit, und alle hatten Spaß. Der kam auch auf, als die Klatschpappen zu einem großen hellblauen Farbenmeer verschmolzen als Werbung für das nächste große musikalische Ereignis in der Elbestadt. Von Kleinow an mitgeradelt war auch der Prignitzer Landrat Torsten Uhe, der den Wittenbergern zu ihrem gelungenen Tourempfang gratulierte.

Bei strahlendem Sonnenschein ist am Donnerstag die vierte Etappe der Tour de Prignitz gestartet. 589 Radfahrer haben sich auf den Weg von Bad Wilsnack nach Wittenberge gemacht. Die Etappe führt das Radlerfeld am Nachmittag für zwei Pausen nach Kleinow und Perleberg. Alles zur Tour: www.MAZ-online.de/tour

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Bei den anschließenden Spielen wogte der Erfolg zunächst hin und her. Zeigte der junge Boccia-Spieler Trung Tran Minh aus Bad Wilsnack seinem Wittenberger Konkurrenten – Bürgermeister Oliver Hermann höchstpersönlich – noch dessen Grenzen auf, holten bei der Wasserschlacht und schließlich beim Städtespiel die Wittenberger den Sieg. Vor allem die furiose Schlussstaffel ließ die Zuschauer mitfiebern. Letztlich setzte sich Wittenberge bei den Spielen von den anderen Tourstädten ab, ist es doch bisher der einzige Gastgeber, der zwei Spiele für sich entscheiden konnte.

Vor der Abschlusspolonaise stellte Bürgermeister Oliver Hermann noch einmal sein Gespür für Zahlen unter Beweis. 368 Tänzer, schätzte er, würden an ihm auf der Bühne vorbeidefilieren. Dass es nachher nur 290 waren, tat der Stimmung und vor allem dem Erfolg keinen Abbruch – volle Punktzahl für Wittenberge auch in dieser Disziplin. „Oberes Mittelfeld, das müsste für Wittenberge drin sein, vielleicht sogar noch mehr“, meinte das Stadtoberhaupt.

Hans-Dieter Spielmann, der Bad Wilsnacker Bürgermeister, ging hochzufrieden vom Platz. Die kleine Stadt hatte sich dem großen Wittenberge gegenüber achtbar geschlagen. Dass der Bürgermeister der Kurstadt gestern in sportlich-legerem Dress statt in feinem Zwirn aufs Fahrrad gestiegen war, ließ sich bei der Hitze nachvollziehen. Doch was machte der orangefarbene Hut auf seinem Kopf? „Den hat mir ein Radfahrer aus Holland gegeben“, berichtete Hans-Dieter Spielmann. „Leider ist er gestürzt, und so habe ich wenigstens seinen Hut nach Wittenberge gebracht“, sagte er. So bodenständig und zugleich international ist die Tour de Prignitz.

Von Andreas König

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