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Neuer Radar-Turm soll weiter strahlen

Groß Woltersdorf Neuer Radar-Turm soll weiter strahlen

Noch liegt die Genehmigung für die Radarüberwachung der Windräder und ihrer rot blinkenden Positionslampen nicht vor. Doch Investor Voss Energy aus Rostock plant bereits, das Überwachungsgebiet bis heran an die A 24 im Norden und Gumtow im Süden auszudehnen. Dazu müsste der Turm am Waldlehrpark bei Groß Woltersdorf neu gebaut werden.

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Der Radarturm am Waldlehrpark Groß Woltersdorf soll ertüchtigt, also neu gebaut werden.

Quelle: Andreas König

Groß Woltersdorf. Der Radarbalken rotiert mit konstanter Drehzahl an der Spitze des Turms, doch noch darf er seiner Bestimmung nicht nachgehen. Das Herzstück für die „Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung von Windkraftanlagen“ (BNK) am Waldlehrpark in Groß Woltersdorf harrt wie die gesamte Anlage noch der Genehmigung. Wenn alles so läuft, wie der Investor, die Rostocker Windparkbetreiberfirma Voss Energy das möchte, würden noch vor Beginn der dunklen Jahreszeit in zwei Prignitzer Windparks die Lichter ausgehen. Zumindest solange sich kein Flugobjekt nähert, sollen die nachts rot blinkenden Positionslichter ausgeschaltet bleiben.

„In erster Linie muss die Deutsche Flugsicherung zustimmen, gefolgt von der gemeinsamen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg“, erklärt Projektleiter Christoph Behrends von der Betreiberfirma Voss Energy. Beide Behörden hätten allerdings bisher noch keine Entscheidung getroffen. Während die nach Investorangaben weltweit erste Anlage dieser Art also noch immer nicht das machen darf, wofür sie konzipiert wurde, schmieden die Rostocker bereits erste Erweiterungspläne. „Der jetzige Radar kann ein Gebiet von maximal 36 Kilometern Durchmesser überwachen“, erklärt Christoph Behrends. Das genüge für die erste Ausbaustufe zwar vollauf, doch möchte Voss Energy weitere Windparks mit ihrem System ausstatten. Der Mast mit dem sich an seiner Spitze drehende Radarbalken könnte derzeit die beiden Windparks Klein Woltersdorf und Kuhsdorf-Kuhbier überwachen. Damit würden sie dafür sorgen, dass die roten Lichter nur blinken, wenn sich nachts tatsächlich Flugzeuge, Hubschrauber und andere fliegende Objekte den Windrädern nähern.

„Wir planen, den Mast so zu ertüchtigen, dass das Radar einen Durchmesser von etwa 46 Kilometern überwacht“, erklärt Christoph Behrends. Damit könnten auch die Windparks Schönhagen, Kemnitz, Klein Woltersdorf Krampfer-Reckenthin, Pritzwalk und Schrepkow „dunkel“ geschaltet werden. Sogar Gerdshagen wäre von der Reichweite her anschließbar. „Wir kämen mit dem größeren Detektionsgebiet bis an die A 24 im Norden und bis Gumtow im Süden heran“, erklärt der Projektleiter.

Doch bevor solche Investitionen getätigt werden, müsse die Genehmigung der zuständigen Stellen vorliegen. Allerdings sei es ohnehin erforderlich, den Mast bei Groß Woltersdorf zu ertüchtigen, da Schwingungen zu eliminieren seien. Gleichzeitig würde ein längerer Radarbalken montiert, der das größere Gebiet mit seinem Signal bestreichen kann. Trotz höherer Leistung schießt Christoph Behrends etwaige Folgen für die Gesundheit der Bewohner aus. „Die Strahlung, die auf der Erde noch ankommt ist geringer als diejenige, die man beim Telefonieren mit dem Handy aufnimmt“, sagt der Projektleiter.

Die Vision von Voss Energy besteht darin, irgendwann alle Windparks in der Prignitz und womöglich darüber hinaus mit der BNK-Technik auszustatten. Das geschieht natürlich nicht, um betroffene Anwohner vom lästigen Blinken zu befreien, sondern um die Akzeptanz für den Bau weiterer Windparks zu erhöhen. Mit der Gemeinde Groß Pankow wurde eine Vereinbarung geschlossen, wonach alle künftigen neuen Windkraftanlagen mit der BNK-Technik ausgestattet werden sollen. Ob sie umgesetzt werden kann, steht und fällt mit der Genehmigung der Flugsicherung.

Von Andreas König

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