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Tourparty in Bad Wilsnack

Stadt erinnert beim Empfang an Vergangenheit der Kurstadt Tourparty in Bad Wilsnack

Die Fahrer der Tour de Prignitz sind am Mittwochnachmittag zu einer historischen Tour-Party in Bad Wilsnack empfangen worden. Bei der Einfahrt ins Ziel haben die Anwohner an die bewegte Geschichte der Kurstadt erinnert. Das Feiern ist darüber hinaus aber nicht vergessen worden.

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Quelle: MAZ

Fast sah es so aus, als hätte die versammelte Führungsriege des Amtes Bad Wilsnack/Weisen eine Mautstelle eingerichtet. Häuschen für die Schildwache, ein Bürgermeister in Frack und Zylinder, ein Förster mit einem Beutel dunklen Inhalts und ein Wachmann mit grimmigem Blick und Hellebarde.

Am Mittwochmorgen sind die Radler der Tour de Prignitz in Kyritz zur Königsetappe der Rundfahrt aufgebrochen. Am Nachmittag kommen sie in Bad Wilsnack an. Zum ersten Mal überhaupt für die Tour an diesem Tag auch durch Sachsen-Anhalt. Alles zur Tour: www.MAZ-online.de/tour

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Doch der martialische Anblick täuschte. Die Kurstädter bereiteten den Teilnehmern der Tour de Prignitz beim Empfang einen ganz bezaubernden Empfang, indem sie mit vielen Verweisen auf die bewegte Stadtgeschichte aufwarteten. Bürgermeister Hans-Dieter Spielmann lud den stellvertretenden Kyritzer Bürgermeister Michael Köhn ein, in einem historischen Badezuber Platz zu nehmen. In dem Gefäß befanden sich allerdings kein heilender Schlamm oder ein Solebad, sondern viele bunte Bälle. Der Kyritzer Vizerathauschef machte den Spaß mit und ließ sich in der Badewanne auf den Markt kutschieren, wo die Radfahrer mit großem Hallo empfangen wurden. Zwischendurch hallte immer wieder Kanonendonner zwischen den Fachwerkfassaden der Altstadt.

So war die dritte Etappe.

Auf der Bühne tauschten die Vertreter der konkurrierenden Städte nicht nur Höflichkeiten aus, sondern auch ganz handfeste Argumente für einen Besuch in der jeweils anderen Stadt. Michael Köhn wartete mit einer Portion Knatterwasser auf, wofür sich Hans-Dieter Spielmann mit einer Eintrittskarte für die Therme revanchierte.

Die Kinder der Kita „Kreuz und Quer“ sangen ein niedliches Lied davon, dass sie aus Bad Wilsnack stammen und Amtsdirektor Torsten Jakob verblüffte die Gäste, als er ausrief: „Bürgermeister, Bürgermeister, ich habe heilsames Moor entdeckt und in einer leeren Fischbüchse nach Berlin geschickt. Der Inhalt ist hochwertig.“ Damit spielte Torsten Jakob auf das Mooran, dessen Entdeckung durch den Stadtförster Zimmermann im Jahr 1906 erst zum Titel Kurstadt führte und zum späteren Erfolg als Gesundheitsstandort in der Prignitz beitrug. „Es heilt alle Krankheiten außer Haarausfall“, scherzte Torsten Jakob, und Hans-Dieter Spielmann gab schlagfertig zurück: „Ja, damit verschwinden alle Krankheiten, aber die Frauen bleiben.“ Die Bad Wilsnacker Kurdamen, in deren historische Kostüme einige Wilsnackerinnen geschlüpft waren, nickten artig und lächelten huldvoll. Speziell für den Empfang waren in der mächtigen Wunderblutkirche Turmaufstiege möglich. Ob die Radler nach der Mammutetappe davon Gebrauch machten, ist nicht überliefert. Applaus und Gelächter ernteten die Akteure aus der Kurstadt für ihren launigen Dialog.

Damit sparten die Bad Wilsnacker und ihre Gäste auch bei den Wettspielen nicht. Trotz eines anfänglichen Achtungserfolgs der Gastgeber entschieden am Ende die Kyritzer den Wettstreit für sich. Die Kurstädter nahmen es sportlich und setzten auf die Abschlusspolonaise. Beschwingt tanzte der Bürgermeister mit den Radlern über die Bühne, und war sichtlich stolz und zufrieden über das Ergebnis: 97 Tänzer hätten es sein müssen, 156 waren es.

Andrea König

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