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Wunderwaffe gegen Muskelkater

Tipps vom Gesundheitsberater für Tour-Radler Wunderwaffe gegen Muskelkater

In Sachen Gesundheits- und Fitnesstraining ist AOK-Mann Ulf Zickert für viele Radler bei der Tour de Prignitz eine feste Größe. Jahrelang hat er das Aufwärmtraining am Morgen vor dem Etappenstart geleitet. Auch wenn er diese Aufgabe jetzt an Stefanie Diete weitergegeben hat, so hat er doch eine Menge Tipps für Radler bereit.

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Aufwärmtraining auf dem Kyritzer Marktplatz.

Quelle: André Reichel (2014)

Pritzwalk. Wichtig ist zunächst eine technische Überprüfung des Fahrrades, um mögliche Risiken an dieser Stelle auszuschließen. Bei der Wahl des Fahrrads sollte man nach seinen körperlichen Voraussetzungen und sportlichen Ambitionen die richtige Auswahl treffen. Zickert: „Das Fahrrad muss technisch wenigstens ein bisschen angepasst sein, ähnlich, wie sich ein Läufer den richtigen Schuh aussuchen sollte.“

Am Fahrrad selbst sollte dann alles passend eingestellt sein. Das ergonomische Dreieck in der Sitzhaltung ist Zickerts Ideal. Am besten ist es, mit leicht gebeugtem Oberkörper unterwegs zu sein. Zickert beobachtet, dass oft der Sattel zu niedrig eingestellt und der Abstand zwischen Lenker und Sattel zu kurz ist. Gegen den Einschlafeffekt bei den Händen empfiehlt er ergonomische Handgriffe, um den Druck auf den Handballen besser zu verteilen. „Wenn die Hände dennoch einschlafen, sollte man hin und wieder die Hand vom Lenker lösen und den Arm auspendeln lassen – aber nur, wenn dies gefahrlos möglich ist. Eine Empfehlung liegt ihm besonders am Herzen: einen Helm zu tragen.

Der gesundheitliche Allgemeinzustand eines potenziellen Teilnehmers sollte zumindest so beschaffen sein, dass er sich eine sechstägige Rundfahrt von 300 Kilometern Länge auch zutrauen kann. Gerade älteren Menschen rät Ulf Zickert daher, sich vor dem Mitradeln mit dem Hausarzt zu verständigen und den Blutdruck überprüfen zu lassen. Ulf Zickert kennt die Problematik aus seinen Kursen: „Oft kommen Leute, die Herz-Kreislauf-Probleme haben. Wenn man nicht ganz sicher ist, ob es damit geht, sollte man sich unbedingt kurz durchchecken lassen.“

Jeder sollte sich zudem selbst fragen, was für ein Radlertyp er ist. Ulf Zickert unterscheidet zwischen drei Typen. Da sind zum einen die Profis. Gemeint sind alle diejenigen, die gewohnheitsmäßig viel Rad fahren, sei es als sportliche Betätigung oder als Fortbewegungsmittel im Alltag. „Profis brauchen eigentlich überhaupt keine besondere Vorbereitung, um die Strecke schaffen zu können“, sagt er. Der zweite Typ ist der Gelegenheitsradler, der nur hin und wieder auf seinen Drahtesel steigt. Solchen Radlern empfiehlt Ulf Zickert im Vorfeld eine etwas längere Tour von zehn bis 15 Kilometern. Der dritte und letzte Typ ist der völlig ungeübte Radler, der nach einer langen Etappe mit Muskelkater rechnen muss. Wie man heute weiß, handelt es sich dabei nicht um eine originäre Überlastung der Muskulatur. Durch die Belastung entstehen kleine Risse in den Faszien. Eigentlich bedürfen ungeübte Radler nach der Belastung einer Etappe eine Regenerationszeit von 48 bis 72 Stunden – machbar für die vielen Radler, die nur eine Etappe für ihre Stadt fahren.

Wer am nächsten Tag aber wieder auf dem Rad sitzen will, sollte nach Methoden Ausschau halten, um seine Regenerationszeit zu verkürzen. Zickert selbst kennt dafür eine Wunderwaffe: Das Faszientraining, das er mittlerweile auch viel in seinen Rückenkursen einsetzt. Eine Selbstmassage mit der Faszienrolle wirke Wunder. Zudem sollte die Muskulatur warm gehalten werden.

Auch ist es wichtig, ausreichend zu trinken und sich vor der Belastung einer Etappe richtig aufzuwärmen. Das ist die beste Vorbeugung gegen kleine Verletzungen. Ein wenig weint Ulf Zickert schon noch seiner alten Aufgabe als der Tour-Warmmacher vom Dienst nach: „Ich habe es gern gemacht. Die Tour de Prignitz ist eine schöne und emotionale Geschichte.“ Aber er findet es auch gut, dass mal ein Wechsel kommt, und ist überzeugt, dass seine Nachfolgerin Stefanie Diete die Sache genauso gut machen wird. Und selbstverständlich wird man Ulf Zickert auch auf der ein oder anderen Tour-Etappenparty treffen können.

DAS NEUE GEHEIMREZEPT

FASZIENTRAINING

  • Das muskuläre Bindegewebe, die sogenannten Faszien, spielt eine große Rolle für Wohlbefinden, Beweglichkeit, Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Diese Erkenntnis setzt sich in Physiotherapie, Sportwissenschaft und Medizin mehr und mehr durch. Wer beweglich, vital und schmerzfrei bleiben will, sollte deshalb gezielt seine Faszien trainieren – zehn Minuten zweimal in der Woche genügen.
  • Zu speziellen Übungen kann AOK-Berater Ulf Zickert Auskunft geben. Kontakt unter Tel. 0800 265080-33542 (kostenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz) oder per E-Mail unter ulf.zickert@nordost.aok.de.

Von Bernd Atzenroth

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