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Prignitz Trassennetz für Fernwärme wird erweitert
Lokales Prignitz Trassennetz für Fernwärme wird erweitert
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08:38 25.07.2013
Letzte Anschlussarbeiten: Fernwärmetrassen-Verlegung „Hinter der Mauer“ im Jahre 2012. Quelle: Ulrich Fischer
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Putlitz

Über zwei Projekte, die mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes in Zusammenhang stehen, haben die Putlitzer Stadtverordneten auf ihrer nächsten Sitzung, die am Dienstag, 30. Juli, um 19.30 Uhr im Amtsgebäude beginnt, zu befinden.
Zum einen handelt es sich um die Vergabe des Bauauftrags für die Trennung des Regenwasser-Schmutzwasser-Mischkanals in den Straßen Burghofer Feld und Birkenweg sowie in einem Abschnitt der Jahnstraße, indem ein neuer Schmutzwasserkanal verlegt wird. Es sind die einzigen Bereiche in Putlitz, in denen das Abwasserkonzept zur Kanaltrennung noch nicht umgesetzt wurde. Zum anderen geht es um den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Biogasanlage an der Karstädter Chaussee, die erweitert werden soll.

Für die Kanaltrennung wurden Fördermittel bewilligt. Los gehen soll es nach der Auftragsvergabe im Burghofer Feld von der Jahnstraße bis zum Kiebitzberg. Im nächsten Jahr ist dann der Birkenweg dran, erfuhr die MAZ vom Putlitz-Berger Amtsdirektor und Bauamtsleiter Gerd Ehrke. Wie Bauplaner Klaus-Peter Buchholz unlängst erläuterte, wird der neue Abwasserkanal nicht im Baumbereich, sondern unter der Fahrbahn verlegt. Dies ist einerseits eine Forderung der Umweltbehörde und zudem erforderlich, weil die Putlitzer KTG in diesen Straßen gleichzeitig eine neue Fernwärmeleitung verlegen will. Es handelt sich um also um ein Gemeinschaftsprojekt von Kommune und KTG. Nach den Trassenarbeiten werden die Fahrbahnen neu asphaltiert.
Für die Anlieger entstehen keine Kosten. Denn den Kanalausbaubeitrag hatten sie bereits bezahlt und der Straßenbau gilt als Wiederherstellungsleistung nach der Leitungsverlegung.

Für die KTG, die in Putlitz Biogasanlagen und Blockheizkraftwerke betreibt, handelt es sich um die vierte Etappe beim Ausbau der Fernwärmetrasse in der Gänsestadt, informierte KTG-Projektentwickler Roman Motzko. In der ersten Etappe wurden seit dem Jahre 2008 unter anderem die Amtsverwaltung, der Edeka-Markt, das Pflanzencenter Blumenthal, beide Kitas, die Volks- und Raiffeisenbank sowie mehrere kommunale Mehrfamilienhäuser angeschlossen. Im zweiten Bauabschnitt folgten unter anderem der Burghof, das Burghofer Herrenhaus sowie zehn Wohnhäuser in der Perleberger Straße. In der dritten Etappe wurde im vorigen Jahr eine Wärmetrasse in der Straße „Hinter der Mauer“ verlegt mit 15 rückwärtigen Hausanschlüssen vor allem für Wohnhäuser in der Chausseestraße und der Rudolf-Breitscheid-Straße. Laut Roman Motzko gibt es derzeit 69 Hausanschlüsse mit zum Teil mehreren Nutzern wie in den Mehrfamilienhäusern.

Im vierten Bauabschnitt zählt er momentan 20 Interessenten für einen Fernwärme-Hausanschluss. Bereits im Frühjahr wurde die Wärmeleitung vom Blockheizkraftwerk am Schwimmbad zur Jahnstraße hin verlegt.
Doch die KTG hat noch weitere Ausbaupläne. So könnten in einer fünften Etappe unter anderem die Schule, die Turnhalle und die stadteigenen Wohnblöcke „An der Zeppelinscheune“ versorgt werden, in einer sechsten Etappe dann unter anderem Häuser an der Karstädter Chaussee. Voraussetzung für diese beiden Erweiterungen mit jetzt geplanten 46 Hausanschlüssen ist ein neues Blockheizkraftwerk an der Zeppelinscheune – vielleicht auch noch ein kleines BHKW im Gebiet „Hinter den Scheunen“. Diese zu betreiben ist aber nur möglich, wenn die Leistung der PAL-Biogasanlage an der Karstädter Chaussee erweitert wird. Das erfordert die Aufstellung des genannten Bebauungsplanes. Finanziert wird der B-Plan vom Investor. Stimmen die Stadtverordneten der Vorlage zu, kann die PAL GmbH, die zur KTG gehört, weitere planungsrechtliche Schritte einleiten.

Roman Motzko geht davon aus, dass es künftig viele weitere Wärmeinteressenten geben wird. „Wir bieten mit knapp sechs Cent Brutto pro Kilowattstunde einen Superpreis, der auf fünf oder zehn Jahre festgeschrieben wird – zudem entfallen ja Kosten für Schornsteinfeger und Heizungswartung“, sagte er.

Dass man mit der Fernwärme Geld spart, kann Amtskämmerer Hergen Reker bestätigen. Denn die Fernwärmekosten für die Amtsverwaltung liegen seit dem Anschluss vor fünf Jahren konstant bei etwa 3300 Euro pro Jahr. Für das Heizen mit Gas hätte man vergleichsweise im Jahre 2012 knapp 5000 Euro ausgeben müssen. Bei den mit Fernwärme versorgten kommunalen Wohnblöcken verringerten sich die jährlichen Heizkosten durchschnittlich um 300 Euro je Wohnung.

Von Ulrich Fischer

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