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Trauer um Gabriele Schumacher

Engagierte Pritzwalker Museumsdirektorin ist verstorben Trauer um Gabriele Schumacher

Die langjährige Museumsdirektorin Gabriele Schumacher ist gestorben. Die Mitglieder des Trägervereins – die Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung – sowie die jetzige Museumsleitung trauern um die engagierte und kompromisslose Pritzwalkerin, die viel für den Aufbau des Museums getan hat.

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Eines der letzten Fotos von Gabriele Schumacher entstand im August für die Ausstellung „Wir Beutesachsen, Ihr Beutemärker“.

Quelle: Museum

Pritzwalk. Vor wenigen Tagen, am 29. November, starb die ehemalige Pritzwalker Museumsdirektorin Gabriele Schumacher. „Die Mitglieder der Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung und das Stadt- und Brauereimuseum Pritzwalk trauern um ihr Ehrenmitglied“, schreiben Wolfgang Simon, Vorsitzender der Gesellschaft für Heimatgeschichte, und Katja Rosenbaum, Leiterin des Stadt- und Brauereimuseums, in ihrem Nachruf, in dem sie das Werk der einstigen Museumsleiterin würdigen. „Wenn sie nicht so engagiert gewesen wäre, hätte es das Museum in Pritzwalk so nicht gegeben“, sagte Wolfgang Simon diese Woche im Gespräch mit der MAZ.

Gabriele Schumacher wurde am 7. November 1929 als ältestes Kind einer Försterfamilie im sächsischen Belgern geboren, wo sie aufwuchs und ihr Abitur am Katharina-von-Bora-Lyzeum in Torgau ablegte. „Die nach ihren Worten ’wohltuende’ Weite des Waldes, der das elterliche Forsthaus umgab, verbunden mit einem eher liberalen Elternhaus, führten früh zu einem sehr unabhängigen, zielstrebigen und zum Teil auch kompromisslosen Denken und Handeln, das sich auch in ihrer späteren beruflichen Tätigkeit immer wieder zeigen sollte“, so Katja Rosenbaum.

1949 zog die Familie aus dienstlichen Gründen in die Ostprignitz um. Nach einer Lehre als Waldarbeiterin schlug Gabriele Schumacher zunächst eine völlig andere berufliche Laufbahn ein, bevor sie ihr Weg Ende der 1970er Jahre an das damalige Kreisheimatmuseum Pritzwalk am Magazinplatz führte. Das Museum in der Dömnitzstadt war 1954 als Heimatstube gegründet worden, so steht es auf der Internetseite der Stadt Pritz-walk. „Später war es dann ein Kreismuseum für den Altkreis
Pritzwalk“, erinnerte sich Wolfgang Simon. Die Gestaltung dieses nach eigenen Aussagen „liebenswürdig verbauten Ortes“ begeisterte Gabriele Schumacher und forderte sie auf unterschiedliche Weise immer wieder heraus. Über die gesamten 1980er Jahre hinweg prägte ihre Tätigkeit das Gesicht und die Außenwahrnehmung des Museums entscheidend: „Sie vermochte es, das Museum als kulturelle Institution in der Stadt fest zu verankern“, heißt es im Nachruf. Älteren Pritzwalkern seien sicherlich noch die von der Museumsdirektorin regelmäßig veranstalteten Kammerkonzerte der Schweriner Philharmonie im Gedächtnis. „Schließlich war Gabriele Schumacher auch diejenige, die sich massiv für die weitere Existenz des Museums in den politisch und wirtschaftlich unsicheren frühen 1990er Jahren einsetzte und das Museum durch diese angespannte Phase hindurchführte“, so Rosenbaum und Simon. Ihre Tätigkeit als Museumsdirektorin beendete Gabriele Schumacher 1994 aus Altersgründen.

1986 war Gabriele Schumacher Gründungsmitglied der damals unter dem Dach des Kulturbundes gegründeten Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung. Sie trieb auch nach der politischen Wende deren Umformung in den heute bestehenden Verein energisch voran. Über viele Jahre war die Museumsleiterin Mitglied des Vorstandes und später Ehrenmitglied des Vereins.

Auch nach ihrem Ausscheiden aus der aktiven Museumsarbeit nahm Gabriele Schumacher stets regen Anteil an der Entwicklung des Hauses, ließ sich bei Besuchen immer wieder aus der aktuellen Arbeit berichten und sparte auch nicht mit kritischen Anmerkungen. „Ein Zeichen dafür, wie stark sie sich immer noch mit dem Haus und dessen Schicksal verbunden fühlte“, heißt es. Erst vor Kurzem zeigte sie augenzwinkernd erneut „Gesicht“ im Museum, als sie sich für die Schau „Wir Beutesachsen, Ihr Beutemärker“ porträtieren ließ und den Kuratoren sehr offen über ihre Kindheit und Jugend in ihrer sächsischen Heimat, aber auch über ihre mehr als 60 Lebensjahre in der Prignitz berichtete.

Am 29. November starb Gabriele Schumacher. Ihre letzte Ruhestätte findet sie in Belgern. „Wir haben mit dem Tod von Frau Schumacher ein langjähriges und sehr geschätztes Vereinsmitglied und eine stets anteilnehmende Begleiterin verloren“, schreiben Katja Rosenbaum und Wolfgang Simon. „Wir bedauern diesen Verlust zutiefst und werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

Von Beate Vogel

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