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Prignitz Trinkwasser ist mit Nitrat belastet
Lokales Prignitz Trinkwasser ist mit Nitrat belastet
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02:15 18.03.2018
Das Grundwasser in der Prignitz wird regelmäßig im Labor kontrolliert – unter anderem auf seinen Nitratgehalt. Quelle: dpa
Stavenow/Schönhagen

An zwei Grundwasser-Messstellen in der Prignitz werden regelmäßig die zulässigen Nitrat-Höchstwerte überschritten: In Stavenow (Gemeinde Karstädt) und Schönhagen (Gemeinde Gumtow). 50 Milligramm Nitrat-Ionen je Liter Wasser sind laut Trinkwasserverordnung zulässig. Alles was darüber hinaus geht, ist ein Fall für das Landesamt für Umwelt. „Die beiden Messstellen werden seit Ende der 1990er Jahre regelmäßig untersucht“, sagt Thomas Frey, der Pressesprecher des Landesamtes für Umwelt.

In Stavenow 1998 noch deutlich höheren Nitratwert gemessen als heute

Es gibt langjährige Kurven, mit denen die Nitratbelastung grafisch dargestellt wird. Dabei verläuft die „Nitrat-Ganglinie“, so der Fachausdruck, an beiden Messstellen geradezu umgekehrt. In Stavenow begannen die Messungen 1998 mit bedenklichen 137 Milligramm je Liter, um zwei Jahre später, im Jahr 2000 auf über 180 Milligramm je Kubikmeter emporzuschießen. Das ist fast das Vierfache des erlaubten Wertes.

Solche hohen Konzentrationen sind in der Folgezeit nie wieder erreicht worden. Dennoch haben die Werte in Stavenow seit Beginn der Aufzeichnungen nur zwei Jahre lang den zulässigen Grenzwert unterschritten. Das war zwischen 2004 und 2006 der Fall. Seinerzeit bewegte sich der Wert zwischen 40 und sogar einmal 37 Milligramm Nitrat je Liter. Doch nach dieser Phase ging es wieder steil nach oben. Derzeit liegt der Nitratwert in Stavenow bei 100 Milligramm je Liter und damit noch immer doppelt so hoch wie zulässig.

2002 ging der Wert in Schönhagen runter

An der Messstelle Schönhagen ist zwar das Resultat ähnlich, doch die Entwicklung und die Dimension des Überschreitens eine andere. Dort lag der Wert zu Beginn der Messungen bei 160 Milligramm je Liter, um im Jahr 2000 auf über 260 Milligramm anzusteigen. Im Jahr 2002 fiel der Wert laut den Daten des Landesamtes für Umwelt auf 140 Milligramm je Liter, stieg aber schon ein Jahr später erneut auf 220 Milligramm an. Gegenwärtig pendelt er um die 100 Milligramm je Liter.

Frage klären, ob es Altlasten sind oder nicht

„Wir kennen die Überschreitungen, können uns aber auch keinen Reim darauf machen“, sagt Christian Stettin, die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz. Sie weiß, dass bei erhöhten Nitratwerten schnell die Landwirtschaft als Verursacherin genannt wird. „Doch das muss gar nicht immer so sein“, sagt die diplomierte Agraringenieurin. „Es könnte sich auch um Altlasten handeln, die sich aus früherer Zeit im Boden befinden.“

Sie begrüßt daher, dass der Ursache der erhöhten Werte wissenschaftlich auf den Grund gegangen werden soll.

2019 sollen Ergebnisse vorliegen

„Im Rahmen eines Projektes, das federführend durch die Abteilung Landwirtschaft im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Entwicklung begleitet wird, sollen mögliche Ursachen für die hohen Nitratkonzentrationen ermittelt werden“, sagt Thomas Frey. Das Projekt wurde vergeben und wird von der Firma LAB aus Teltow bearbeitet. Die Firma hat die Arbeit im November vergangenen Jahres begonnen und soll diese bis März 2019 abgeschlossen haben, informiert der Sprecher weiter. Derzeit würden die Daten erhoben, so dass noch keine Ergebnisse vorlägen. Bis dahin lasse sich auch nichts über mögliche Verursacher sagen. Diese wären für die Einhaltung der Grenzwerte verantwortlich.

Nitrat gilt zwar selbst, wenn Grenzwerte überschritten werden, als völlig ungiftig, allerdings besteht die Gefahr, dass es im menschlichen Körper zu Nitrit umgewandelt wird. Das wiederum kann die als krebserregend geltenden Nitrosamine bilden. Vor zu hohen Nitratgehalten im Trinkwasser sollen vor allem schwangere Frauen und Säuglinge geschützt werden.

Von Andreas König

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