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Tuchfabrik- und Kirchen-Baustelle geöffnet

Pritzwalk Tuchfabrik- und Kirchen-Baustelle geöffnet

Die Stadt und die evangelische Kirche öffneten am Sonnabend in Pritzwalk ihre größten Baustellen für Besucher. Diese konnten die neu entstehenden Museumsräume in der Tuchfabrik und die Sankt-Nikolai-Kirche besichtigen

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Bauamtsleiter Friedhelm Müller (2.v.l.) führte die Besucher beim Tag der offenen Baustelle zur Aussichtsplattform des Turms hinauf.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Die Augen bange gen Himmel gerichtet, das war die typische Kopfbewegung am Sonnabend beim Tag der offenen Baustelle in Pritzwalk. In der Tuchfabrik hatte der Starkregen noch am Freitag die Keller vollaufen lassen, aber dies schränkte den Besucherverkehr nicht nennenswert ein. Zum siebten und wahrscheinlich letzten Mal hatten Besucher Gelegenheit, die neu entstehenden Räume für das Museum zu besichtigen.

Dessen neues Domizil wird, das ließ sich nach einem Spaziergang über das große Areal sagen, größenmäßig in ganz neue Dimensionen vorstoßen. Mit den in der Tuchfabrik entstehenden Räumen bekommt die Einrichtung schlagartig rund 1200 Quadratmeter hinzu. Schon damit sucht es in der Prignitzer Museumslandschaft seinesgleichen.

Das höchste Museum der Region

Doch mit dem als Aussichtsturm konzipierten Zierturm der einstigen Quandtschen Tuchfabrik kann das Museum mit einem weiteren Superlativ aufwarten. „Es wird dann auch das höchste Museum sein“, verkündete Wolfgang Simon stolz. Die Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung, deren Vorsitzender er ist, arbeitet derzeit gemeinsam mit der Stadt und den Mitarbeitern des Museums an dessen inhaltlicher Ausrichtung. Nicht fehlen durfte in diesem Zusammenhang die Ideenbox, in die interessierte Besucher aus Pritzwalk und von außerhalb noch immer Namensvorschläge für die neue Einrichtung werfen können.

Ingo Dreger (l) erklärte den Gästen die Sanierungsarbeiten unter dem Dach der Sankt-Nikolai-Kirche

Ingo Dreger (l.) erklärte den Gästen die Sanierungsarbeiten unter dem Dach der Sankt-Nikolai-Kirche.

Quelle: Andreas König

In Gruppen zu höchstens zehn Personen ging es dann die Stufen zum erwähnten Turm mit Aussichtsplattform empor. „Schätzen Sie mal, wie hoch der Turm ist?“, fragte Bauamtsleiter Friedhelm Müller ein ums andere Mal, spitzbübisch grinsend. „40 Meter“, lautete die wohl am häufigsten gegebene Antwort. Gefühlt ist er wohl so hoch, doch in Wahrheit ist der Turm lediglich 23 Meter hoch. Die Architektur des neu angelegten Treppenhauses lässt die Besucher jedoch tatsächlich annehmen, sie hätten eine größere Höhe bewältigt. In jedem Fall gab es einen Aha-Effekt, als die Besucher ihre Blicke über die Dächer der Stadt schweifen lassen konnten.

Im Jahr 2018 soll das Museum fertig sein

Einen tollen Ausblick genießt man zwar auch aus den in Richtung Dömnitz­insel gelegenen Wohnungen, doch der Turm bietet noch einmal eine andere Qualität. „2018 wollen wir das Museum übergeben“, verkündete Vizebürgermeister Ronald Thiel. Mit den wichtigsten Bauarbeiten wolle man sogar schon Ende dieses Jahres fertig sein.

Vom Hausschwamm befallene Steine thermisch behandelt

Erstmals beteiligte sich auch die evangelische Kirchengemeinde Sankt Nikolai mit ihrem Großvorhaben am Tag der offenen Baustelle. Die Sanierung des Chorumgangs der Sankt-Nikolai-Kirche ist baulich ebenfalls sehr anspruchsvoll. Auch bei diesem Großvorhaben liegen die Arbeiten trotz mancher Widrigkeiten im Zeitplan. „Wir möchten mit den Arbeiten am Dachstuhl vor den ersten Nachtfrösten fertig sein, und das schaffen wir auch“, sagte Planer Ingo Dreger, der die Besucher über die Baustelle führte.

Die vom gemeinen Hausschwamm befallenen Steine seien inzwischen thermisch behandelt worden, so dass sie wieder eingebaut werden können. In der kommenden Woche beginnen umfangreiche Bohrarbeiten, bei denen Metallanker in das Mauerwerk eingebracht werden, um zu verhindern, dass die Dachlast und andere Kräfte das Mauerwerk nach außen drücken. Wegen statischer Probleme waren die Wände bis zum Baubeginn bereits 17 Zentimeter nach außen verschoben worden.

Neben der Gelegenheit, symbolisch Ziegel zu erwerben, um den Bau finanziell zu unterstützen, konnten die Besucher auch eine neue Fotoausstellung besichtigen, die Gemeindemitglied Peter Duchrau maßgeblich gestaltet hat.

Von Andreas König

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