Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Turm an der Feldsteinkirche wird saniert

Kunow Turm an der Feldsteinkirche wird saniert

Seit Ende Mai laufen die letzten Arbeiten an der Feldsteinkirche in Kunow. In diesem Zuge wird der Turm vollständig saniert. Seit mehr als einer Woche fehlt der komplette Dachstuhl. Dieser wird neu gebaut und dabei legt der Turm um 1,4 Meter an Höhe zu. Bei der historischen Höhe von 23,9 Meter endet diese Marke.

Voriger Artikel
Kühe im Gleis: Zugverkehr unterbrochen
Nächster Artikel
Eltern wollen Waldkindergarten gründen

Ein Hauch Geschichte: Sven Hampel mit einem alten mehr als 500 Jahre alten Mauereckstein im Klosterformat.

Quelle: Christamaria Ruch

KUnow. Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung – nach 17 Meter ist Schluss. Über eine Rampe und mit zwei großen Schritten ist die Rüstung am Kirchturm in Kunow erreicht. Dort läuft seit Ende Mai der letzte Bauabschnitt. Die Turmsanierung ist mit 130 000 Euro kalkuliert.

Unter einem Notdach scheint sich der Turm zu ducken. Denn das Gemäuer ragt seit mehr als einer Woche wie ein abgebrochener Stil in den Himmel – das alte Dach ist abgetragen. Die Biberschwänze und das Gebälk „wurden innerhalb von drei Tagen abgebaut“, sagt Sven Hampel vom Gemeindekirchenrat (GKR) Kunow. Übrig bleibt das Mauerwerk aus dem Jahre 1449. Auf der 1,2 Meter dicken Traufkante klafft noch ein unregelmäßig verlaufener Betonsockel. Er gehört zu den Hinterlassenschaften aus Dacharbeiten Ende der 1970er Jahre. ­Damit sieht das Gemäuer bei genauem Hinsehen wie ein geköpftes Ei aus.

Ohne Dach gibt der Feldsteinturm einen Blick in die Geschichte frei, der sonst undenkbar ist. Der Glockenstuhl ist sichtbar und zum Greifen nah. Deutlich ist zu sehen, wie der Zahn der Zeit am Gebälk nagt. Risse ziehen sich durch das mehr als 550 Jahre alte Eichenholz. „Der Balken, an dem der Motor für die Glocke hängt, wird überarbeitet“, sagt Sven Hampel.

Das Gotteshaus in Kunow ist vorübergehend mit Fahrstuhl und Notdach ausgestattet

Das Gotteshaus in Kunow ist vorübergehend mit Fahrstuhl und Notdach ausgestattet.

Quelle: Christamaria Ruch

„Von den Deckenbalken werden vier wieder aufgearbeitet und drei neu eingebaut“, sagt der Perleberger Zimmermeister Fred Klimaschewski auf MAZ-Nachfrage. Er hat langjährige Erfahrungen im Bereich Denkmalpflege. „Wir arbeiten mit traditionellen Zimmermannsmäßigen Verbindungen“, so Klimaschewski. Dabei werden die ursprünglichen Zapfen- und Kammverbindungen eingesetzt.

Durch die Auflage der Schwellen auf dem Betonsockel sind im Laufe der Jahre die Deckenbalkenköpfe verwittert. Das war bei der Projektierung des Bauabschnittes in diesem Umfang nicht absehbar. Der nicht sanierungsfähige Ortgangbalken von der Turmsüdseite wird später auf Vorschlag der Denkmalpflege als Leerbalken im Turm eingebaut.

Das Dach wird um 1,4 Meter an Höhe zulegen

Zunächst tragen die Maurer den Betonsockel von den Feldsteinmauern ab und bringen die Ecken des Kirchturms wieder in Form. Ziegelsteine im Klosterformat sorgen an diesen Stellen für Stabilität und werden teilweise ersetzt. „Es ist noch nicht geklärt, ob ­Ziegel im Kloster- oder Reichsformat verbaut werden“, sagt Bauleiter André Degenhardt vom Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung in Dahlwitz-Hoppegarten.

Nach den Maurern kehren die Zimmerer zurück und errichten den neuen Dachstuhl aus Eiche. Dabei wird das Dach um 1,4 Meter an Höhe zulegen und am Ende 23,9 Meter aufweisen. „Weil das Dach wieder der historischen Fassung angepasst wird, entspricht der Einsatz von Eiche dem typisch denkmalpflegerischen Ansatz“, sagt André Degenhardt.

Zug um Zug arbeiten sich die Handwerker bis Herbst außen und innen am Turm herab. Sie schließen Risse am Mauerwerk, bauen den Unterzug vom Glockenstuhl zurück und sanieren Treppen, Leitern und Schallluken.

Von Christamaria Ruch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg