Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Turm an der Feldsteinkirche wird saniert
Lokales Prignitz Turm an der Feldsteinkirche wird saniert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 09.07.2017
Ein Hauch Geschichte: Sven Hampel mit einem alten mehr als 500 Jahre alten Mauereckstein im Klosterformat. Quelle: Christamaria Ruch
Anzeige
KUnow

Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung – nach 17 Meter ist Schluss. Über eine Rampe und mit zwei großen Schritten ist die Rüstung am Kirchturm in Kunow erreicht. Dort läuft seit Ende Mai der letzte Bauabschnitt. Die Turmsanierung ist mit 130 000 Euro kalkuliert.

Unter einem Notdach scheint sich der Turm zu ducken. Denn das Gemäuer ragt seit mehr als einer Woche wie ein abgebrochener Stil in den Himmel – das alte Dach ist abgetragen. Die Biberschwänze und das Gebälk „wurden innerhalb von drei Tagen abgebaut“, sagt Sven Hampel vom Gemeindekirchenrat (GKR) Kunow. Übrig bleibt das Mauerwerk aus dem Jahre 1449. Auf der 1,2 Meter dicken Traufkante klafft noch ein unregelmäßig verlaufener Betonsockel. Er gehört zu den Hinterlassenschaften aus Dacharbeiten Ende der 1970er Jahre. ­Damit sieht das Gemäuer bei genauem Hinsehen wie ein geköpftes Ei aus.

Ohne Dach gibt der Feldsteinturm einen Blick in die Geschichte frei, der sonst undenkbar ist. Der Glockenstuhl ist sichtbar und zum Greifen nah. Deutlich ist zu sehen, wie der Zahn der Zeit am Gebälk nagt. Risse ziehen sich durch das mehr als 550 Jahre alte Eichenholz. „Der Balken, an dem der Motor für die Glocke hängt, wird überarbeitet“, sagt Sven Hampel.

Das Gotteshaus in Kunow ist vorübergehend mit Fahrstuhl und Notdach ausgestattet. Quelle: Christamaria Ruch

„Von den Deckenbalken werden vier wieder aufgearbeitet und drei neu eingebaut“, sagt der Perleberger Zimmermeister Fred Klimaschewski auf MAZ-Nachfrage. Er hat langjährige Erfahrungen im Bereich Denkmalpflege. „Wir arbeiten mit traditionellen Zimmermannsmäßigen Verbindungen“, so Klimaschewski. Dabei werden die ursprünglichen Zapfen- und Kammverbindungen eingesetzt.

Durch die Auflage der Schwellen auf dem Betonsockel sind im Laufe der Jahre die Deckenbalkenköpfe verwittert. Das war bei der Projektierung des Bauabschnittes in diesem Umfang nicht absehbar. Der nicht sanierungsfähige Ortgangbalken von der Turmsüdseite wird später auf Vorschlag der Denkmalpflege als Leerbalken im Turm eingebaut.

Das Dach wird um 1,4 Meter an Höhe zulegen

Zunächst tragen die Maurer den Betonsockel von den Feldsteinmauern ab und bringen die Ecken des Kirchturms wieder in Form. Ziegelsteine im Klosterformat sorgen an diesen Stellen für Stabilität und werden teilweise ersetzt. „Es ist noch nicht geklärt, ob ­Ziegel im Kloster- oder Reichsformat verbaut werden“, sagt Bauleiter André Degenhardt vom Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung in Dahlwitz-Hoppegarten.

Nach den Maurern kehren die Zimmerer zurück und errichten den neuen Dachstuhl aus Eiche. Dabei wird das Dach um 1,4 Meter an Höhe zulegen und am Ende 23,9 Meter aufweisen. „Weil das Dach wieder der historischen Fassung angepasst wird, entspricht der Einsatz von Eiche dem typisch denkmalpflegerischen Ansatz“, sagt André Degenhardt.

Zug um Zug arbeiten sich die Handwerker bis Herbst außen und innen am Turm herab. Sie schließen Risse am Mauerwerk, bauen den Unterzug vom Glockenstuhl zurück und sanieren Treppen, Leitern und Schallluken.

Von Christamaria Ruch

Heimlicher G20-Protest? Wegen Kühen im Gleis kam es am Donnerstagmorgen zu Einschränkungen im Bahnverkehr auf der Strecke Berlin – Hamburg. Ein ICE-Lokführer sichtete die Tiere bei Dergenthin (Prignitz) und zog gerade noch rechtzeitig die Notbremse.

06.07.2017

223 Kinder aus fünf Prignitzer Grundschulen brachten am Mittwoch die Kapelle der Plattenburg zum Klingen. Unter Leitung der Potsdamer Musikpädagogin Anke Bolz sangen sie eine bunte Mischung aus deutschen und internationalen Liedern, sowie Pop. Am Ende waren alle Teilnehmer so begeistert, dass sie im nächsten Jahr wieder zusammen singen wollen.

08.07.2017

Die Gemeinde Gumtow kann bis zum 31. Juli Stellung zum Regionalplan Windenergie nehmen. Der Ortsbeirat von Schönebeck hat die Pläne, die das Dorf betreffen, bereits abgelehnt.

08.07.2017
Anzeige