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Prignitz Über Grenzen hinweg helfen
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13:38 09.11.2013
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Perleberg

Lutz Dieckmann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Prignitz, sprach von einem einmaligen Treffen. Lediglich Anfang der 1990er Jahre habe es in kleinerem Rahmen eine Länderrunde in Wittenberge gebeten.

Was passiert, wenn auf der Elbbrücke bei Wittenberge ein Langholztranporter einen voll besetzten Bus rammt? Die Vertreter aus Stendal, Lüchow-Dannenberg, Ludwigslust, Ostprignitz-Ruppin, dem Havelland, des Potsdamer Innenministeriums sowie der Regionalleitstelle Nordwest gingen diesen möglichen Ernstfall minutiös durch. Zum Erstaunen aller stellte sich heraus, dass bei mehr als 20Verletzten eine Stunde vergehen würde, bis ein koordinierter Abtransport der Verletzten möglich ist. Der erste Notarzt trifft zwar schon nach wenigen Minuten ein. Doch es dauert, bis ausreichend Rettungskräfte vor Ort sind. Die Rettungwagen aus Seehausen brauchen 15 Minuten, die aus Ludwigslust 38 Minuten, der aus Gorleben benötigt 45 Minuten.

Jeder Patient brauche einen behandelnden Arzt, erklärte Lutz Dieckmann. Die Dringlichkeit der Verletzung müsse festgestellt werden, der Raum für die Behandlung und Versorgung geschaffen werden, die Transportfähigkeit muss hergestellt werden und es muss geklärt werden, welches Krankenhaus welche Patienten aufnehmen kann.

Die Beteiligten gingen die Nachrückestruktur für einen solch schweren Unfall durch. Dabei stellte sich heraus, dass aus Niedersachsen kaum eine große Zahl von Rettungskräften nachalarmiert werden kann. Dort setzt man viel auf ehrenamtliche Sanitäter. In der Prignitz konzentriert sich der Rettungsdienst dagegen auf eine starke erste Welle, wie dessen Werkleiter René Glaeser erklärte, also den Einsatz von Rettungswagen und Feuerwehr. Welche Rettungskräfte können woher herangezogen werden? Das wurde in dem Workshop durchgespielt. René Gläser machte deutlich, kein Landkreis könnten sich selbst bei schweren Unfällen "nackig" machen. Bei einem Herzinfarkt könne man nicht sagen: "Tut uns leid, alle sind im Einsatz."

Erich Schlotthauer, Prignitzer Sachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz, verwies auf die Hilfefristen, die in den vier Ländern zwischen 10 und 15Minuten liegen und damit recht verschieden ausfallen. Die Fristen werden unterschiedlich definiert, einmal vom Eingang des Hilferufs, andernorts beginnen sie mit dem Einsatzanruf des Disponenten in der Leitstelle. Diese Zeiten sind ein diffiziles Thema, da es immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen um die Einhaltung von Hilfsfristen kommt. Mitunter kann ein Prignitzer Rettungswagen eher in Wahrenberg (Sachsen-Anhalt) hinter der Elbgrenze sein, als ein Wagen aus Seehausen. Länderübergreifende Einsätze sind jedoch noch unzureichend geregelt. Das Treffen ist der Beginn einer neuen Form der Zusammenarbeit.

Von Michael Beeskow

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