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Prignitz Und auf einmal ruft Jérôme Boateng an
Lokales Prignitz Und auf einmal ruft Jérôme Boateng an
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15:26 25.10.2016
Fußballnationalspieler Jérôme Boateng. Quelle: dpa
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Pritzwalk

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen nichts ahnend auf dem Sofa, das Telefon klingelt und am anderen Ende ist Jérôme Boateng. Fast genauso passierte es Maike Hasak. Sie ist eine der engagierten Mitstreiterinnen der Hilfsaktion für die schwer erkrankte Sophie Kukuk, die an der seltenen Krankheit PNH leidet. Ein Zwischenschritt fehlt in der Aufzählung, denn jemand vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) war zuerst am Apparat und stellte dann an den Fußballnationalspieler durch. Dem war es offenbar ein Anliegen, persönlich die Aktion zu loben und sich zu entschuldigen, dass er nicht selbst am 8. Oktober dabeisein konnte, als in Pritzwalk eine große Registrierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) anberaumt war. Jérôme Boateng ist entschuldigt, denn jener Samstag war für ihn ein wichtiger Arbeitstag – das WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien in Hamburg stand an.

Sophie Kukuk Quelle: MAZ

Das Schöne daran ist, dass jemand wie Boateng eine solche Hilfsaktion zu würdigen weiß, auch wenn sie in der tiefen Provinz in Szene gesetzt wird. Allein diese Reaktion ist weit mehr, als Viola Gärtner-Goosmann und Cornelia Palak erwartet hatten, als sie die Idee dazu hatten, Boateng zu kontaktieren. „Das hätten wir uns nicht erträumen können“, sagt Gärtner-Goosmann. „Der wäre wohl wirklich gekommen“, war sich ihr Kollege Thomas Schulz sicher. Damit nicht genug: Die Hilfsaktion zog so weite Kreise, dass auch die Frauenfußballerinnen von Turbine Potsdam ihre Unterstützung auf Facebook kundtaten – von sich aus.

2115 Euro nahmen Thomas Schulz, Viola Gärtner-Goosmann und Cornelia Palak (r.) bei der Trikotverlosung für die DKMS ein. Quelle: MAZ

Die Drei arbeiten bei der Firma Glatfelter, und sie hatten von Anfang an eine besondere Beziehung zu der Hilfe für Sophie. Begonnen hatte alles, als der Firma Glatfelter Anfang September der brandenburgische Ausbildungspreis verliehen wurde und die Frage anstand, was man mit dem Preisgeld macht. Da erzählte eine Kollegin, die in Schönhagen wohnt, von Sophie Kukuk, die aus diesem Ort stammt. Diese persönliche Verbindung brachte den Stein ins Rollen. „Wenn nicht da, wo dann sollten wir helfen?“ sagt sie. Viola Gärtner-Goosmann führte auf Vermittlung der Kollegin mit der Mutter der jungen Frau ein beeindruckendes Gespräch. Darauf kam der Impuls: „Wir müssen mehr machen.“ So wie bei vielen anderen, die schließlich im Organisationsteam für Hilfsaktion genauso selbstlos mitmachten. „Alle standen hinter der Sache“, sagt Viola Gärtner-Goosmann, und man merkt ihr wie ihren Kollegen dabei noch die Begeisterung an. Die Angelegenheit wurde für sie zunehmend persönlich, wobei ihnen die Unterstützung aus der Firma gewiss war.

Beim Googeln kam ihnen dann die Idee, sich an Boateng zu wenden und ihn einfach anzuschreiben – der Fußball-Weltmeister ist Schirmherr der DKMS, über die der Brief weitergeleitet wurde. Große Erwartungen hatten die Glatfelter-Frauen nicht, aber auch keine Erfahrungswerte darin, inwieweit sich solche Kontakte zustandebringen lassen.

Tatsächlich dauerte es eine gute Woche, bis es einen netten Antwortbrief vom DFB gab, mit dem Angebot, ein handsigniertes Nationalmannschaftstrikot von Jérôme Boateng der Hilfsaktion zu überlassen. Schließlich gab es besagten Anruf. Während der Hilfsaktion selbst kamen allein bei der Verlosung des Trikots 2115 Euro für die gute Sache zusammen. Wer mitmachte, zahlte fünf Euro pro Los – 421 Menschen taten das. Als stolze neue Besitzerin wurde Madleen Krause ausgelost. Ein schöner Zufall: Sie war einst Mitschülerin von Sophie Kukuk. Über diesen Tag, auf den alle Helfer intensiv hingearbeitet hatten, berichtet das Glatfelter-Team nur Positives. „Es waren nicht nur Pritzwalker da, sondern Leute aus der ganzen Prignitz.“

Das Geld aus der Trikot-Verlosung kommt jetzt wie alle Einnahmen und Spenden der DKMS zugute, die in Pritzwalk die Zahl registrierten spendenwilligen Stammzellenspender fast verdreifachte. Ob der passende Spender für Sophie Kukuk dabei gefunden, ist ungewiss – vielleicht aber wird auch jemand anderem auf diese Weise geholfen. Wichtig ist Thomas Schulz, Viola Gärtner-Goosmann und Cornelia Palak aber, dass es damit nicht getan ist. Sie wollen weiter am Schicksal der Studentin teilhaben und bei Bedarf auch künftig helfen.

Von Bernd Atzenroth

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