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Prignitz Unterschriften für Turnhallenerhalt übergeben
Lokales Prignitz Unterschriften für Turnhallenerhalt übergeben
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00:17 13.03.2017
Peter Boas (l.) und Eberhard Neumann hoffen, dass die Turnhalle bald wieder regelmäßig für den Sport aufgeschlossen werden kann. Quelle: Sandra Bels
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Kunow

Die Turnhalle Kunow soll einen Erdgasheizkessel samt Anschluss bekommen. Ein entsprechendes Kostenangebot dafür liegt der Gemeindeverwaltung Gumtow bereits vor. Geplant ist außerdem, die Fenster des Sozialtraktes zu erneuern sowie die Eingangstür. Finanziert werden soll das Ganze über das Kreisausgleichsbudget.

43 000 Euro wurden für die Arbeiten dieses Jahr in den Haushaltsplan eingestellt. 34 000 Euro sind Förderung. Diesen Vorschlag von Bürgermeister Stefan Freimark nahmen die Gemeindevertreter von Gumtow mit neun Ja- zu sechs Nein-Stimmen bei ihrer jüngsten Sitzung an. Zuvor hatte es wie schon im Hauptausschuss Diskussionen darüber gegeben. Änderungsanträge zur Beschlussvorlage zum Kreisausgleichsbudget lagen vor. Sie wurden letztlich von den Antragstellern zurückgenommen. Beantragt worden war unter anderem, die Turnhalle von der Prioritätenliste für das Kreisausgleichsbudget zu streichen.

Theatergruppe nutzt die Halle

Bereits in der Einwohnerfragestunde wurde das Thema angesprochen. Cornelia Gühlsdorf aus Kunow überreichte dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste von Kunowern, die für den Erhalt der Turnhalle plädieren. Viele Kunower waren außerdem zur Sitzung gekommen. Für sie hatte Gemeindevertreter und Kunows Ortsvorsteher Peter Boas Rederecht zum Tagesordnungspunkt beantragt, was dann auch bewilligt wurde.

Boas teilte mit, dass es im Ort eine Versammlung mit den Einwohnern und Betrieben gegeben hatte, bei der man sich für den Erhalt aussprach. Dann zählte der Ortsvorsteher auf, welche Gruppen und Vereine die Halle künftig nutzen oder es vor haben. So verpflichtet sich die Theatergruppe Kunow neben der zehnmonatigen Nutzung auch zur regelmäßigen Reinigung. Die Kita zieht mit und will einmal pro Woche turnen. Geplant ist laut Boas auch, die Volleyballgruppe des Ortes wieder zu beleben. Zudem möchte der Ortsbeirat die Halle für Feste und Veranstaltungen nutzen.

Senioren denken über die Gründung einer Sportgruppe nach

Die Seniorengruppe der Kirchengemeinde prüft noch, ob sie eine Sportgruppe gründet. Die Feuerwehr Kunow will den Außenbereich nutzen und der Sportverein aus Gumtow soll für regelmäßige Trainingseinheiten in der Halle gewonnen werden. Boas sagte, dass man im Ort über die Bildung einer Tischtennisgruppe nachdenkt, da die Halle zwei Platten hat. Auch für die Pflege des Außenbereichs sei gesorgt. Sie werde privat übernommen, die Technik komme von der Agrargenossenschaft, so Boas. Er ist wie die Einwohner der Gemeinde der Meinung, dass die Sporthalle mit den vorgesehenen Maßnahmen eine Wertsteigerung erfährt. „Ein Abriss ist sicher teurer als der Erhalt der Turnhalle“, so Boas. Auch deshalb, weil die Halle innen noch in einem relativ guten Zustand ist.

Für Gemeindevertreter Ralf Reinhardt sieht planvolles Handeln anders aus. Er hätte sich gewünscht, dass innerhalb des Kreisausgleichsbudgets Maßnahmen beantragt worden wären, die allen Orten der Gemeinde zu Gute kommen. Als Beispiel nannte er unter anderem Perleberg, das seinen Tierpark über das Budget finanziert. Für ­Reinhardt wäre ein solcher Posten in der Gemeinde Gumtow die Finanzierung der Unterhaltungskosten für die Gemeindehäuser. „Das ist die größte Position in unserem Haushalt“, sagte er. Nun sei es so, dass ein Ortsteil etwas bekommt, und andere nicht. „Das könnte Streitdiskussionen fördern“, so Reinhardt.

Peter Boas und sein Vorgänger Eberhard Neumann kämpfen seit Jahren um den Erhalt der Turnhalle. Bisher hatten sie bei der Gemeindeverwaltung und auch bei den Gemeindevertretern mit ihren Wünschen jedoch kein Glück. Die Diskussion über die Turnhalle flammte wieder auf, als die Gemeindevertretung beschloss, die Turnhalle in Vehlow, das baugleiche Modell, zu sanieren. Für die Kunower ist das aber keine Alternative, weil sie zu weit entfernt ist. Sie wollen ihre eigene Sporthalle behalten.

Von Sandra Bels

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