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Prignitz Unterwegs mit Besuchshund Moses
Lokales Prignitz Unterwegs mit Besuchshund Moses
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00:21 20.10.2017
Regina Hey mit Besuchshund Moses. Er trägt auch gern die Zeitung den Treppenaufgang hoch – wie hier die MAZ. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Kuscheln? Klar doch. Spielen? Kein Problem. Gesellschaft leisten? Aber gern. Moses macht das schon. Wer es einfach nur zulässt, dem steht er gern zur Seite – mit all seiner Liebenswürdigkeit, Gelassenheit, Coolness und Streichel­fläche satt. Moses, so heißt der neunjährige Labrador-Retriever von Regina Hey aus Wittstock. Er ist eine stattliche Erscheinung und hat sogar seinen eigenen Dresscode. Wenn er mit seinem Frauchen dienstlich unterwegs ist, trägt er immer sein Arbeitshalstuch. „Ausgebildeter Besuchshund“ steht darauf – und natürlich sein Name, dazu gestickt ein Mensch im Rollstuhl mit einem pfötchengebenden Hund davor. Damit ist Moses’ Arbeitsstelle bestens beschrieben. Denn als Besuchshund tut er genau das. Er bringt Menschen Freude und Abwechslung, indem er einfach nur da ist, sich streicheln, knuddeln und liebkosen lässt. Das klingt einfacher als es ist. Denn Moses stellt sich auf fremde Menschen und ihre Bedürfnisse ein. Mit Kindergruppen, etwa in einer Kita, ist er verspielt. Mit kranken Menschen ist er ruhig und anschmiegsam. Nur eines ist er nie: aggressiv oder gar gefährlich.

Das hat Besitzerin Regina Hey sogar schriftlich. Denn sie legte mit ihrem Moses 2015 eine Prüfung ab, die dem Hund bescheinigt, ein Besuchshund sein zu dürfen. Schon den Eignungstest habe er mit Bravour bestanden. Da sei er unter anderem auf Schreckhaftigkeit und unerwartete Bewegungen oder Geräusche geprüft worden. Doch davon habe er sich nicht beirren lassen. Danach folgte eine mehrmonatige Ausbildung in der Vierbeiner-Academy in Wrechen (Mecklenburg-Vorpommern). Bei wiederholten Praktikumsterminen musste der Hund beweisen, dass er bei Fuß gehen kann, ohne an der Leine zu ziehen, niemanden anspringt, verschiedene Kommandos befolgt und über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügt. Aber auch der Besitzer wird dort gelehrt, die „Sprache des Hundes“ zu verstehen und in jeder Situation richtig zu reagieren. „Es machte uns beiden Spaß. Wir bestanden die Prüfung und erhielten das Zertifikat.“

Erster Einsatz am Nikolaustag

Dass Moses das Zeug zum „Akademiker“ hat, ließ er schon frühzeitig durchblicken. „Sieben Jahre lang besuchte ich mit ihm eine Hundeschule in Wittstock“, sagt Regina Hey. Bei dem wöchentlichen Training ging es um Unterordnung, Gehorsam, Apportieren, Gerätearbeit und Sozialverhalten. „Da war er in seinem Element.“ In jener Zeit wurde die Grundlage für seine spätere Qualifizierung gelegt. Dass es überhaupt zu der Weiterbildung kam, hatte auch mit einer Erkrankung seines Frauchens zu tun. Das verschaffte Regina Hey viel Zeit zum Nachdenken. „Moses sollte eine sinnvolle Beschäftigung bekommen. Irgendwann bin ich dann im Internet auf die Ausbildung zum Besuchshund gestoßen“, erzählt sie. Wenig später habe sie sich von der Wittstocker Hundeschule verabschiedet, um diese neue Richtung einzuschlagen.

Der erste Einsatz mit Moses fand dann am Nikolaustag in der Kita in Flecken Zechlin statt. „Es ist unbeschreiblich, wie viel Freude so ein Hund bringen kann“, erinnert sie sich. Es folgten weitere Besuche in Kitas oder auch bei behinderten Menschen. Jeden Donnerstag ist das eingespielte Duo außerdem beim ambulanten Intensivpflegedienst Pia 24 in der Rheinsberger Straße in Wittstock zu Gast. „Das ist eine schöne Sache. Unsere Kunden freuen sich immer schon darauf, ähnlich wie auf einen Frisörbesuch“, sagt Ivonne Harbach, Geschäftsführerin von Pia 24. Natürlich sei ein Hundebesuch nicht für jeden geeignet. Wer aber früher selbst einmal einen Vierbeiner hatte oder die Nähe zu Tieren mag, dem tue das natürlich gut. „Einmal legte sich Moses ganz nah an die Wange einer kranken Frau, als ihr Tränen in die Augen stiegen. Sie erinnerte sich an ihren früheren Hund. Das berührt mich natürlich auch selbst sehr“, erzählt Regina Hey. Jeweils 45 Minuten dauern die ehrenamtlichen Besuchs-Einsätze, die überall stattfinden können, wo Moses gern gesehen ist. Das Einfühlungsvermögen in immer neue Menschen und Situationen verlange dem Hund aber einiges ab. „Er ist danach immer total müde.“

Moses kann sogar das Handy holen

Wer so viel leistet, braucht auch mal einen Ausgleich. Wenn Moses keine Termine hat oder sein Frauchen nicht gerade mit ihm spazieren geht, liegt er gern in seinem Körbchen bei seinem Stoffhund. Oder er präsentiert noch andere Talente – etwa jemandem auf Kommando die Socken ausziehen; das Handy holen oder auch die Zeitung die Treppe hochtragen. Seinem Stoff-Kumpel sieht er gern mal dabei zu, wie dieser in der Waschmaschine seine Runden dreht – und pflückt ihn sich dann meist gleich selbst aus der Trommel. Bei so viel Abwechslung sind die Akkus schnell wieder aufgeladen – und das Arbeitshalstuch kann kommen.

Beim Treffen des Tierschutzvereins Wittstock und Umgebung am Montag, 4. Dezember, 18 Uhr, ist Regina Hey mit Moses zu Gast.

Von Björn Wagener

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