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Urlaubsparadies direkt vor der Haustür

Ichlim Urlaubsparadies direkt vor der Haustür

Dass Wittstock nicht umsonst als „Tor zur Mecklenburgischen Seenplatte“ bezeichnet wird, beweisen Ausflugsfahrten, wie sie das Seehotel Ichlim ganz am nördlichen Rande der Dossestadt anbietet. Mit Touristenführer Günter Lutz geht es von dort mit dem Boot auf die Müritz. Die MAZ ist mitgefahren und konnte sich davon überzeugen, dass Urlaub auch direkt vor der Haustür möglich ist.

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Günter Lutz hat so manche Geschichte für seine Gäste auf Lager – so wird es die vier Stunden über nicht langweilig.

Quelle: Christian Bark

Ichlim. „Von diesem Steg gelangen wir in die ganze Welt“, begrüßt Günter Lutz seine Fahrgäste an Bord der „Nebel“, die am Anleger des Seehotels Ichlim liegt. Für die ganze Welt oder die sieben Weltmeere reicht die Zeit der 19 Urlauber und Hotelgäste an diesem Tag zwar nicht aus, aber zumindest für eine Fahrt bis auf die große Müritz. Viereinhalb Stunden wird Reiseberater Günther Lutz mit ihnen auf der Mecklenburgischen Seenplatte schippern, die herrliche Natur beobachten und so manche Anekdote aus der Mottenkiste kramen.

Entlang der Route trifft man zahlreiche Wassersportler

Entlang der Route trifft man zahlreiche Wassersportler.

Quelle: Christian Bark

„Die Nebel“ ist übrigens nach dem Nebelsee, an dem das Seehotel gebaut ist, benannt. Sie ist über 20 Jahre alt, wurde seinerzeit auf der Werft in Rechlin gebaut und ist mit so manchen Finessen ausgestattet. Zum Beispiel stammt das Steuerrad aus einem Trabant und auch der Unterboden des Bootes erinnert an das Kultauto. „Er wurde aus Duroplast gefertigt, genau wie die Trabis auch“, informiert Lutz. Wer in die große weite Welt oder zumindest zur Müritz-Elde-Wasserstraße gelangen möchte, muss aber zunächst die enge Passage zum Thürensee passieren – dort ist das Wasser an dem Tag nur einen knappen Meter tief, wie Günter Lutz schätzt. Ist das Wasser zu flach, wie im Sommer, kann das Boot auf dem Grund schleifen. „Ich habe auch schon Leute aussteigen lassen, damit wir es durch schaffen“, erzählt Lutz seinen Gästen. Ist das Wasser wie meist im Herbst jedoch zu hoch, hat man Schwierigkeiten unter der nur 2,30 Meter hohen Brücke durchzugelangen.

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Etwa 30 Kilometer und unzählige Hektoliter Wasser legt das Ausflugsboot „Nebel“ während der Müritztour mit Günter Lutz zurück. Vorbei an Brücken, Bootshäusern und Naturschauspielen. Schneller als 9 km/h darf man auf dem See als Freizeitkapitän nicht fahren, sonst kann man geblitzt werden.

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Diesmal muss aber keiner aussteigen, die Fahrt geht weiter, entlang von mit Urwald bewachsenen Ufern und malerisch anmutenden Wasserpflanzen. „Wir nähern uns den Mecklenburgischen Everglades“, spielt Lutz auf das Naturparadies und Landschaftsschutzgebiet an. Über den Thürensee geht es zur kleinen Müritz, sie ist schon Teil der Wasserstraße. Immer kommen der „Nebel“ Kanus, Motorboote oder Flöße entgegen. Einige sogar mit Wohnwagen darauf. „schwimmende Holländer“ nennt sie Lutz scherzhaft.

Anhand der Seekarte können Fahrgäste nachvollziehen, wo sie gerade schippern

Anhand der Seekarte können Fahrgäste nachvollziehen, wo sie gerade schippern.

Quelle: Christian Bark

Entspannt verfolgen auch Andrea Giese und ihr Mann Roy Papst die Tour. Das Paar aus Gotha macht mit ihren beiden Söhnen eine Woche lang Ferien im Seehotel. „Die Müritztour ist im Preis mit inbegriffen“, sagen sie. Im vergangenen Jahr seinen sie schon im mecklenburgischen Linstow gewesen. „Wir sind leidenschaftliche Radler“, sagt Papst und nimmt derweil mögliche Fahrradrouten entlang der Seen in Augenschein. Vielleicht will die Familie auch mal einen tag nach Wittstock fahren. „Da waren wir noch nie“, berichten sie. Wie die junge Familie machen auch die anderen Fahrgäste Ferien im Seehotel. Zum Beispiel Friedrich Stanka aus Berlin. Günter Lutz habe ihn, seine Frau und zwei Freunde vor einigen Tagen aus der Hauptstadt abgeholt und nach Ichlim gebracht.

Tour steht für Einheimische und Touristen offen

„Shuttleservice nennt sich das“, erklärt Lutz, der seit vier Jahren für Hoteldirektor Verlando Konschak auch die Müritztouren übernimmt. „Ab und an fahre ich auch selbst, aber dazu habe ich kaum Zeit“, sagt Konschak später im MAZ-Gespräch. Er sei froh, mit Günter Lutz einen erfahrenen Touristen- und Bootsführer an der Seite zu haben. Freilich nicht nur für seine Hotelgäste. „Seit jeher bieten wir die Touren auch den Wittstockern an“, betont Konschak. Am Wochenende werde zum Beispiel der Dorfclub Dranse hinaus geschippert.

Von Ichlim bis Rechlin

Seit vier Jahren tourt Reiseberater Günter Lutz für das Seehotel Ichlim über die Müritz. Das Hotel hat die Fahrten seit 1997 für Gäste und Einheimische im Programm.


Etwa 30 Kilometer
lang ist die Route von Ichlim nach Rechlin. Die Tour dauert über vier Stunden, da nur 9 km/h gefahren werden darf.

19 Fahrgäste haben Platz in der „Nebel“. Die Tour kostet zehn Euro für Erwachsene und fünf für Kinder. Das Boot kann auch von Gruppen gechartet werden. Buchungen unter Tel. 039827/30264.

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hier.

Dass es solche Angebote am Rande der Stadt Wittstock gibt, lobt auch Jürgen Paul, Vorsitzender des Tourismusvereins Wittstock Land, dem auch Konschak und Lutz angehören. „Wittstock wird nicht umsonst als das Tor zur Mecklenburgischen Seenplatte bezeichnet“, erklärt Paul. darum sei es umso wichtiger, auch künftig mit den Mecklenburger Gastronomen gut zu kooperieren und die Region als „Ganzes“ touristisch zu entwickeln.

Bei Günter Zillmann in Vipperow gibt es Frischfisch

Bei Günter Zillmann in Vipperow gibt es Frischfisch.

Quelle: Christian Bark

Die mecklenburgisch-brandenburgische Gemeinschaftsgeschichte beginnt schon bei Verlando Konschak, der in Sewekow wohnt und im mecklenburgischen Ichlim arbeitet. Auch Müritzfischer Günter Zillmann vom Fischerhof in Vipperow gehört zu Konschaks Partnern. Er beliefert das Hotel nicht nur mit Fisch, er ist auch Anlaufpunkt der Müritztour mit Günter Lutz. Nachdem die „Nebel“ über die kleine auf die große Müritz und durch die Yachtmarina bei Rechlin gefahren ist, gibt es Mittag in Vipperow. Räuchermatjesbrötchen, Seehechtfilet und jede Menge anderer Fischgerichte lassen sich die Fahrgäste dort schmecken. Satt und zufrieden geht es zurück nach Ichlim. Dabei beobachten Lutz und die Touristen noch Fischadler, Graureiher und mal wieder einem „schwimmenden Holländer“.

Von Christian Bark

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