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Urteil: 16-Jähriger muss gemeinnützig arbeiten

Prozess wegen Kindesmissbrauchs Urteil: 16-Jähriger muss gemeinnützig arbeiten

Der Prozess gegen einen 16-jährigen afghanischen Asylbewerber am Amtsgericht Perleberg ist am Dienstag mit einer Verwarnung und einer Arbeitsauflage zu Ende gegangen. Der Jugendliche war angeklagt, zwei Jungen sexuell missbraucht zu haben.

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Polizei zeigte vor dem Amtsgericht in Perleberg Präsenz.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg/Glöwen. Mit einer Verwarnung und einer Arbeitsauflage ist der Prozess gegen einen 16-jährigen afghanischen Asylbewerber am Perleberger Amtsgericht zu Ende gegangen. Der Jugendliche war angeklagt, zwischen dem 20. und 22. Januar dieses Jahres zwei Jungen (neun und elf Jahre) sexuell missbraucht zu haben. „Der Verdacht der sexuellen Nötigung hat sich in der Verhandlung nicht bestätigt“, sagte Frank Jüttner, Direktor des Amtsgerichts Perleberg und Pressesprecher nach dem Ende der nichtöffentlich geführten Verhandlung in Perleberg. Es sei im Tatverlauf keinerlei Gewalt angewandt worden.

„Die Missbrauchshandlungen waren zwar Tatbestandteil, sind aber eher im unterschwelligen Bereich anzusiedeln“, sagte Frank Jüttner. Genauer wollte er mit Rücksicht auf das Jugendstrafrecht einerseits und die Interessen der Kinder andererseits darauf nicht eingehen. Nur so viel: „Das Spektrum reicht bei diesem Delikt von harter sexueller Gewalt bis hin zu Berührungen“, erklärte der Richter. Im vorliegenden Fall sei allerdings, wie festgestellt, keine Gewalt angewandt worden.

Aussagen der Kinder auf Video aufgezeichnet

Die beiden Kinder hätten ihre Aussagen im Vorfeld bei Gericht gemacht, was auf Video aufgezeichnet wurde. In der Verhandlung wurden die Videoaussagen vorgespielt, so dass den Kindern eine Aussage während der Verhandlung und damit eine mögliche Konfrontation mit dem Angeklagten erspart blieb, berichtete Frank Jüttner.

Mit dem Urteil folgte die Richterin dem Antrag der Staatsanwaltschaft. „Verwarnung bedeutet, dass dem Angeklagten die Strafwürdigkeit seiner Handlungen vor Augen geführt wurde und er vor allem von Straftaten jeglicher Art Abstand nehmen soll. Als Vorstrafe gelte die Verwarnung schon deshalb nicht, weil das Jugendstrafrecht keine Vorstrafen kenne. Ob sich das Urteil auf das Asylverfahren des Afghanen auswirkt, wusste Frank Jüttner nicht zu sagen. „Ich gehe allerdings davon aus, dass die Ausländerbehörde den Sachverhalt prüft und in ihre Beurteilung des Antrags einbezieht.“ Über die Art der Arbeitsauflage entscheidet die Jugendgerichtshilfe.

Erhöhte Polizeipräsenz vor dem Amtsgericht in Perleberg

Das Verfahren war von erhöhter Polizeipräsenz begleitet. Die NPD Neuruppin hatte in einem sozialen Netzwerk angekündigt, den Prozess beobachten zu wollen, was jedoch wegen der Nichtöffentlichkeit nicht möglich war. „Etwa 15 interessierte Personen kamen ins Gericht“, sagte Frank Jüttner. In Glöwen hat es laut Aussage der rechtsextremen Partei eine Flugblattaktion gegeben. Bereits im Vorfeld hatten Rechtsextreme zu Kundgebungen in Glöwen aufgerufen, denen die demokratischen Parteien und Organisationen mit Gegendemonstrationen begegneten.

Von Andreas König

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