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VW-Kunden und Händler bleiben entspannt

Pritzwalker und Neuruppiner fahren erst mal weiter VW-Kunden und Händler bleiben entspannt

Die Manipulationen an VW-Dieselmotoren sorgen zumindest in Pritzwalk und Neuruppin offenbar nicht für große Aufregung. In den Autohäusern der Marke habe es so gut wie keine Nachfrage von verunsicherten Kunden gegeben. Das jedenfalls sagen die Händler Frank Streese aus Pritzwalk und Andreas Heidrich aus Neuruppin.

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In Autowerkstätten werden viele Daten per Laptop ausgelesen. Das gehört auch zu dem Aufgaben von Kfz-Mechatroniker Tobias Blumenthal im Pritzwalker Autohaus Streese. Quelle: Beate Vogel

Pritzwalk/Neuruppin. Gerade geistern wieder Neuigkeiten zum VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte durch die Medien: Diesmal gibt es Unregelmäßigkeiten bei der Software in Drei-Liter-Dieselmotoren der VW-Tochter Audi. Was all die nun aufgedeckten Unstimmigkeiten für die Fahrzeugbesitzer von VW-, Audi- und Skodamodellen konkret bedeutet, steht erst einmal in den Sternen. Die meisten Kunden nehmen’s aber offenbar gelassen.

Vom Internetportal des Konzerns ist der Skandal auf den ersten Blick verschwunden. Erst, wer sich über den News-Button unter „Volkswagen Aktuell“ oder auf „Aktuelle Kundeninformationen“ klickt, findet entsprechende Nachrichten. Über letzteren Bereich lässt sich auch feststellen, ob das eigene Fahrzeug von den Unregelmäßigkeiten betroffen ist. Dazu kann der Fahrzeughalter einfach die Fahrzeug-Identifizierungsnummer eingeben und erhält sofort eine Antwort. Auf den Internetseiten der VW-Töchter Audi und Skoda wird dieses Informationssystem ebenfalls angeboten.

Frank Streese, der in Pritzwalk ein großes Autohaus für VW und die Töchter Audi und Skoda betreibt, hat den Eindruck, dass viele Kunden der Skandal nur wenig interessiert. Die meisten Leute wollen ein funktionierendes Auto und ihre Werkstatt vor Ort haben, glaubt er. „Anrufe hatten wir deswegen jedenfalls bisher nicht“, sagt auch seine Frau Angelika. Höchstens bei Inspektionen gebe es Nachfragen: „Und dann sehen wir ja, ob der Kunde betroffen ist.“ Wer eines der betroffenen Modelle fährt, bekomme vom VW-Konzern in den nächsten Wochen und Monaten ein Schreiben, worin dieser auch die Kostenübernahme für nötige Änderungen am Fahrzeug zusichert.

Auch dem Händler habe VW eine Bestätigung gegeben, dass das Unternehmen alle Kosten erstattet, die aus den Manipulationen entstehen. „Für uns ist die Situation genauso unangenehm wie für den Kunden, wir müssen sie nun zusammen mit dem Hersteller ausbaden“, sagt der Pritzwalker Autohändler.

Dass die Nachfrage zurückgeht, kann Frank Streese so nicht bestätigen: Gerade habe er einen Passat verkauft. „Die jungen Leute haben gesagt, sie wissen um die Sache, und haben von VW ein Schreiben mitbekommen.“ Der Kunde habe ja die Möglichkeit, ins Netz zu gehen und sich über sein Fahrzeug zu informieren.

Bezüglich der gefälschten Abgaswerte glaubt Frank Streese, dass künftig die Tests für die Fahrzeuge auf realistische Bedingungen umgestellt werden. „Die Politik ist mit schuld, weil sie die Tests so zugelassen hat“, ist der Pritz­walker Händler überzeugt. „Früher haben wir einen Messfühler in den Auspuff gesteckt, heute misst ein Messstecker die Werte über die Software des Wagens.“ Jedenfalls bedanke er sich bei den Kunden, dass sie so ruhig und entspannt mit der Situation umgehen.

Andreas Heidrich, Geschäftsführer des Autohauses Füllgraf in Neuruppin, das auch ein Geschäft in Kyritz hat, hat bisher noch keine aufgeregten Kundenanrufe bekommen: „Vereinzelt haben Kunden angefragt, meistens dann, wenn sie gerade einen Service­termin hatten.“ Die meisten Fahrzeugbesitzer hätten sich laut Heidrich selbst informiert, übers Internet oder andere Medien. „Und wir sind ja nur das ausführende Organ.“ Im Prinzip sei der aktuelle Stand bei den Händlern und Werkstätten der gleiche wie der auf der VW-Internetseite: „Nämlich, dass im Januar die Kunden informiert werden.“ Dass die Nachfrage zurückgegangen sei, könne Andreas Heidrich so nicht bestätigen: „Jedenfalls nicht in dem Maße, wie man es erwartet hätte.“ Bestenfalls eine abwartende Haltung sei bei der Kundschaft zu beobachten, „um zu sehen, ob es besondere Angebote gibt.“

Als Großkunde ist auch die Polizei Brandenburg vom VW-Skandal betroffen. Immerhin sind von den insgesamt 221 Dienstwagen der Polizeidirektion Nord 120 aus dem Hause Volkswagen, informiert Pressesprecher Thoralf Reinhardt. „Insofern besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass wir von den Manipulationen betroffen sind“, sagt er. Bisher habe sich aber weder der Zentraldienstleister der Polizei, der die Fahrzeuge beschafft, noch eine der örtlichen Werkstätten, in denen die Fahrzeuge gewartet werden, an die Neuruppiner Direktion gewandt. „Das heißt für uns, wir warten wie viele andere VW-Nutzer ab und bis dahin nutzen wir die Fahrzeuge wie bisher.“

Von Beate Vogel

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