Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Väterchen Frost kann kommen

Prignitz/Ruppin Väterchen Frost kann kommen

Die sinkenden Temperaturen rufen die Winterdienste der Kommunen sowie des Landes auf den Plan. Straßenmeisterein und kommunale Bauhöfe sind seit Oktober aber bestens auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Tausende Tonnen Streusalz und -sand lagern bereits in den Hallen, Saisonkräfte verstärken die Teams. Erste Streueinsätze gab es bereits in dieser Woche

Wittstock 53.2045159 12.5538862
Google Map of 53.2045159,12.5538862
Wittstock Mehr Infos
Nächster Artikel
Start in die Kniepersaison

Marcel Mohri (l.) aus Wulfersdorf arbeite seit Oktober bei der Autobahnmeisterei Wittstock. In dieser Woche fährt er seinen ersten Streueinsatz.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Diese Nacht steht sein allererster Einsatz mit dem Streufahrzeug für die Autobahnmeisterei Wittstock bevor – etwas ungewohnt für den Wulfersdorfer Marcel Mohri, saß er doch bis vor wenigen Wochen noch am Bock seines Mähdreschers. „Die Technik im Streufahrzeug ist übersichtlicher“, stellt der 30-Jährige, der schon langjährige Erfahrungen im Führen tonnenschwerer Fahrzeuge hat, fest. Trotzdem laufe auch in dem mit sechseinhalb Tonnen Streusalzlösung beladenen Laster alles hoch modern ab. Zum Beispiel zähle ein Spezialgerät genau, wie viel Salz auf der Fahrbahn lande.

Mit diesem Steuerelement bedient Marcel Mohri den Streuer

Mit diesem Steuerelement bedient Marcel Mohri den Streuer. Das Gerät zählt genau mit, wie viel Salz auf der Straße landet.

Quelle: Christian Bark

Marcel Mohri ist einer von derzeit sieben Saisonmitarbeitern, die seit Mitte Oktober ihren Dienst bei der Wittstocker Autobahnmeisterei tun. Gemeinsam mit 23 festangestellten Straßenwärtern halten sie den im Zwei-Schichtsystem arbeitenden Fuhrpark von insgesamt acht Streu- und Räumfahrzeugen zwischen Oktober und April am Laufen. 200 Kilometer Hin- und Rückstrecke betreut die Autobahnmeisterei zwischen den Abfahrten Neuruppin-Süd und Suckow auf der A 24 sowie zwischen Wittstock und Belower Wald auf der A 19. Zehn Kilometer Schneezaun haben Mohri und seine Kollegen in den vergangenen Tagen schon verlegt.

Meisterei ist auf strengen Winter vorbereitet

In der Nacht vom 7. zum 8. November folgte dann der erste Streueinsatz für sein Team, wie Meistereichef Uwe Conrad berichtet. „Das war zwischen Putlitz und Suckow“, informiert er. Wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt, kann Conrad auf den Monitoren in seinem Büro verfolgen. Die Programme werden aus Daten des Deutschen Wetterdienstes und eigener Messwerte des Landesbetriebs Straßenwesen gespeist. Zwar hält Conrad nicht viel von aktuell kursierenden Gerüchten, dass der bevorstehende Winter wieder besonders hart werden soll, trotzdem sagt er: „Wir sind auf strengere Winter vorbereitet.“

Streugutbehälter werden besonders an Gefahrenschwerpunkten aufgestellt

Streugutbehälter werden besonders an Gefahrenschwerpunkten aufgestellt.

Quelle: Christian Bark

Das ist auch die Straßenmeisterei Neuruppin, wie deren Leiter Dieter Blanck versichert. Seit Anfang der Woche sei auch sein Betrieb im Streueinsatz. Dem waren Kontrollfahrten auf den gut 120 Kilometer langen Streckenabschnitten, die Blanck und sein zwölfköpfiges Team in den Grenzen des Altkreises Neuruppin zu betreuen haben. Zwei Laster und drei flexibel einsetzbare sogenannte Unimogs stehen der Meisterei für Streu- und Räumeinsätze, die ebenfalls nach Bedarf im Zwei-Schichten-System gefahren werden, zur Verfügung. In diesem Jahr durfte sich der Betrieb sogar über ein neues Fahrzeug freuen, wie Blanck berichtet. „Wir haben einen neuen Unimog“, sagt er. Der sei leistungsfähiger und könne eine größere Streureichweite erzielen.

Tausende Tonnen Sand und Salz vorrätig

Allein 2000 Tonnen Streusalz hat die Autobahnmeisterei Wittstock vorrätig. 800 Tonnen sind es bei der Straßenmeisterei Neuruppin.

20 Tonnen Streusalz sind in Big Bags und einem Silo beim Bauhof Kyritz untergebracht. 50 Tonnen Sand lagern dort in einer Scheune. Der Bauhof Wittstock kann auf 120 Tonnen Streusalz und 30 Tonnen Sand zurückgreifen. Ganze 1000 Tonnen Sand hortet der Bauhof Neuruppin, neben 300 Tonnen Streusalz.

Ausgewogener ist das Verhältnis zwischen Sand und Salz in Pritzwalk. Dort lagern jeweils 300 Tonnen.

Zu keinem Wintereinsatz mussten bisher Bauhofmitarbeiter in Kyritz und Pritzwalk ausrücken. Dort stehen vier beziehungsweise acht Räum- und Streufahrzeuge zur Verfügung.

Ihren ersten Streueinsatz hatten die 19 Winterdienstler des Bauhofs Neuruppin ebenfalls in dieser Woche. „In der Nacht zum Mittwoch haben wir bereits auf Brücken gestreut“, sagt Werkleiterin Simone Deter. Neben den kommunalen Straßen ist der Bauhof auch für den Winterdienst auf Plätzen und vor öffentlichen Gebäuden zuständig. Rund 200 Kilometer Straße, 26 Kilometer Geh-und Radwege sowie 120 Einzelobjekte gehören in seinen Aufgabenbereich. „Leider wird unsere Arbeit manchmal nicht besonders gewürdigt“, bedauert Deter. Erstens, weil Geleistetes gerade bei Schneefall schnell vergänglich sei und zweitens weil einige Leute er warten würden, dass der Winterdienst ständig überall vor Ort sein könnte.

Die Mitarbeiter des Bauhofs Wittstock sind aktuell auch noch mit Laubräum- und Baumfällarbeiten beschäftigt

Die Mitarbeiter des Bauhofs Wittstock sind aktuell auch noch mit Laubräum- und Baumfällarbeiten beschäftigt.

Quelle: Christian Bark

Wenn er dann aber vor Ort räumt oder streut, geht er einigen Anwohnern wieder auf die Nerven, wie der Vorarbeiter des Bauhofs Wittstock, Thomas Bau, berichtet. Besonders in den frühen Morgenstunden beklagten sich Anwohner über die Geräusche der kleinen Traktoren oder Multicars, die ihren Innenhof vom Schnee befreien. Die erste Schicht der Winterdienstler dauert Bauhofchef Hans-Joachim Mantey zufolge von 3.15 bis 14 Uhr, die zweite beginne parallel gegen 12 und ende um 20 Uhr. So gewährleistet der kommunale Betrieb die in der städtischen Satzung festgeschriebene Verkehrsbereitschaft zwischen 6 und 20 Uhr.

Doch die Bauhofmitarbeiter sind, wie Thomas Bau erklärt, nicht ausschließlich mit den vier Multicars, drei Traktoren und dem einen Unimog unterwegs. Eine Streckenkontrolle werde im Mannschaftswagen abgefahren. „Zudem arbeiten wir viel händisch“, betont Bau. Zum Räumen und Sandstreuen komme oft die Schaufel zum Einsatz. Den Sandnachschub können die Winterdienstler notfalls aus zwölf Streugutbehältern generieren, die im Stadtgebiet verteilt sind. „Meist an Gefahrenschwerpunkten“, erklärt Mantey. Zum Beispiel an Kreisverkehren, wo es ein leichtes Gefälle längs der Fahrbahn gebe. Doch bevor der Winterdienst bei Minusgraden und Schneegestöber richtig losgehen kann, müssen sich die Bauhofmitarbeiter noch um die Hinterlassenschaften des Herbstes kümmern. „Wir sind gerade noch mit Laubräum- und Baumfällarbeiten beschäftigt“, sagt Bauhofchef Hans-Joachim Mantey.

Von Christian Bark

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg