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Prignitz Vater will Klassenwechsel einklagen
Lokales Prignitz Vater will Klassenwechsel einklagen
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00:18 10.03.2017
Der Schulstreit spitzt sich zu. Quelle: Beate Vogel
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Meyenburg

Der MAZ-Beitrag über die Auseinandersetzung zwischen einem Vater und der Grundschule Meyenburg fand ein lebhaftes Echo und wurde in den sozialen Medien ausgiebig diskutiert. Dabei verteidigte die große Mehrheit der Diskutanten die Grundschule Meyenburg gegen den Vorwurf des Vaters, nach einem Gewaltvorfall nichts oder nicht genug getan zu haben, um dem Opfer zu helfen und den Täter zu bestrafen, und damit auch noch einen weiteren Gewaltausbruch provoziert zu haben.

Der erste Fall ist bestätigt, beim zweiten steht immer noch Aussage gegen Aussage. Der siebenjährige Sohn von R. fehlte seitdem in der Schule und war nach Angaben von R. wegen einer Kopfverletzung zwei Monate lang krankgeschrieben. Mittlerweile könnte der Junge wieder zurückkommen, wenn eine aus Sicht seiner Eltern befriedigende Lösung für seinen weiteren Schulbesuch gefunden wird.

Ausgangspunkt war ein Leserbrief

Viele Meyenburger halten die Einlassungen von R. aber offenbar für weniger glaubwürdig als die der Schulleitung. Auch in Gesprächen der MAZ mit Eltern war wie auf Facebook die vorherrschende Meinung, dass der Schule und der Schulleitung in dem Fall Unrecht getan wird. Die Wellen schlugen besonders hoch, nachdem der Fall auch in der Bild am Sonntag thematisiert worden war. Allerdings betont R., dass er gar nicht die überregionale Presse eingeschaltet habe, sondern dass diese umgekehrt zu ihm gekommen sei.

Ausgangspunkt dafür war ein Leserbrief von R. in der MAZ, in dem er den Vorgang aus seiner Sicht geschildert hatte. Danach habe sich Bild am Sonntag bei ihm gemeldet. Auch dafür, dass sich der Kreistag mit der Angelegenheit befasst hatte, war der Leserbrief der Anlass. R. war zunächst vom CDU-Kreistagsmitglied Ulrich Kieback auf die Angelegenheit angesprochen, bevor dann auch Thomas Schlaffke (AfD) sich bei ihm gemeldet und im Anschluss die Anfrage an den Kreistag formuliert habe.

Schulgesetz sieht Klassenwechsel durchs vor

Nun setzen R. und seine Frau alles daran, dass ihr Sohn die Klasse wechseln kann, um dem achtjährigen Mitschüler, der zumindest im ersten Fall als Täter feststeht, aus dem Wege gehen zu können. Doch das hat die Schule mittlerweile mehrfach abgelehnt – und wird dies laut Schulleiterin Margit Strüfing auch endgültig tun. Nach der nunmehr dritten Ablehnung beschreitet R. nun aber den Rechtsweg und will den Klassenwechsel zivilrechtlich einklagen. R. hat seine Anwältin auch beauftragt, einen Klassenwechsel des anderen Kindes als Alternative anzustreben – er beruft sich dabei auf das brandenburgische Schulgesetz, das eine solche Möglichkeit durchaus vorsehe.

Obwohl die Schulleitung im Gegensatz zu R. überzeugt ist, in der Angelegenheit genug getan zu haben, reagiert die Schule nun und wird in den Klassenstufen 1 bis 3 Klassenräte einführen, wie Margit Strüfing gegenüber der MAZ erklärte. In solchen Klassenräten lernen die Schüler, eigenverantwortlich und demokratisch zu handeln und sich selbst ein Regelwerk zu geben – das soll Mobbing und Gewalt im Klassenverband entgegenwirken. Die Methode wurde von den Mitarbeiterinnen der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Brandenburg vorgeschlagen, die in der Angelegenheit von der Schulleitung eingeschaltet wurde. Das wenigstens ist auch ganz im Sinne von R., der sich für ein Anti-Mobbing-System an allen Prignitzer Schulen einsetzen will.

Von Bernd Atzenroth

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