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Vehlowerin stand sechs Mal vor der Kamera

Karrierestart im Filmgeschäft Vehlowerin stand sechs Mal vor der Kamera

Emilia Bernsdorf aus Vehlow ist gerade mal 18 Jahre alt und hat in diesem Jahr bereits fünf Filme gedreht. Am Sonntag ist die Prignitzerin erstmals im Fernsehen zu sehen: Zur Hauptsendezeit um 20.15 Uhr stellt sie im ZDF die Enkelin eines eigenbrötlerischen, pensionierten Richters in „Liebe deinen Nächsten“ der Inga-Lindström-Serie dar.

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Emilia Bernsdorf : „Ich bin 18 Jahre alt, aber sehe aus wie 14.“

Quelle: Ingolf seidel

Vehlow. Koketterie ist es nicht, wenn Emilia Bernsdorf mit voller Überzeugung sagt: „Ich bin siebzehneinhalb.“ Die Vehlowerin ist zwar seit August 18 Jahre alt. Aber 17 – das sei ein tolles Alter gewesen. Schließlich fällt mit wenigen Ausnahmen auch der Beginn ihrer Schauspielkarriere in diese Zeit. Und: „Alle möglichen Musiker singen immer über 17-Jährige.“

Dabei hat sie eigentlich im Verlauf dieses Jahres vor allem eines getan: Sie hat gearbeitet. Für gleich sechs Fernsehproduktionen stand sie vor der Kamera, darunter für eine Folge der ZDF-Krimireihe „Unter anderen Umständen“, für eine Folge beim ARD-Flagschiff „Tatort“ mit Heike Makatsch in Freiburg, beim Film „Ich bin dann mal Offline“ und in „Solo für Weiss“. Mal mit drei Drehtagen, mal mit sechs: In den meisten Fällen keine ganz kleinen Rollen. Zu sehen war davon bislang noch nichts im Fernsehen. Insofern können es Zuschauer durchaus als Premiere betrachten, wenn Emilia am Sonntag um 20.15 Uhr in der neusten Ausgabe von Inga Lindström „Liebe deinen Nächsten“ im ZDF zu sehen ist.

Im Film hat Yogalehrerin Esther Carlson ihre liebe Not mit ihrem pedantischen Nachbarn, dem pensionierten Richter, Eigenbrötler und Bücherwurm Marvin Blom. Der fühlt sich von seiner Nachbarin gestört und revanchiert sich mit Rasenmäher-Einsätzen. Dann taucht auch noch seine Tochter Julia mit Enkelin Nina (Emilia Bernsdorf) auf, um eine Weile zu bleiben. Vater, Tochter und Enkelin sind sich fremd. Als Julia ins Krankenhaus kommt, muss Marvin sich allerdings allein um seine Enkeltochter kümmern. Konflikte sind programmiert, zumal sich Nina gut mit Nachbarin Esther versteht. Ingolf Seidel charakterisiert die Rolle seiner Tochter im Film: „Sie spielt das, was sie auch sonst immer tut: Sie kümmert sich um alles.“

Eigentlich aber ist Emilias Kamerakarriere schon wesentlich älter. Als Komparsin hatte die Tochter des Vehlower Fotografen und Kameramanns Ingolfs Seidel schon vor vielen Jahren ihr Filmdebüt. Damals wurden Statisten für den mehrfach Oskar-nominierten Film „Der ewige Gärtner“ gesucht. „Emma“ war gerade mal sieben Jahre alt, ihr Bruder Emil fünf, da wurden sie beide von der Produktion als Statisten akzeptiert und hatten im Film einen kurzen Auftritt. In der Wiederauflage von „In 80 Tagen um die Welt“ mit Jackie Chan dagegen hatte es nicht geklappt mit der Statistenrolle: „Ich hab mich beim Casting einfach nicht genug vor ihm erschreckt“, sagt sie lachend.

Dass sie Schauspielerin werden wollte, das stand für sie schon lange fest. Als sie ihrem Vater von ihren Plänen erzählte, ermunterte er sie: „Dann such dir eine Agentur." Die Filmagentur „CDreikauss“ in Hamburg hat sich unter anderem der Nachwuchsförderung verschrieben und bot Workshops für junge Leute in Hamburg an, bei dem Emilia mitmachte. Der Start fiel denkbar unspektakulär aus: „Ok, du bist jetzt drin“ hieß es nur, erinnert sich Emilia – seither hat sie eine Agentin.

Gleich beim ersten Casting wurde sie engagiert: Für den Bernd-Böhlich-Film „Der Feind in meinem Leben“ bekam sie den Zuschlag und spielte die Laura. Zudem hatte sie einen Auftritt in einem Werbefilm. Das war 2013. Die nächsten zwei Jahre wurden für die junge Frau zum Geduldsspiel: „Wenn ich damals beim Casting reinkam und da saßen nur Dunkelhaarige, konnte ich mir schon ausrechnen, dass es nicht klappen würde. Es ist nicht immer eine Talentfrage, sondern mitunter auch eine Frage des Typs oder des Geldes, warum sich die Produktionen anders entscheiden.“

Zwischenzeitlich hat sie Schauspielunterricht genommen, und zwar bei Chady Seubert aus Hasenwinkel: „Einmal waren es zwei Nachmittage. Die haben mich ganz schön in Anspruch genommen, anschließend war ich fix und fertig.“ Aber sie habe viel von ihr gelernt: „Chady ist eine tolle Schauspielerin.“ Zudem hat sie an mehreren Projekten mit ihrem Vater teilgenommen, etwa mit Schülern in Wittenberge, wo sie kürzlich die Regie übernommen hat.

Dann kam 2015, und das Jahr begann bereits mit einer größeren Rolle in „Unter anderen Umständen“. „Durchaus eine anspruchsvolle und vielschichtige Rolle“, kommentiert Ingolf Seidel. Genaues darf noch nicht verraten werden – ebenso wie über die übrigen fünf Filme, für die sie 2015 spielte. Alle werden erst in den nächsten Monaten zu sehen sein.

Nachdem die Filmkarriere der Vehlowerin auf Anhieb geklappt hat, stellt sie nun ihre Ausbildung in den Mittelpunkt. Sie will einen Studiengang Film und Schauspiel belegen und irgendwann auch mal Theater machen. Ihre Vorbilder? „Julia Roberts, Meryl Streep“, nennt sie, „oder auch Hanna Herzsprung in ,Weißensee’.“ Am liebsten würde sie irgendwann in einer 1920-er-Jahre-Produktion mitarbeiten, als selbstbewusste, leicht arrogante Frau mit Pagenkopf und langen Perlenketten. „Die Ketten hab ich schon“, sagt sie. Dass es bis zu einer solchen Rolle noch ein paar Jahre dauern könnte, stört sie nicht. Denn ihr ist durchaus eines klar: „Im Moment finden alle toll, dass ich 18 Jahre alt bin und dabei aussehe wie eine 14-Jährige.“

Von Claudia Bihler

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