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Veränderungen brauchen Ideen und Mut

Interview zur Bürgermeisterwahl in Gumtow Veränderungen brauchen Ideen und Mut

In der Gemeinde Gumtow ist am 29. Mai Bürgermeisterwahl. Amtsinhaber Stefan Freimark (SPD) aus Kunow, der Zarenthiner Mario Ungewiß (CDU) sowie Uwe Zimmermann als Einzelkandidat sind für den hauptamtlichen Posten nominiert. Die MAZ stellt die drei Kandidaten und ihre Ziele vor.

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Mario Ungewiß tritt am 29. Mai zur Bürgermeisterwahl an.

Quelle: privat

Gumtow. In der Gemeinde Gumtow wird am 29. Mai ein neuer Bürgermeister gewählt. Drei Kandidaten stellen sich für den hauptamtlichen Posten zur Wahl. Es sind Amtsinhaber Stefan Freimark (SPD) aus Kunow, der Zarenthiner Mario Ungewiß (CDU) sowie Uwe Zimmermann als Einzelkandidat. Die MAZ stellt alle drei vor. Heute: Mario Ungewiß.

Warum wollen Sie Bürgermeister werden?

Mario Ungewiß: Ich bin hier geboren, die Gemeinde Gumtow ist meine Heimat, mein Zuhause. Als einer von hier möchte ich aktiv mitgestalten können. Ich kenne die vielen Ortsteile und die Menschen, die dort leben. Ich weiß, was die Leute bewegt, wo es Schwachstellen gibt und Veränderungen dringend notwendig sind. Ich will nicht auf Verbesserungen warten und die Verantwortung auf andere schieben, sondern ich möchte mich einbringen. Veränderungen brauchen Ideen und Mut und ich habe diese Ideen und den dazugehörigen Mut, zusammen mit den Bürgern etwas zu bewegen.

Welche Projekte stehen für Sie in den kommenden Jahren im Vordergrund?

Ungewiß: Mein Hauptprojekt ist eine Serviceverbesserung im Verwaltungsbereich, speziell bei der Antragstellung für diverse Unterlagen wie den Personalausweis oder Reisepass. Da der öffentliche Nahverkehr in unserer Region nicht sehr optimal ist und die Menschen aus den umliegenden Dörfern deshalb für nur wenige Kilometer lange Fahrtzeiten in Kauf nehmen müssen, finde ich das Projekt „Mobiler Bürgerservice“ sehr interessant und würde es als Bürgermeister gerne auch für unsere Gemeinde Gumtow übernehmen. Von den vielen Vorteilen dieses Projekts konnte ich mich im Wittstocker Ortsteil Babitz überzeugen. Das „rollende Büro“ dient auch als Anlaufstelle für Fragen zum Friedhofswesen oder als Fundbüro. Besonders ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind, würden von diesem Service profitieren. Weiterhin steht auf meiner Liste die Weiterführung des Radwegeausbaus, verbunden mit einer Vernetzung von touristischen Angeboten. Ich möchte mich dafür stark machen, dass junge Leute in der Prignitz bleiben und nicht abwandern.

Wie stellen Sie sich das vor?

Ungewiß: Dabei könnte beispielsweise die Erstellung eines Baulücken- und Leerstandskatasters behilflich sein, um freie Grundstücke zusammen mit den Eigentümern zu vermarkten und zu verkaufen und für junge Familien attraktiv zu machen und sie so zum Bleiben zu bewegen. Dazu gehört auch, die bestehende Infrastruktur mit unseren Kindergärten und der Grundschule Demerthin langfristig zu erhalten und auszubauen. Die Feuerwehren müssen ebenfalls mehr Unterstützung von der Verwaltung bekommen. Viele Straßen sind reparaturbedürftig, teilweise müssen sie erneuert werden. Dabei sollte hauptsächlich mit Fördermitteln gebaut werden, um die finanzielle Belastung der Anwohner so gering wie möglich zu halten. Auch unsere Jugend darf nicht vergessen werden. Die Investition in Jugendclubs sollte wieder mehr in den Vordergrund rücken.

In der Vergangenheit gab es ja immer wieder Kritik daran, dass einzelne Orte benachteiligt werden. Wie stellen Sie sich die künftige Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern und Ortsbeiräten der Gemeinde vor?

Ungewiß: Es ist äußerst wichtig, alle Ortsvorsteher und Ortsbeiräte in alle Themen die Gemeinde Gumtow betreffend einzubeziehen. Ein rechtzeitiger Informationsfluss an alle ist dabei von sehr großer Wichtigkeit. Es sollte immer offen diskutiert werden, so dass mögliche Benachteiligungen gar nicht erst entstehen können. Gerade bei Themen um den Gemeindehaushalt habe ich wiederholt feststellen müssen, dass die Wünsche, Ideen und Anregungen der Ortsbeiräte nicht berücksichtigt wurden. Jeder Ort der Gemeinde Gumtow hat dieselben Rechte!

Wie zufrieden sind Sie bisher mit der Zusammenarbeit im Kommunalverbund Kleeblatt? Würden Sie daran etwas verändern wollen?

Ungewiß: Die 48-Stunden-Tourismus-Aktion im Kleeblatt hat es leider in diesem Jahr nicht mehr gegeben. Dadurch bleiben nur noch die Schöller-Festspiele in Kampehl und das Kleeblatt-Turnier der Gemeinden Kyritz, Wusterhausen, Neustadt und Gumtow. Das muss weiterhin gefördert werden.

Warum?

Ungewiß: Bei der Gemeindegebietsreform im Jahr 2003 traf der Gesetzgeber die grundsätzliche Entscheidung, dass Ämter mindestens 5000 Einwohner umfassen sollen, damit ihre Verwaltungseffizienz gewährleistet werden kann. Dies galt aus Sicht der damaligen brandenburgischen Landesregierung auch für die amtsfreien Gemeinden. Da diese Einwohnerzahlen in der Gemeinde Gumtow noch nie erreicht wurden und die Vorgaben in der kommenden Kommunalreform auch noch erhöht werden, müssen wir uns zukunftssicher aufstellen. Die Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit mit Kyritz als Mittelzentrum haben für mich dabei absolute Priorität. Möglich wäre für mich auch eine Wiederbelebung der Idee eines gemeinsamen Standesamtes Kyritz/Gumtow.

Was sind Ihrer Meinung nach die drängendsten Probleme in der Gemeinde Gumtow?

Ungewiß: Die Fertigstellung der fehlenden Jahresabschlüsse, der Neubau beziehungsweise die Sanierung der Feuerwehrgerätehäuser auf dem Gemeindegebiet und anderer kommunaler Immobilien, die Zufahrt zu Sportplatz und Kita in Dannenwalde. In den Gesprächen mit den Bürgern habe ich außerdem erfahren, dass der Verkaufswagen von Herrn Bauer nicht mehr in der Gemeinde unterwegs ist. Das ist für viele besonders ältere Menschen ein großes Problem. Dafür eine Alternative zu suchen, ist für mich auch eine wichtige Angelegenheit.

Wofür stehen Sie?

Ungewiß: Ich stehe für eine bürgerfreundliche Verwaltung, für Ordnung und Sicherheit in unserer Gemeinde und für mehr Einbeziehung der Bürger, Vereine und ansässigen Firmen in die künftige Arbeit und Entscheidungen. Ich möchte attraktive Lebensverhältnisse für Jung und Alt in unserer Gemeinde schaffen. Ich stehe zu dem, was ich sage, ich stehe zu meinem Wort.


Von Sandra Bels

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