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Verkehrsader wird ein Jahr zur Baustelle

Bauzeit in der Prignitz Verkehrsader wird ein Jahr zur Baustelle

Die B 189 ist eine beliebte Verbindung Richtung Ostsee. Nun soll die Bundesstraße in Groß Pankow (Prignitz) ausgebaut werden. Ein Jahr lang soll der Straßenverkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt werden. Zwar wären auch zwei Spuren möglich gewesen, doch die Option scheitert am Geld. Lange Staus sind vorprogrammiert.

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Rechts neben der alten Bundesstraße wird ab September der Verkehr auf einer einspurigen Ausweichstraße an der Baustelle vorbeigeführt.

Quelle: Michael Beeskow

Groß Pankow. Der Ausbau der B 189 zwischen Pritzwalk und Perleberg steuert auf ein großes Finale zu. Seit der Wende ist die „Todesstrecke“ stets ein heißes Thema gewesen, wenn es um den Straßenbau in der Prignitz ging. Nach mehr als 20 Jahren hat die enge kurvenreiche Route ihren Schrecken verloren und auf einigen Teilstrecken geradezu Autobahnfeeling bekommen. Nur bei Groß Pankow besteht ein zwei Kilometer langes Straßenstück, auf dem der Begegnungsverkehr wie in alten Zeiten noch ein Zitterspiel ist.

Am Ortsausgang Richtung Perleberg ist die Trasse für eine neue breite Fahrbahn schon deutlich zu erkennen. Nicht zuletzt aufgrund des bautechnisch günstigen Winters kommt der Neubauabschnitt gut voran. Doch knapp vor dem Ziel werden die Kraftfahrer noch einmal auf eine harte Probe gestellt. Alles spricht dafür, dass im September die nagelneue Bundesstraße bis zum Ortseingang fertig sein wird. Dann bleiben eigentlich „nur noch“ gut 500 Meter für die neue Ortsdurchfahrt. Der Baubetrieb hat angekündigt, dass der gesamte Bundesstraßenverkehr für ein Jahr lang einspurig durch den Ort geführt wird. Es wird also eine Ampel geben, vor der gewartet werden darf.

Zweispurig ist zu teuer

Frank Schmidt, Regionalbereichsleiter West im Landesbetrieb für Straßenwesen, bestätigte auf Nachfrage, dass der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt werden soll. Platz für eine zweispurige Ausweichstrecke wäre vorhanden, so räumt er ein. „Aber das ist eine Kostenfrage“, erklärte er. Die Bundesstraße gilt aus Sicht des Landesbetriebs mit 4000 bis 5000 Fahrzeugen pro Tag als relativ wenig befahren im Vergleich zu Bundesstraßen im Berliner Speckgürtel. „Eine zweispurige Ausweichstrecke ist gegenüber dem Steuerzahler nicht zu rechtfertigen“, hält Frank Schmidt entgegen.

Das werden all jene, die täglich auf der Bundesstraße unterwegs sind, jedoch anders sehen. Die Verbindung Richtung Ostsee erfährt an Wochenenden sowie Ferien- und Feiertagen einen starken Zuspruch von Reisenden aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Lange Staus im Reiseverkehr sind also abzusehen.

Eltern hätten lieber eine Ampel

Warum aber für die relativ kurze Ortsdurchfahrt ein ganzes Jahr Bauzeit erforderlich sein soll, erklärt Halldor Lugowski, Leiter des Bauamtes in der Gemeinde Groß Pankow: „Es geht nicht nur um eine deutliche Verbreiterung der Fahrbahn.“ Bei der Vorstellung der vielen Pläne entsteht der Eindruck, als hätte der Landesbetrieb für Straßenwesen für den Schlussspurt beim Ausbau der Bundesstraße noch einmal alle Register gezogen. An beiden Ortseingängen werden Verkehrsinseln oder auch Querungshilfen angelegt, mit denen auch der Verkehr beruhigt werden soll. Sie rahmen gewissermaßen eine weitere Querungshilfe mit Fußgängerschutzweg in der Ortsmitte ein. Dessen Notwendigkeit steht außer Frage, da viele Kinder auf dem Weg zur Schule hier die Bundesstraße überqueren müssen. Die Gemeinde und viele Eltern hätten sich lieber eine Fußgängerampel gewünscht. In Höhe dieser Querungshilfe entstehen zwei Bushaltestellen, wobei auf Haltetaschen für die Busse verzichtet wurde. Die Busse halten auf der Bundesstraße, sie können von anderen Fahrzeuge nicht überholt werden. Die Sicherheit im Schülerverkehr hat hier den Ausschlag gegeben.

Nicht ganz glücklich ist die Gemeinde über den Geh- und Radweg, der auf beiden Seiten der Bundesstraße angelegt wird. „Einer hätte uns gereicht“, heißt es bei den Groß Pankowern. In der Ortsmitte wird die Bundesstraße zusätzlich aufgeweitet. Zwei Linksabbiegespuren auf die L 103 in Richtung Wolfshagen beziehungsweise Krampfer sind vorgesehen, um den Bundesstraßenverkehr im Ort flüssiger zu machen.

Vier Millionen Euro kostet der Abschluss

Der eindrucksvollste Teilabschnitt dürfte der neue Knoten zur Anbindung der einstigen Bundesstraße Richtung Kuhbier sein, die zur Kreisstraße wird. Dieser Knoten wird ein ganzes Stück näher an den Ortseingang herangezogen, etwa bis an den Weg zu den Karpfenteichen. Auch hier gibt es neue Geh- und Radwege und nochmals eine Querungshilfe auf der Bundesstraße sowie zwei weitere auf der Kreisstraße sowie auf dem Weg zu den Karpfenteichen. „Es wird sehr viel für die Sicherheit getan“, resümiert Halldor Lugowski.

Im September 2017 können dann alle Querungshilfen und eine breite Bundesstraße genutzt werden. Dann dürfte auch bald das Warten vor den Ampeln vergessen sein. Rund vier Millionen Euro kostet dieser letzte Ausbauabschnitt der B 189. Für Gehwege, Beleuchtung und Grundstückseinfahrten zahlen die Gemeinde und Anlieger zusammen 175 000 Euro.

Von Michael Beeskow

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