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Verkehrsinsel in Glöwen verschwindet

Nach Anwohnerbeschwerden Verkehrsinsel in Glöwen verschwindet

Voll gesperrt wird die Ortsdurchfahrt Glöwen der B107 ab 21. Juli. Der Landesbetrieb für Straßenwesen Kyritz lässt die Verkehrsinsel auf Höhe der Bäckerei Niesag beseitigen. Anwohner hatten sich über Lärm und Erschütterungen durch große Lastwagen beschwert. Die Umleitung über Kletzke, Bad Wilsnack und Roddan soll bis 19. August dauern.

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Diese Verkehrsinsel auf der B107 innerhalb der Ortsdurchfahrt Glöwen wird abgerissen.

Quelle: Andreas König

Glöwen. Gerumpelt und gescheppert hat es seit fast 17 Jahren in der Bahnhofstraße in Glöwen. An der eigentlichen Fahrbahn liegt es nicht, denn die wurde nach dem Stand der Technik ausgebaut. Vielmehr ist es eine Verkehrsinsel – also eigentlich eine Anlage, die zur Verkehrsberuhigung beitragen soll – die einige Anwohner auf die Palme bringt. Vor allem der Inhaber des Antik- und Trödel-Geschäftes hat sich immer wieder darüber beschwert, dass Lastwagen und große landwirtschaftliche Fahrzeuge über die Bordsteine der Verkehrsinsel fahren. Wenn die schweren Fahrzeuge von der gut und gerne 15 Zentimeter hohen Kante herunterfahren, macht das gehörigen Lärm.

Anwohner wurden informiert

Lange waren die Versuche, das Ärgernis aus dem Weg zu räumen, fruchtlos. Doch nun hat sich in einem Erlass zur Planungsrichtlinie für Ortdurchfahrten insofern etwas geändert, als den Planern mehr Freiraum gegeben wird, wie sie eine Ortsdurchfahrt anlegen. Für Glöwen und die B 107 bedeutet das konkret: Die Verkehrsinsel kommt weg, oder wird zurückgebaut, wie es im Fachjargon heißt. Man könnte auch sagen, sie wird abgerissen. Darüber wurden kürzlich die Anwohner informiert. „Vom 21. Juli bis zum 19. August wird die Verkehrsinsel nahe der Bäckerei Niesag in Glöwen entfernt“, sagt der Plattenburger Bauamtsleiter Martin Nagel.

Umleitung erfolgt über Bad Wilsnack

Während der Bauarbeiten werde die Ortslage Glöwen voll gesperrt. Eine Umleitung erfolgt aus nördlicher Richtung über Kletzke Haaren, Bad Wilsnack, Legde und Roddan, aus südlicher Richtung genau anders herum. Vier Wochen sollen die Arbeiten dauern, dann kann der Verkehr wieder normal fließen. Sowohl die Vollsperrung als auch die aus ihrer Sicht recht lange Zeit für einen Abriss verärgern die Anwohner.

Baubetrieb braucht die Vollsperrung

„Aus bautechnischen Gründen ist das leider nicht anders möglich“, sagt Robby Werdermann. Er ist Sachgebietsleiter für Bauüberwachung beim Landesbetrieb für Straßenwesen in Kyritz und als solcher zuständig für das Bauvorhaben. „Es ist ja nicht damit getan, die Verkehrsinsel auszubauen. Das Fahrbahnniveau muss angeglichen werden, die Bordanlage ist zu erneuern und neue Wasserabläufe müssen ebenfalls gesetzt werden“, erklärt Robby Werdermann. Mit all dem habe der Baubetrieb gut zu tun. Die Erreichbarkeit der Anlieger, vor allem der Bäckerei soll sichergestellt werden. „Im Grunde begrüßen wir den Bau“, sagt Ortsvorsteher Reimar Heering. Die Verkehrsinsel wurde 1999 unter anderen Voraussetzunge geplant. Nun könne das Ärgernis verschwinden. Die Feuerwehr habe versichert, auf jeden Fall ausrücken zu können. Rettungsfahrzeuge teilen sich den Ort. Bis zum südlichen Baustellenbeginn ist die Rettungswache Havelberg zuständig, bis zum Nordrand die Wache Neu Schrepkow.

Verkehrsinseln sorgen für mehr Sicherheit

Sachgebietsleiter Robby Werdermann sieht die Sache zwar „emotionslos“, hat aber seine Meinung. „Verkehrsinseln tragen in jedem Fall auch zur Sicherheit bei“, sagt der Fachmann. Sie zwängen Verkehrsteilnehmer, die Geschwindigkeit innerorts zu reduzieren, was erst einmal gut sei.

Es gibt aber Ausnahmen

Andererseits haben sich Verkehrsinseln auch schon als gefährliche Hindernisse erwiesen. 2009 gab es einen tödlichen Unfall an einer Verkehrsinsel auf der B 5 in Glövzin. Nach Protesten der Bürger wurde die Insel dann abgerissen.

Arbeiten kosten 122 500 Euro

Ganz billig ist der Abriss in Glöwen übrigens nicht. Inklusive aller Arbeiten veranschlagt der Landesbetrieb für Straßenwesen 122 500 Euro, wie Robby Werdermann informiert.

Von Andreas König

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