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Verluste bei Meyenburger Imkern moderat

Normale Winterschäden bei Bienenvölkern Verluste bei Meyenburger Imkern moderat

Dass die Verluste an Bienenvölkern in diesem Winter besonders hoch – rund 30 Prozent – sein sollen, kann Jürgen Walther, der Vorsitzende des Imkervereins Meyenburg 1905, so nicht bestätigen. Aus dem Verein gab es noch keine „Horrormeldungen“. Anderswo hat das milde Klima zu einer starken Vermehrung der Varroa-Milbe geführt.

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Die Bienen sind schon länger wieder fleißig bei der Arbeit. Manches Volk hat den Winter aber nicht überstanden.

Quelle: Peter Geisler

Meyenburg. Herbe Verluste beklagt der Vorsitzende des Landesimkerverbandes, Reiner Gabriel (die MAZ berichtete Anfang dieser Woche): Rund 30 Prozent der Bienenvölker seien demnach nicht über den Winter gekommen – auch wegen der Ausbreitung der Varroa-Milbe. „So schlimm war es bei unseren Imkern nicht“, relativiert Jürgen Walther, der Vorsitzende des Imkervereins Meyenburg 1905. Sicher habe es Verluste bei einzelnen Imkern in seinem Verein gegeben, aber nicht in diesem Ausmaß.

Eine grundlegende Umfrage und Auswertung habe es bei den Meyenburgern zwar noch nicht gegeben – die wird sicher in der Jahreshauptversammlung am Samstag, 30. April, vorgenommen. Wären die Verluste aber außergewöhnlich gewesen, hätte er das erfahren, sagt der Vereinschef: „Ich habe noch keine Horrormeldungen erhalten.“ Weitaus schlimmer als in diesem Winter seien die Verluste im vergangenen und im Winter davor gewesen, erinnert Jürgen Walther. In beiden Fällen hatte es – ebenso wie in diesem Winter – keine längere Frostperiode gegeben. „Das Problem ist, wenn es im Winter zu warm bleibt, brüten die Bienen durch.“ Die für die Bienen so gefährliche Varroa-Milbe vermehrt sich laut Imker Jürgen Walter nun einmal ausschließlich in der Brut. „Und wenn die ganze Zeit Brut da ist, wird die Vermehrung der Milben nicht gestoppt.“

Bienen kuscheln und drängeln sich zur Traube

Viele der Imker im Meyenburger Verein haben sich laut dem Vereinsvorsitzenden bei der Bekämpfung des Schädlings für den sanften Weg entschieden: die Behandlung mit Ameisensäure. Diese werde meist im September beendet. „Anfang November wird dann noch einmal getestet, wie der Befall mit der Varroa-Milbe ist.“ Gegebenenfalls behandle der Imker das Volk dann noch einmal mit Oxalsäure, so der Imker.

„Von Weihnachten bis Februar fasst der Imker die Bienen nicht mehr an“, erklärt Walther. Denn dann laufe er Gefahr, die Wintertraube zu zerstören: Die Bienen kuscheln und drängeln sich in der kalten Jahreszeit zu einer Kugel zusammen und wärmen in ihrer Mitte die Königin. „Sie zu stören, bedeutet einen hohen Energieverlust.“ Das könne dazu führen, dass das Volk eingeht.

Ein Volk ohne Weisel geht zugrunde

Marion Noack, zweite Vorsitzende des Vereins und Imkerin in Gerdshagen, prognostiziert eher für den kommenden Winter hohe Varroa-Verluste. „Die Bienen haben wegen des Wetters früh angefangen zu brüten, also haben auch die Milben früh angefangen zu brüten.“ Somit könne sich die Population um einige Generationen mehr vermehren. „Wir sind zeitlich jetzt schon da, wo wir sonst erst Ende Mai wären.“

Die Verluste an Bienenvölkern seien allgemein immer recht hoch – zu hoch, findet Marion Noack. Sie bewirtschaftet selbst rund 80 Völker und hat bis jetzt wahrscheinlich zwei durch die Milben verloren. „Ich habe eher ganz viele Weiselverluste“, berichtet sie. Mitunter haben die Bienen die Königin verstoßen, weil sie nicht gut legt, aber noch keine neue herangezogen. „Und ein Volk ohne Weisel geht zugrunde.“

Termine im Imkerkalender

Der nächste Imkerstammtisch des Imkervereins Meyenburg 1905 beginnt am Freitag, 29. April, um 19 Uhr in der Imkerei Wolfgang Briesemeister in Freyenstein. Über die Homepage www.imkerverein-meyenburg.de können interessierte Imkerfreunde ihre Teilnahme anmelden.

Die Jahreshauptversammlung des Vereins ist für Samstag, 30. April, in der Zeit von 10 bis 13 Uhr in der „Ade Bar“ im Meyenburger Ortsteil Griffenhagen angesetzt.

Aktuell hat der Imkerverein Meyenburg 1905, der im vergangenen Jahr sein 110-jähriges Bestehen feierte, 36 Mitglieder. Sie sind über den gesamten Kreis Prignitz verteilt. Die alljährlichen Anfängerkurse tragen dazu bei, dass die Zahl der Imker im Verein langsam, aber stetig steigt. Auch neun Frauen sind dabei. Bewirtschaftet werden inzwischen rund 250 Völker. 2011 waren es noch gut 150. Im Landesverband der Brandenburger Imker sind rund 22 000 Bienenvölker gemeldet. Vergangenes Jahr konnten 1700 neue registriert werden.

Von Beate Vogel

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