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Prignitz Vernichtender Schlag gegen Wohnmobilbande
Lokales Prignitz Vernichtender Schlag gegen Wohnmobilbande
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16:14 03.08.2018
An einer Sperre endete der Fluchtversuch der Täter mit dem unterschlagenen Wohnmobil. Quelle: Foto: Agentur Incognito
Le Mans/Perleberg

Großer Erfolg für die Agentur Incognito: Sie hat gemeinsam mit der französischen Polizei der Wohnmobilbande, der die Detektive seit Wochen auf der Spur sind, einen „vernichtenden Schlag“ versetzt – so jedenfalls drückte es Detektiv R. im Gespräch mit der MAZ aus. Die Privatermittler feiern jetzt die französische Polizei. Die hat die Detektive in einer filmreifen Aktion mit Schusswaffeneinsatz (laut Detektiv MP-Salven auf Autoreifen) dabei unterstützt, die Wohnmobil-Mafia zur Strecke zu bringen.

Noch Tage nach dem Einsatz schwärmt Detektiv R. von der französischen Polizei: „Die waren hochmotiviert, weil die Bande in Le Mans großen Schaden angerichtet hatte“, berichtet Ermittler R., der etwa 100 französische Polizeibeamte und 40 Fahrzeuge inklusive Motorrädern zählte. „Wir haben einen Täter geschnappt, die Polizei drei weitere“, erzählt er, „einer der Täter ist noch in den Wassergraben gesprungen.“ Auf das Wohnmobil wurde geschossen, der Versuch, der Täter, noch zu entkommen scheiterte an der Höhenbegrenzung, gegen die sie das Fahrzeug steuerte.

Die Polizei hat den ganzen Parkplatz umstellt

Der ganze Vorfall spielte sich auf einem belebten Parkplatz vor einer Touristenattraktion in Le Mans ab. Die Aktion war offenbar nicht zu übersehen und zu überhören und fand demgemäß auch ein Echo in der lokalen Presse von Le Mans – das Portal „La maine libre“ berichtete ausführlich über den Einsatz der „Brigade anticriminalité“ am Quai Louis-Blanc, so der Name des Einsatzorts. „Die Polizei hat den ganzen Parkplatz umstellt“, erzählt der Perleberger Ermittler.

Es ging dabei erneut um das bei Boizenburg unterschlagene Wohnmobil (die MAZ berichtete), das sechs Wochen lang in Le Mans versteckt war und mittlerweile ein Hamburger Kennzeichen trug. Die Masche der Täter war immer, sich privat neuwertige Wohnmobile vorgeblich auszuleihen, dann nicht mehr zurückzugeben und per Annonce zum Verkauf anzubieten.

Schwarze Limousine mit abgedunkelten Scheiben

Der erneute Versuch, die Täter in Frankreich zu kontaktieren, gestaltete sich kompliziert. Schließlich war schon einmal eine Fahrzeugübergabe gescheitert – es bestand also die Gefahr, dass die Täter die Ermittler erkennen würden. Diesmal nahmen die Ermittler daher Kontakt zu den Tätern über eine Dame auf, die sich als interessierte Käuferin ausgab, aber nur mit ihrem Schwiegersohn nach Le Mans kommen wollte. Für den vergangenen Montag um 14 Uhr war dann ein Termin ausgemacht, bei dem die Wohnmobilbande einen Mann und eine Frau erwartete.

Für die Perleberger Detektive bedeutete das eine Ganz-Tages-Schicht, um endlich zum Erfolg zu kommen – sie hatten sozusagen ihre eigenen 24 Stunden von Le Mans. „Wir sind da mit einer schwarzen Limousine hin, alle Fenster waren abdunkelt, und einer von uns war als Frau verkleidet“, erzählt R. Bevor sie sich zum Treffpunkt aufmachten, informierten sie gegen 13 Uhr die Polizei. Die Verständigung lief über einen Dolmetscher, umso erstaunter ist R., dass es der französischen Polizei offenbar innerhalb einer Stunde gelang, die große Aktion in Szene zu setzen.

Schüsse auf das Wohnmobil

Als die Prignitzer Ermittler danach zum verabredeten Treffpunkt fuhren, war zunächst keiner da – per SMS kündigten die Täter dann eine Verspätung an. „Die haben uns hingehalten“, erklärte R., „im Nachhinein haben wir rausbekommen, dass uns ein Späher beobachtet hat. Die wollten wissen, ob Polizei aus unserem Wagen steigt.“ Tat sie nicht. So kam die Bande zum Treffpunkt, parkte das Wohnmobil ein. R. setzte sofort seine Limousine zurück und versperrte so die Ausfahrt.

Er stieg aus und gab sich als Ermittler zu erkennen – während die Täter sofort zur Flucht ansetzten, kam im gleichen Moment von überall her die Polizei. Beamte gaben Schüsse auf die Reifen ab, um eine Weiterfahrt zu verhindern. Doch die Täter kamen ohnehin nicht weit, weil das Fahrzeug direkt gegen eine Sperre prallte. Während R. einen Täter dingfest machte, hatte die Polizei sofort die anderen Täter im Griff – einer versuchte noch, in den nahen Fluss Sarthe zu springen, doch dort war auch sein Fluchtversuch zu Ende.

„Mit dieser Masche können sie es nicht mehr weitertreiben.“

Bei all dem entstanden am Wohnmobil laut Detektiv etwa 5000 bis 6000 Euro Schaden – neben den Beschädigungen durch den Aufprall hatte das Fahrzeug seine Ölwanne verloren, möglicherweise als Folge der Schüsse. Aber immerhin könne das Fahrzeug nun seinem Eigentümer zurückgegeben werden, erklärte der Ermittler weiter, es nicht zurückzubekommen, hätte für die Eigentümer einen noch weit höheren Schaden bedeutet.

Bei den festgenommenen Tätern handelt es sich um Mitglieder eines kroatischen Clans, der „hochkriminell auf allen Gebieten“ sei. Sie wurden bereits zwei Tage später den Haftrichtern vorgeführt. Auch wenn R. nicht davon ausgeht, dass der Clan seine kriminellen Aktivitäten aufgibt, ist er sich in einem ganz sicher: „Mit dieser Masche können sie es nicht mehr weitertreiben.“

Von Bernd Atzenroth

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