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Vernissage zu Müllkunst und Theaterstück

Frehne Vernissage zu Müllkunst und Theaterstück

Mit der letzten Aufführung des Theaterstückes „Mittendrin“, die das Laientheater Adebar am Samstag im Gutshaus in Frehne zeigt, wird auch eine Ausstellung von Josefine Edle von Krepl eröffnet. Sie zeigt farbenfrohe Geflechte aus lauter Fäden. Es ist Plastikmüll, den sie an der französischen Atlantikküste sammelt.

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Wie ein Meerestier wirkt das Kunstwerk aus Plastikfäden. Rechts ein Porträt von Josefine von Krepl, auch mit roten Fäden.

Quelle: Beate Vogel

Frehne. Kunstvoll geknüpfte, filigrane Gebilde schmücken die Wände im Gutshaus in Frehne (Amt Meyenburg). In Blau und Rot, knalligem Orange und meergrünem Türkis erinnern die Motive an Quallen, Strudel oder Blüten. „Müllkunst“ nennt Josefine Edle von Krepl das. Sie wird am Samstag, 19. November, nach langer Zeit wieder einmal eine Ausstellung mit eigenen Schöpfungen eröffnen.

Begleitet wird die Vernissage ab 19 Uhr vom Hausherrn Michael Arbogast am Piano und Wolfram Vogele am Cello. Die Veranstaltung bildet den Auftakt für die in dieser Saison vierte und letzte Aufführung der Komödie „Mittendrin“, die das Laientheater Adebar aus Griffenhagen präsentiert.

Abfall, der aus dem Meer kommt

Aus lauter Fäden bestehen die Stücke, die die ehemalige Chefin des Meyenburger Modemuseums diesmal zeigt: „Ich flechte, knüpfe und webe“, erklärt sie. Das Material ist Abfall – Müll, der aus dem Meer kommt. Seit 23 Jahren verbringt von Krepl ihren Urlaub an der französischen Atlantikküste. „Immer wenn ich vom Strandspaziergang komme, sammle ich Müll.“ Das sei ein Dankeschön ihrerseits an die Küstenbewohner – für den schönen Urlaub.

Die Wahl-Prignitzerin sammelt Stücke von Schiffstauen, bunte Plastikstrippen, Reste von Fischernetzen und vieles mehr. „Das sortiere ich dann gleich vor Ort nach Farben in alte Obstkisten“, erklärt sie. Zuhause entstehen bunte Gebilde aus den Fäden. Für die Flechtarbeiten dröselt von Krepl die Taue auf, so dass ein Fächer entsteht, verknüpft grüne und blaue Fäden zu Wellen. Die Basis bildet in der Regel der Rest von einem Fischernetz. Dessen Form bestimmt dann auch die Form des späteren Werkes, erklärt die Künstlerin.

Josefine von Krepl und Michael Arbogast bereiten die Vernissage vor

Josefine von Krepl und Michael Arbogast bereiten die Vernissage vor.

Quelle: Beate Vogel

Was ein Gebilde einmal darstellt, weiß von Krepl vorher meist nicht. Erst später findet sie einen Namen für das fertige Kunstwerk: „Solitude“ – „Einsamkeit“ heißt zum Beispiel eines, „Der friedfertige, wasserspeiende Drache“ heißt ein anderes, das tatsächlich an ein Fabelwesen erinnert. „Tristesse für H.“ heißt eins, „Große Brosche“ eines, das besonders farbenfroh ist. Ein besonders großes, viereckiges Stück bildet in verschiedenen Blau- und Grüntönen eine Welle ab.

Ein Porträt tanzt ein bisschen aus der Reihe: Es zeigt ein Abbild Josefine von Krepls. Rote Fäden gibt es aber auch hier: Sie bilden die roten Haare der Künstlerin – ihr Markenzeichen. „Das hat ein Berliner Künstler kürzlich gemacht, Hans-Dieter Wohlmann“, erzählt sie.

Fotos zeigen die Fundstellen

Ihre Ausstellung ergänzt von Krepl mit Fotos, die sie an den Stränden der Bretagne aufgenommen hat. Sie zeigen die Fundstellen ihrer „Kunst-Schätze“: Wie sich die Plastikstrippen zwischen den Steinen und Felsen verheddert haben und so zur Falle für manche Tiere werden. Lange hingen viele Werke in ihrem Garten, erzählt Josefine von Krepl. „Aber immer wieder haben mir Freunde gesagt, ich soll sie öffentlich ausstellen.“

Das tut sie nun im Gutshaus Frehne. Für den Hausherrn Michael Arbogast ist es die erste Ausstellung, nachdem er angekündigt hatte, das Gutshaus für Kultur und Kunst zu öffnen. Besucher können sich laut Arbogast gern einfinden: „Die Tür ist offen“, sagt er. Für Samstag hat er eigens etwas komponiert, ansonsten gibt es Jazziges und Poppiges, kündigt er an. Gern können aber für die Besichtigung telefonisch auch Termine unter 0172/2 44 15 96 vereinbart werden.

Vernissage und Theaterstück am Samstag, 19. November, im Gutshaus Frehne beginnen um 19 Uhr.

Von Beate Vogel

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