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Prignitz Versicherung zahlte in ganz kurzer Zeit
Lokales Prignitz Versicherung zahlte in ganz kurzer Zeit
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00:18 05.06.2016
Die Pritzwalker Ordnungsamtsleiterin Karin Schrödter und der Polizeiobermeister Gerd Puppel mit dem wiedergefundenen Fahrrad. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Es ist ein schickes Damen-Tourenrad, das da im Fundbüro der Stadt Pritzwalk eingelagert ist. Eigentlich sollte es schon gar nicht mehr dort stehen, sondern seiner Besitzerin zurückgegeben werden, aber die Dinge liefen nicht so, wie man sich das gemeinhin vorstellt.

Am Morgen war das Rad verschwunden

Heidrun Reich aus Stechow bei Rathenow wollte in diesem Jahr wieder bei der Tour de Prignitz mitfahren. Ihr Wohnmobil hatte die Frau auf dem Caravan-Parkplatz vor der Tuchfabrik abgestellt. Als der Tour-Tross am vergangenen Dienstag von Pritz­walk nach Wittenberge aufbrach, war das Rad vom Wohnmobil verschwunden. Zwar hatte der Havelländerin der Tour­empfang in Pritzwalk gut gefallen, aber in richtig guter Erinnerung werde sie die Stadt wohl nicht behalten, hieß es am Rande der Tour.

Polizei fand das Corpus Delicti

Pritzwalker Polizeibeamte fanden das Rad wenig später auf einem Schutthaufen hinter dem ehemaligen Henwimarkt in der Bergstraße. „Es wurde sogar noch ein Tatverdächtiger gesehen, der sich an dem Rad zu schaffen machte“, berichtet Polizeiobermeister Gerd Puppel vom Pritzwalker Revier. Immerhin gelang es den Beamten das mit einem Ringschloss gesicherte Corpus Delicti sicherzustellen. Über verschiedene Kanäle gelang es, Kontakt zur Besitzerin aufzunehmen.

Radlerin sollte Pritzwalk in guter Erinnerung behalten

„Wir wollten natürlich, dass die Dame nicht nur ihr Fahrrad zurückbekommt, sondern auch die Stadt Pritzwalk in guter Erinnerung behält“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Ronald Thiel. Neben dem schmerzlich vermissten Rad sollten ein Blumenstrauß und ein paar Souvenirs übergeben werden. „Doch dann kam ein Anruf von der Dame, dass die Versicherung den Schaden reguliert hat“, sagt Karin Schrödter, Leiterin des Pritzwalker Ordnungsamtes. Der Termin wurde abgesagt, das Fahrrad blieb als Asservat unter polizeilicher Obhut. Allerdings nicht lange. „Tatsächlich haben wir einen Anruf von dem Versicherungsunternehmen bekommen, dass die Dame entschädigt wurde und das Rad nunmehr ins Eigentum der Versicherung übergegangen ist“, sagt Polizist Gerd Puppel.

Versicherung verwertet das Rad nach Zahlung

Mit der Wahrung der Eigentumsrechte der Versicherung ist Peter Jaedeke von der gleichnamigen Pritzwalker LVM-Agentur beauftragt. „Dass die LVM so schnell gezahlt hat, ist doch toll“, sagt Peter Jaedeke. „Wenn die rechtlichen Voraussetzungen stimmen, sind wir natürlich bestrebt, die Kunden so schnell es geht zufriedenzustellen.“ Denkbar sei es zwar auch, das Rad der vormaligen Besitzerin wieder zurückzugeben, doch richte sich das „Nach dem Wunsch der Kundin.“ Sollte dieser Weg gewählt werden, müsste natürlich auch die Versicherungsleistung zurückgezahlt werden. Das Rad werde dann von der LVM „verwertet“. In jedem Fall seien Fahrradbesitzer gut beraten, ihre Räder von der Polizei codieren zu lassen. „Ich habe selbst schon mal solch einen Fall gehabt“, sagt Peter Jaedeke. „Meinem Sohn war das Fahrrad gestohlen worden. Anhand der Codierung konnte ich zweifelsfrei beweisen, wer der rechtmäßige Eigentümer ist.“

Codierung schützt vor Diebstahl

Dem Rat zur rechtzeitigen Codierung kann sich Gerd Puppel nur anschließen. „Die Polizei bietet einen Codierservice am Sonnabend, 4. Juni, von 9 bis 12 Uhr vor dem Revier am Bahnhof an“, sagt er.

Damit wäre die Geschichte zu einem zwar ungewöhnlichen, doch dafür nicht minder guten Ende gelangt. Selbst der Eindruck, den Heidrun Reich von der Tour de Prignitz gewonnen hat, ist wohl nicht der schlechteste. Der MAZ versicherte sie, im nächsten Jahr bei der Jubiläumstour wieder mitfahren zu wollen. Sie sei gerührt, wie man sich nach dem Diebstahl um sie gekümmert habe. Weil sie im Urlaub weiter auf zwei Rädern unterwegs sein wollte, hatte sich Heidrun Reich schon ein neues Fahrrad gekauft, bevor sich das Gestohlene wieder anfand.

Von Andreas König

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