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„Verstaubtes Image“

Pritzwalk „Verstaubtes Image“

Um die Außenwirkung der Stadt Pritzwalk zu verbessern und das „verstaubte Image“ der Stadt bei Einwohnern und Touristen zu verbessern, wird das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek) fortgeführt. Erstmals waren die Bürger zu einem Forum eingeladen, bei dem sie fachliche Informationen bekamen und mitreden konnten.

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An großen Aufstellern konnten sich die Bürger im Kulturhaus informieren, was in den vergangenen Jahren in Pritzwalk geschafft und geschaffen wurde.

Quelle: Fotos (3): Beate Vogel

Pritzwalk. Etwas größer hätte das Interesse am ersten Bürgerforum zur Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek) für Pritzwalk sein können. Vizebürgermeister Ronald Thiel hatte ins Kulturhaus eingeladen, wo sich Einwohner, Ortsbürgermeister, Stadtverordnete, Gewerbetreibende und Künstler einfanden. Gut ein Viertel der Plätze im kleinen Saal blieb frei, vielleicht, weil die Einladung zu kurzfristig kam, monierte Zuhörerin Chady Seubert.

Zunächst stellten Alexandra Skowasch von der Berliner Werbeagentur Runze und Casper sowie Alexandra Valentin von der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und -modernisierung ihre Erkenntnisse vor. Skowasch hatte im 2016 eine Umfrage vorgenommen. Von 160 angeschriebenen Akteuren hatten 35 den Fragebogen beantwortet. Die Agentur stellte nun Stärken und Schwächen, Chancen und Potenziale heraus. „Pritzwalk hat eine leere Innenstadt, nur punktuelle kulturelle und touristische Angebote, ein verstaubtes Image, eine fehlende Außenwirkung und kein Alleinstellungsmerkmal“, resümierte Schkowasch. Es herrsche kommunalpolitischer Stillstand, eine „grundsätzliche Marschrichtung fehlt“. Chancen und Stärken sahen die Befragten in neuen Formen eines Zusammenlebens, der Belebung der Innenstadt, dem Konzept Tuchfabrik als Bildungs-, Wohn und Museumsstandort und den Gewerbeflächen in Falkenhagen. „Das Image sollte aufgewertet und eine ’Wohlfühlatmosphäre’ geschaffen werden“, erklärte die Werbefachfrau.

Befragung ist nicht repräsentativ

Die Erkenntnisse aus der Befragung – die im Übrigen nicht repräsentativ sei, wie Schkowasch immer wieder betonte – decken sich mit denen des Leitbildes, das Alexandra Valentin vorstellte. Viele Punkte waren recht abstrakt, monierten einige Zuhörer. So sprach Valentin von Innenstadtstärkung und Stadtstruktur, Pritzwalk als touristischer Destination oder der Sanierung öffentlicher Räume. So sollten die Breitbandversorgung in den Ortsteilen verbessert, das Rad- und Fußwegenetz aufgebaut, die Innenstadt barrierefrei gestaltet, Brachflächen wie die in der Meyenburger Straße beseitigt werden. Der Ortseingang aus Richtung Wittstock lade auch nicht gerade ein. Allerdings: „Das ist ein bunter Blumenstrauß an Maßnahmen, eine Strategie.“ Details würden im Insek nicht dargestellt. „Das müssen Sie ausfüllen.“ Rechtlich bindend sei das Insek nicht, erklärte Valentin auf Nachfrage.

Bis zum Herbst sollen die Stadtverordneten über das Insek beraten und beschließen. „2018 soll ein Entwicklungskonzept für das Mittelzentrum mit Pritzwalk und Wittstock als Anker verabschiedet werden, dann sollten wir fertig sein.“, so Thiel. Kritik gab es, da das bereits bestehende Insek weder erwähnt noch ausgewertet wurde: Projekte wie der Gesundheitspfad seien im Sande verlaufen. Viele Gäste forderten nun weitere Schritte: „Wenn sich kein Kreis bildet, der Dinge entwickelt und abarbeitet, kommen wir nicht weiter.“, so die Stadtverordnete Christa Pfeifer (Freie Wähler).

In der Stadtverwaltung liegen nun vier Wochen lang Fragezettel aus, auf denen Pritzwalker Ideen zur Zukunft der Stadt aufschreiben können.

Von Beate Vogel

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