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Prignitz Viel Bauernland in Nicht-Bauernhand
Lokales Prignitz Viel Bauernland in Nicht-Bauernhand
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18:16 08.12.2016
Ob Pachtpreis oder Kaufsumme: Viele Bauern können die Preise für Agrarland in der Prignitz nicht mehr mit den Erträgen der Flächen erwirtschaften. Quelle: Claudia Bihler
Prignitz

Rund 46 Prozent der Landwirtschaftsflächen, die im vergangenen Jahr vor allem von Privatleuten veräußert wurden, sind an Nichtlandwirte verkauft worden. Gleichzeitig sind die Kaufsummen für die Flächen auf schwindelerregende Höhen geklettert. „Unsere Landwirte können aus zwei Gründen kaum noch Flächen kaufen“, sagt Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz: „Zum einen werden heute, unabhängig von der Bodenqualität, Preise von bis zu 25 000 Euro pro Hektar bezahlt, Preistreiber dabei war in erster Linie auch die Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) des Bundes.“ Doch auch ein anderer Umstand verhindert, dass Landwirte Boden kaufen können: Viele Agrarflächen sind heute arrondiert und nur noch in einem Los erhältlich. Stettin: „Unsere Bauern versuchen ja immer wieder einmal, in die Kaufverhandlungen einzusteigen. Aber die hohen Preise können heimische Landwirte angesichts der schlechten Marktsituation bei Milch, Fleisch und Getreide nicht mehr erwirtschaften. Da macht es auch keinen Unterschied, ob es große oder kleine Betriebe sind.“

27 Großgeschäfte bei Fläschen im Jahr 2015

Das Geschäft mit den Landwirtschaftsflächen in der Prignitz ändert sich zusehends. Hatte es im Jahr 2014 noch mehr kleinteilige Geschäfte mit Agrarflächen gegeben, hat sich die Tendenz in 2015 gewandelt. Bei den Flächengeschäften hatte es 2014 noch 18 Käufe von Großflächen mit einem Wert von über 250 000 Euro gegeben, 2015 waren es bereits 27 Großgeschäfte.

Deutlich wird in der Analyse des Agrarflächenmarktes des Prignitzer Gutachterausschuss auch: Nicht unbedingt haben die Bodenqualität und damit die möglichen Erträge mit dem Kaufpreis zu tun: „Statistisch nicht nachweisbar“, stellt der Gutachterausschuss fest, lediglich eine Tendenz von höhren Preisen zu besseren Böden ist festzustellen.

Pachten steigen durch teuren Flächenverkauf

Weil die neuen Besitzer so hohe Kaufpreise für die Böden bezahlt haben, steigen auch die Pachtpreise. Christina Stettin: „Wenn aber der Durchschnittserlös, den ein Landwirt von einer Fläche erzielen kann, niedriger liegt als die Pacht, würde eine Pacht denjenigen in die roten Zahlen treiben.“ Einige haben deshalb bereits darauf verzichtet, zusätzliche Flächen zu pachten, auch, wenn es für seinen Betrieb notwendig gewesen wäre.

„Das, was die Gesellschaft fordert, nämlich eine kleinteilige Landwirtschaft, ist unter diesen Verhältnissen gar nicht mehr möglich“, sagt die Kreisbauernverbands-Geschäftsführerin. „Denn immer seltener kommen für die einzelnen Höfe sinnvoll gelegene kleinteilige Flächen auf den Markt – zu einem Preis, den die Höfe auch erwirtschaften könnten. „Um die Forderung der Gesellschaft zu erfüllen, wäre nötig, dass die Lose auch von der BVVG kleinteiliger angeboten werden.“ Gleichzeitig beklagt der Verband, von möglichen Verkäufen erst viel zu spät zu erfahren.

Auch Jäger haben Interesse

Tatsächlich gehen viele Flächen weiter in Nicht-Bauernhand. Erst kürzlich soll in der Prignitz eine enormes Areal den Besitzer gewechselt haben. Zwar hatte es auch ein Gebot aus der Landwirtschaft gegeben, doch irgendwann ist in Anbetracht der Verkaufssumme der Landwirt aus dem Verfahren ausgestiegen. Gekauft hat offenbar ein Großindustrieller – er will das Land in eine Eigenjagd verwandeln. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Doch nach brandenburgischem Jagdrecht sind für eine Eigenjagd mindestens 150 Hektar nötig, die nur in begründeten Einzelfällen auf 75 Hektar reduziert werden kann.

Von Claudia Bihler

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