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Viele Bäume müssen noch gefällt werden

Wittenberge Viele Bäume müssen noch gefällt werden

Das ganze Ausmaß der Sturmschäden ist in Wittenberge auch zwei Wochen danach noch nicht zu erkennen. Der Stadtwald dürfte noch bis Ende November gesperrt bleiben, und auch für Parks gilt immer noch ein Betretungsverbot. Lediglich der Friedhof wird ab Freitag zum Teil wieder freigegeben. Die Stadt stehe vor einer Herkulesaufgabe, meinte Betriebshofleiter Andreas Grieswald.

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In der Stadt laufen überall die Aufräumarbeiten.

Quelle: Bernd Atzenroth

Wittenberge. Auch zwei Wochen nach Sturm Xavier gibt es allenfalls in Ansätzen Schätzungen über das Ausmaß der Schäden. Nicht anders ist es in dieser Hinsicht in der Stadt Wittenberge, die es besonders schwer erwischt hatte. Am Mittwoch informierte die Stadtverwaltung über das mittlerweile bekannte Ausmaß und über die weiteren Einsätze. Fazit: Beziffern lässt der Schaden noch nicht. Und es wird noch Monate dauern, bis die Schäden beseitigt sind, bei aller hohen Einsatzbereitschaft der Einsatzkräfte, die daran arbeiten. So haben nach Angaben seines Leiters Andreas Grieswald allein die Kräfte des städtischen Betriebshofs bis heute bereits 1040 Einsatzstunden abgeleistet, um die Sturmfolgen zu bewältigen. „Das ist eine Herkulesaufgabe, die wir in dieser Art noch nicht hatten“, betonte er. Der Betriebshof wird von zwei Firmen unterstützt, die er in der nächsten Zeit noch mehr in die Aufgabe einbinden will. Hubbühnen sind in der Stadt im übrigen derzeit komplett ausgebucht.

114 Einsätze hatte allein die Feuerwehr Wittenberge bis dato, die, wie der Stadtbrandmeister Lars Wirwich erklärte, für die akute Gefahrenabwehr zuständig ist. Noch am Dienstagabend gab es in Breese einen solchen Einsatz, als ein vom Sturm gelockerter Baum umfiel. Die meisten der Einsätze, nämlich 69, gab es am Sturmtag selbst, am Folgetag dann weitere 33. Dabei sind auch bereits 965 Stunden zusammengekommen. Zur Spitzenzeit waren 52 Feuerwehrleute gleichzeitig unterwegs. Ist ein akuter Einsatz abgearbeitet, dann übernehmen die Kräfte der Stadt.

Mit Stumpf und Stiel aus dem Boden gerupft

Ein besonderes Charakteristikum dieses Sturms war es, dass die meisten Bäume mit Stumpf und Stiel aus dem Boden gerupft wurden. Meist ist es gut sichtbar, etwa entlang der Straße, wenn der komplette Wurzelteller abgerissen ist und aus dem Boden ragt. Aber eben nicht immer: Und so werden immer noch weitere instabile Bäume gefunden oder gemeldet. Und ein guter Teil davon muss auch wirklich gefällt werden – so wird es zum Beispiel bei etwa zehn Bäumen in der Bürgerstraße sein. Warum das sein muss, erklärt Grieswald: „Beim nächsten Sturm können sie umfallen.“ Und der muss dann längst nicht so stark sein. All dies begründet auch, warum die meisten Freiflächen, für die die Stadt zuständig ist, derzeit nicht begangen werden dürfen. Gerade in parkähnlichem Gelände habe der Sturm Schneisen der Verwüstung hinterlassen. Auch jetzt noch können also Äste abfallen oder ganze Bäume umfallen.

Der Wittenberger Friedhof ist noch bis Freitag voll gesperrt

Der Wittenberger Friedhof ist noch bis Freitag voll gesperrt.

Quelle: Bernd Atzenroth

150 Bäume müssen gefällt werden, allein auf dem städtischen Friedhof sind 40 umgefallen oder beschädigt. Noch ist der Friedhof gesperrt, doch wird daran gearbeitet, ab Freitag wenigstens ihn teilweise wieder freigeben zu können. Das ist derzeit auch die Hauptpriorität. Zwar sind dort viele Gefahren bereits beseitigt, aber eben nicht alle. Selbst wenn der Friedhof am Freitag wieder begehbar sein wird, so wird es dort auch weiterhin gesperrte Bereiche geben, in denen noch immer Arbeiten durchzuführen sind. „Wir werden so weit freiräumen, dass man Bestattungen durchführten kann“, erklärte der Leiter des Betriebshofs. Nächste Priorität ist dann der Clara-Zetkin-Park, vor allem die Bereiche, die sich in der Nähe der Straße befinden. Noch immer geht es darum, potenziell gefährliche Bäume und Äste herauszunehmen – vom Schönschnitt ist man noch weit entfernt.

Holz rausnehmen verboten

Relativ stark betroffen sind nach Auskunft von Peggy Heyneck, für das Sachgebiet Umwelt bei der Stadt zuständig, die 100 Hektar Stadtwald, der erst nach dem Landeswald durchforstet wird, wie Peggy Heyneck erklärte. Auch hier bestehen Gefahren für Leib und Leben – vermutlich kann der Wald bis Ende November nicht betreten werden. Zudem ist es nicht gestattet,“ dass Bürger reingehen und freischneiden“. Sprich: Es ist untersagt, sich am Holz zu bedienen, „es ist unser Eigentum“. Die Stadt möchte im übrigen im Nachhinein selbst Holzerlöse erzielen und so einen Teil ihrer Kosten wieder hereinholen. Komplett gesperrt ist derzeit immer noch die Wahrenberger Chaussee. Sie musste direkt am Sturmabend, dem 5. Oktober, dicht gemacht werden, weil sie vollständig von Bäumen zugefallen war. Manche Bereiche sind daher derzeit nur über den Deichverteidigungsweg zu erreichen. Stehr bezeichnete den Sturm als „Katastrophe“. Diese wird die Wittenberger auch im Alltag noch weiter beeinträchtigen. So bleibt der Clara-Zetkin-Park bis auf weiteres gesperrt. „Dort besteht weiterhin Gefahr. Deshalb bleibt die Allgemeinverfügung bestehen.“ Allerdings ist man sich im Klaren darüber, dass Flatterband nicht ausreicht, um alle Menschen vom Gang in den Park abzuhalten. Darum wird es bald auch eine Beschilderung geben.

Von Bernd Atzenroth

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