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Volksbegehren gegen Windräder im Wald läuft

Prignitzerinnen sammeln Unterschriften Volksbegehren gegen Windräder im Wald läuft

Wer sich am Volksbegehren für größere Mindestabstände von Windrädern sowie keine Windräder im Wald beteiligen möchte, sollte dies bis zum 6. Juli tun. Marita Sauer aus Krempendorf wirbt für die Initiative: In ihrer Gemeinde wird 28 Mal so viel Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen, wie vor Ort verbraucht wird.

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Annegret Hahn und Marita Sauer (r.) sammeln Unterschriften

Quelle: Privat

Marienfließ. Noch bis zum 6. Juli haben die Bürger Zeit, sich am Volksbegehren „Volksinitiative für größere Mindestabstände von Windrädern sowie keine Windräder im Wald“ zu beteiligen. Die Unterschrift kann in den Amts- und Gemeindeverwaltungen abgegeben werden, wo die Listen ausliegen. Für Meyenburg wäre dies im Einwohnermeldeamt (Zimmer 3) der Amtsverwaltung möglich. Möglich ist auch die Briefwahl, wie Marita Sauer aus Krempendorf (Amt Meyenburg) betont.

Sie engagiert sich seit Monaten für die Initiative. „Ich bin sogar in Meyenburg von Tür zu Tür gegangen.“ Auch bei der Tour de Prignitz Ende Mai warb sie gemeinsam mit Annegret Hahn aus Meyenburg für die Teilnahme am Volksbegehren. Die Frauen informierten in Start- und Pausenorten an einem Stand.

Das Volksbegehren kann noch bis zum 6. Juli unterstützt werden

Der Antrag auf Briefwahlunterlagen kann persönlich, schriftlich oder per E-Mail an die jeweilige Verwaltung gestellt werden. Telefonisch ist dies nicht möglich. „Wer die Briefwahl nutzen möchte, sollte das rechtzeitig tun“, so Marita Sauer. Die briefliche Eintragung muss so abgeschickt werden, dass sie bis zum 6. Juli um 16 Uhr bei der jeweiligen Behörde vorliegt. Dabei darf die unterzeichnete eidesstattliche Erklärung nicht vergessen werden. Die Unterlagen werden dem Bürger kostenfrei übersandt. Den Eintragungsbrief befördert die Deutsche Post ebenfalls kostenlos.

Marita Sauer kämpft gegen den weiteren Windrad-Ausbau, seit sie erfahren hat, dass im Eignungsgebiet Krempendorf-Meyenburg ein riesiger Windpark entstehen könnte. Zum Teil könnten diese Windräder im Wald aufgestellt werden, sollte der Regionalplanentwurf „Freiraum und Windenergie“ in dieser Form verabschiedet werden. Dabei hat die Region aus ihrer Sicht genug Windräder abbekommen, findet Marita Sauer. Sie hat auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie unter dem Reiter „EnergyMap“ Zahlen gefunden, die sie alarmierend findet. Die Werte sind zwar nicht mehr ganz frisch, aber dennoch interessant. „Ja, wenn man diese Zahlen sieht, haben wir unseren Beitrag geleistet“, findet Marita Sauer.

Die Region hat schon genug Windräder, findet Marita Sauer

Demnach werden in der Gemeinde Marienfließ, zu der Krempendorf gehört, jährlich 191 678 Megawattstunden (MWh/Jahr) Strom aus regenerativen Energien produziert, davon allein 173 000 aus Windkraft. Verbraucht werden im Gemeindegebiet 6896 MWh im Jahr. Nimmt man den Verbrauch als Maßstab, entspricht das einer Produktion von 2779 Prozent Strom aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Zum Vergleich: In der Prignitz werden 271 Prozent Energie aus regenerativen Quellen produziert. Der gesamte Kreis verbraucht 609 301 MWh/Jahr, produziert aber 1,653 Millionen MWh/Jahr. Am wenigsten – aber immer noch mehr als verbraucht wird – produzieren die Anlagen im Gebiet um Putlitz, nämlich 171 Prozent.

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin liegt mit 125 Prozent weiter hinten im Ranking. Der Stromverbrauch beträgt dort 796 314 MWh/Jahr, produziert werden 997 227 MWh/Jahr. Spitzenreiter ist Stüdenitz-Schönermark mit 1715 Prozent Energie aus Erneuerbaren, am wenigsten wird in Neustadt (Dosse) mit 129 Prozent produziert.

Brandenburgweit führt die Prignitz bei der Stromproduktion aus alternativen Quellen, gefolgt von der Uckermark (213 Prozent). Der Kreis Spree-Neiße liegt am anderen Ende der Liste: Dort kommen 62 Prozent des Stroms aus Wind, Sonne und Biomasse, dicht gefolgt vom Havelland mit 68 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer liegt Brandenburg mit 77 Prozent ganz vorn, es folgen Schleswig-Holstein (70 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (63 Prozent). Schlusslicht ist Sachsen mit 16 Prozent. Bayern produziert übrigens 26 Prozent des Stroms, den es selbst verbraucht, aus Erneuerbaren. Bundesweit kommen 26 Prozent des jährlich verbrauchten Stroms aus regenerativen Quellen.

Von Beate Vogel

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