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Voller Magie: Thomas und Sia Thompson

Perleberg Voller Magie: Thomas und Sia Thompson

Thomas und Sia Thompson sind nicht wirklich übersinnlich begabt: Dennoch verblüffen sie ihre Zuschauer regelmäßig mit ihren Tricks und Fertigkeiten. Die beiden leben und trainieren in der Prignitz – für ihre Auftritte reisen sie jedoch durch die ganze Republik und treten bei Kleinkunst- und Zauberfestivals, Gauklerfesten, historischen Märkten, Firmenfeiern und in Theatern auf.

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Hier zeigen die Künstler den Trick: Der linke Ring ist offen.

Quelle: Kerstin Beck

Perleberg. Irgendwo in der Nähe von Perleberg schlängelt sich eine schmale Straße durch die Landschaft. Wiesen, Kornfelder, blühende Linden, ferne Eichen – Schmetterlinge, Hummeln und Lerchen und in der Ferne ein hoher Backsteinturm eines kleinen Dorfes.

Ausgerechnet hier, wo die Prignitz so richtig ländlich ist, lebt ein Künstlerpaar, welches man eher in einer Großstadt vermutet. Denn Thomas und Sia Thompson treten mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten im gesamten deutschsprachigen Raum auf – insbesondere dort, wo es ein anspruchsvolles Publikum gibt, welches aber dennoch Wunder erwartet: mit Abendprogrammen, Shows und Kurzauftritten bei internationalen Kleinkunst- und Zauberfestivals, Gauklerfesten, historischen Jahrmärkten, in Theatern und Konzertgärten und bei Events von deutschlandweit bekannten Firmen.

Der Trick mit dem Herzen

Der Trick mit dem Herzen.

Quelle: Kerstin Beck

Da will das Zuhause in einem stillen Prignitzwinkel nicht so recht passen. Aber das Gegenteil ist der Fall: „Es gibt hier eine tolle Dorfgemeinschaft mit interessanten und engagierten Leuten“, erzählt Thomas Thompson. „Und wir wohnen hier ganz optimal, das hat sich vor einigen Jahren so ergeben, als wir aus Potsdam wegziehen wollten. Hier können wir vor allem ganz in Ruhe an unserem Programm arbeiten und daran üben!“

Dafür gibt es einen Übungsraum, der vor allem eines hat: Platz. Denn den braucht das Ehepaar, damit alles sicher gelingt. „Und das, womit wir auftreten, haben wir schon Tausende Male geübt. Das muss sitzen, denn es wäre peinlich, wenn etwas schiefginge!“

Thomas und Sia Thompson sehen sich als Verwirr-Künstler. Ersterer steht mit magisch-fesselndem Blick als „Moderator“ auf der Bühne, neben ihm seine zarte, gertenschlanke exotisch-hübsche, geheimnisvolle „Assistentin“. Beide gaukeln den Leuten etwas vor, was es in Wirklichkeit gar nicht gibt. „Wir versprechen den Leuten etwas, was wir dann gar nicht halten, wenn man es genau nimmt. Wie uns das gelingt, das ist natürlich unser Geheimnis“, erzählt der gebürtige Mecklenburger weiter.

Kein Trick – nur Physik

Kein Trick – nur Physik.

Quelle: Kerstin Beck

Auch während des Gespräches ist den beiden Sideshow-Charlatans kein unbedachtes Wort zu entlocken. „Nur bei dem Trick mit den Ringen zeigen wir, wie es geht!“ Dort wird einer Person mit verbundenen Augen ein Ring auf den Arm, dessen Hand an den Körper gepresst ist, gezogen. Und das funktioniert nur, weil der Ring offen ist, was jedoch die Person nicht sieht. Und dann ist da noch die Sache mit dem magischen Geburtsdatum, das auf eine Tafel geschrieben wird und aus dem sich plötzlich verblüffende Zahlenkombinationen ergeben. „Da muss meine Frau in Sekundenschnelle rechnen können“, so die lapidare „Auflösung“.

„Das gibts doch gar nicht“ ist zum Beispiel auch regelmäßig im Publikum bei der Szene, bei der der Herzschlag des Zaubermeisters aussetzt und nur mit dem Anzünden einer Kerze wieder in Gang gesetzt wird, zu hören. Und wobei immer jemand aus dem Publikum zum Pulsmessen geholt wird, der eine medizinische Ausbildung hat. „Einmal hatten wir einen Chefarzt dabei, der zwar verblüfft war, aber sagte, dass es einige Minuten ohne Herzschlag schon noch ginge!“

Das magische Geburtsdatum

Das magische Geburtsdatum.

Quelle: Kerstin Beck

Natürlich sind auch hier etliche Kniffe am Werk, die das Paar, welches größtenteils seine Nummern auch selbst entwickelt, nicht verrät.

Kennengelernt haben sich der einstige Mathematikstudent und die in London ausgebildete Sozialanthropologin bei einem jeweiligen Auslandssemester in Finnland. „Danach haben wir ein Jahr hindurch eine Fernbeziehung gehabt, aber dann war uns klar, dass wir gemeinsam leben und etwas Kreatives machen wollen“, ist weiterhin zu erfahren.

Telepathie

Telepathie? Wohl eher nicht.

Quelle: Kerstin Beck

„Wir wollen die Leute mit unseren ’Kunststücken’ zum Nachdenken bringen. Zumal ja auch auch vieles, was man ihnen im täglichen Leben vorsetzt, nicht stimmt. Und wenn wir den Leuten übersinnliche Kräfte wie etwa Gedankenlesen propagieren – dann sind es in Wirklichkeit nur physikalische Fertigkeiten.“

Wer die beiden Verwirr-Realisten in einer ihrer nächsten magischen Shows erleben möchte, sollte entweder am 3. Juli nach Oelde zum Gauklerfestival oder vom 29. bis zum 31. Juli nach Augsburg fahren. In der Prignitz ist das Duo erst wieder am 17. September im Klein Leppiner Festspielhaus zu erleben – mit ihrer phantastischen Schaubuden-Zauber-Revue.

Von Kerstin Beck

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