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Vom Gemüsegarten zum grünen Kleinod

Wittenberge Vom Gemüsegarten zum grünen Kleinod

Ingrid und Hans Baumann lieben die Natur: Sie haben sich in Wittenberge ein idyllisches Refugium geschaffen. Im Laufe der Jahre verwandelten sie ihren Gemüsegarten in ein wunderschönes grünes Kleinod. Im Garten blüht und wächst es, dass es eine wahre Pracht ist.

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Eine Gartenansicht wie gemalt.

Quelle: Jens Wegner

Wittenberge. Der Blauglockenbaum im Garten von Ingrid und Hans Baumann im Wittenberger Lindenweg ist erst drei Jahre alt und schon rund drei Meter groß. Der in China beheimatete Baum wächst sehr schnell. Die Blätter sind riesengroß und besitzen eine auffallend samtige Haptik. „Nur ist er etwas frostempfindlich. Die Spitzen sind im vergangenen Winter abgefroren”, sagt Hans Baumann. Also werde dieses Jahr ein Gerüst um den Baum gebaut, das – mit Folie umspannt – das Gewächs schützt.

Ingrid und Hans Baumann

Ingrid und Hans Baumann.

Quelle: Jens Wegner

Überhaupt blüht und wächst es in ihrem Garten, dass es eine wahre Pracht ist. Der Phlox blüht in viele Farben, darunter in einer besonderen, kräftig lila-roten. „Wenn der Phlox verblüht ist, kommen die ganzen gelben Blumen”, erklärt Ingrid Baumann. „Dieses Jahr hatten wir mehr Schmetterlinge als sonst”, stellte sie fest. Extra für diese Tiere ließen sie die Disteln stehen. Das Pfauenauge und den Admiral beobachteten sie unter anderem an den Disteln.

Neugierig schaut Kater Leo um die Ecke. „Den teilen wir uns praktisch mit unseren Nachbarn”, berichtet Ingrid Baumann. „Irgendwann war er plötzlich hier. Er geht dahin, wo es ihm gerade am besten gefällt. Wenn er fremde Stimmen hört kommt er neugierig um die Ecke.”

Eine große Silberzypresse wurde jahrelang akribisch beschnitten. Die Äste am Stamm wurden kahl geschoren und am Ende rund geschnitten. „Mein Mann ist der perfekte Baumbeschneider”, lobt sie ihren Gatten. Auch ein Ginkgobaum, den ihre Schwiegertochter aus einem Samen zog, ist so beschnitten, dass die Krone einer Kugelform entspricht. „Eiben eignen sich besondern gut zum Beschneiden und Formen der Zweige, weil sie auch innen immer grün bleiben.” So soll eine Eibe als lebende Lehne für eine Sitzbank genutzt werden. Kuschlige Sitzecken findet man einige im Garten der Baumanns.

Blütenpracht

Blütenpracht

Quelle: Jens Wegner

Zu den teils seltenen Pflanzen dazwischen zählt die Weidenblättrige Sonnenblume. Deren Blüte ist eher unscheinbar, dafür wiegen sich die schmalen, langen Blätter elegant im Wind. Den Lederhülsenbaum zogen sie aus Samen, den sie aus Ägypten mitgebracht hatten. Kleine Kunstwerke und Dekoartikel ergänzen das Pflanzenarrangement. So etwa ein Glockenspiel, dass Hans Baumann aus alten Wasserrohren baute, die nach der Sanierung des Bads übrig waren.

Mehrere kuschlige Sitzecken findet man im Garten der Baumanns

Mehrere kuschlige Sitzecken findet man im Garten der Baumanns.

Quelle: Jens Wegner

Im Jahr 1979 kauften Baumanns ihr Haus im Lindenweg. „Auf dem Grundstück gab es einen Gemüsegarten mit Spargel, Möhren, Erbsen, einfach alles, was man brauchte. Links und rechts eines Mittelwegs waren die Beete angelegt. Den Garten haben wir viele Jahre lang so weitergenutzt. Nach der Wende 1989 war plötzlich alles anders. Es gab von allem genügend zu kaufen. Also wichen die ersten Gemüsebeete, zuerst einem Teich. Das hat sich dann verselbstständigt”, erklärt Ingrid Baumann den Wandel ihres Gartens vom Gemüsegarten zum wunderschönen grünen Kleinod.

„Als unser Altbundeskanzler Helmut Kohl kurz nach der Wende Wittenberge einen Besuch abstattete, habe ich ihm die Hand geschüttelt. Noch heute sehe ich seine kräftige Hand und seine Schuhe mit Gummisohlen vor mir. Das ist irgendwie hängen geblieben”, erinnert sie sich lachend. „Er hat uns ja damals blühende Landschaften versprochen. Da habe ich gedacht, ich fange schon mal an und pflanze Blumen.”

Kater Leo kommt, wenn er fremde Stimmen im Garten vernimmt

Kater Leo kommt, wenn er fremde Stimmen im Garten vernimmt.

Quelle: Jens Wegner

Ein kleiner Gemüsegarten ist aber übrig geblieben. Bohnenpflanzen ranken am Gestänge eines ausgedienten Sonnenschirms nach oben. Die Ranken einer Kürbispflanze finden auf einer Koniferenhecke Platz, sich auszubreiten. „Wenn unten kein Platz mehr da ist, muss es eben in die Höhe gehen”, kommentiert es Hans Baumann. Ingrid Baumann hält braune, bohnenförmige Samen in der Hand. „Die sind aus der Kalebasse. Das sind die getrockneten Früchte des Flaschenkürbis. Die Samen muss man vor der Aussaat leicht ankratzen und einen Tag in lauwarmem Wasser quellen lassen”, erklärt sie. Auch der Nachzucht haben sich die Rentner verschrieben. „So hat man immer was zum Verschenken.”

Die MAZ stellt auch weiterhin in loser Folge schöne Gärten der Region vor.

Von Jens Wegner

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