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Prignitz Vom Sandweg zur Staatschaussee
Lokales Prignitz Vom Sandweg zur Staatschaussee
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00:17 18.02.2017
Der Bau von Staatschauseen sollte den Grundstein für einen genormten Straßenbau in Preußen legen, der bis heute fortwirkt. Quelle: Claudia Bihler
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Prignitz

Die Postillione klagten: Mal waren die Wege, die sie mit ihren Kutschen zurückzulegen hatten, nach Unwettern völlig aufgeweicht und sie blieben im Matsch stecken. Mal holperten die Fahrzeuge über steinige Strecken – mit absehbaren Folgen für Pferde und Fahrwerk. Vor allem Nebenrouten änderten ihren Verlauf, während neue Landstraßen genutzt wurden. Manche verwilderten nach Jahren der Nutzung wie etwa die Strecke zwischen Wittstock und Havelberg, die zuerst über den Papenbrucher Weg verlief. Der wurde Jahre später wieder zu einer grünen „Grasnarbe ohne jede Wagenspur“, wie Wilhelm Polthier in seiner Geschichte Wittstocks bemerkt.

Viele Postkurse folgten alten Pilgerwegen. Die Alte Hamburger Poststraße etwa, angelegt als Reiterstrecke 1654 auf Geheiß des Kurfürsten Friedrich Wilhelms, nutzte in ihrem südlichen Verlauf den alten Pilgerweg zum Wallfahrtsort Bad Wilsnack und führte dorthin unter anderem über Wustrau-Altfriesack, Fehrbellin, Wusterhausen und Kyritz. Ab Bad Wilsnack ging es für Reisende und Postboten über Kletzke, Perleberg und Lenzen in Richtung Hamburg. Ein festgelegter Verlauf bedeutete nicht unbedingt eine leichte Reise – neben den schlechten Wegeverhältnissen waren Wasserläufe zu queren und Moore zu umgehen. Kurz vor Lenzen mussten Kutschen und Pferde bei Nebelin die Löcknitz furten, bis 1781 eine Brücke angelegt wurde.

Erste Wegweiser in Form des Arms eines römischen Kriegers

Trotz allem sollten die preußischen Postgebühren und Fahrkartenpreise für die Reisenden exakt geregelt werden. Schon ab 1698 waren auf Verlangen des Kurfürsten entlang der unbefestigten Sandwege erste Wegweiser errichtet worden – der Arm eines römischen Kriegers zeigte in die Richtung des Weges, der Eichenpfahl, an dem diese Arme befestigt waren, waren farbig gestrichen. Hatte es bereits damals erste Meilensäulen zwischen den beiden Residenzstädten Berlin und Potsdam gegeben, wurden diese entlang der Alten Hamburger Poststraße erst ab 1800 errichtet.

Auf den Säulen, die als Ganz-, Halb- und Viertelmeilenmarkierungen gebaut wurden, waren nicht nur die Entfernungen vermerkt, sondern auch die Reisezeiten. 38 Meilen lang war der Weg zwischen Berlin und Hamburg. Dabei hatte die preußische Meile eine Länge von 7,532 Kilometern. Eine Kutsche konnte eine Meile in etwa einer Stunde zurücklegen, ein Fußgänger benötigte zwei Stunden.

Nicht mehr als 100 Kilo Körpergewicht

In einem umfassenden Handbuch waren die Gebühren für die Post exakt geregelt, wobei sowohl das Gewicht einer Sendung wie auch die Entfernung zum Ziel herangezogen wurde. Selbst das Gewicht der Reisenden spielte in den ersten Regelwerken eine Rolle – um zum normalen Personenpreis befördert zu werden, sollte ein Fahrgast nicht mehr als 100 Kilogramm auf die Waage bringen.

Friedrich der Große hatte die morastigen, unbefestigten Wege noch als natürliches Hindernis gegen eindringende Feine betrachtet – mancher Zeitgenosse betrachtete dies allerdings als Ausflucht dafür, dass die Landesherren die Kosten des Straßenbaus scheuten – auch, wenn die preußische Post als erfolgreiches Staatsunternehmen viel Geld in die Staatskassen spülte. Unter Friedrich Wilhelm II. sollte sich das zur Wende zum 19. Jahrhundert ändern. Für rund 40 000 Taler pro Streckenkilometer entstanden in Preußen die ersten Kunststraßen. 1870 existierten 2000 Kilometer an Staats-Chausseen, deren Abmessungen und Geradlinigkeit vorgeschrieben waren und deren Ränder mit Alleebäumen gesäumt wurden.

In 30 Stunden von Berlin nach Hamburg über die neue Chaussee

Mit der Errichtung der „Neuen Hamburger Chaussee“ wurde 1830 auch die Alte Hamburger Poststraße aufgegeben. Hatte die alte Poststraße kaum Bezüge zu den heutigen Hauptverkehrsstraßen, wurde mit der neuen Kunststraße bereits der Verlauf der heutigen Bundesstraße 5 festgelegt. Nur noch 30 Stunden benötigte die Post 1841 für die Strecke zwischen Berlin und Hamburg. Schneller sollten Briefe erst mit dem Bau der Eisenbahn zwischen Berlin und Hamburg ans Ziel kommen.

Von Claudia Bihler

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