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Vom Schnellstarter zum Bummelzug

Stadt-Umland-Wettbewerb in Groß Pankow und Pritzwalk Vom Schnellstarter zum Bummelzug

Groß war die Freude, als Pritzwalk, Wittstock, Heiligengrabe, Meyenburg, Groß Pankow und Putlitz-Berge „Schnellläufer“ im Stadt-Umland-Wettbewerb wurden. Doch der Vorsprung schmilzt, das Land hat noch keine Richtlinien verabschiedet, welche Mittel beantragt werden können. Die Kommunen haben Projekte für 70 Millionen in der Schublade, 10,3 Millionen gibt es nur.

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Auf gute Zusammenarbeit: Der Groß Pankower Bürgermeister Thomas Brandt (l.) und der Pritzwalker Vizebürgermeister Ronald Thiel.

Groß Pankow/ Pritzwalk. Als Schnellläufer gemeldet und noch vor dem Startschuss aus dem tritt gekommen? Ganz so drastisch sehen die Bürgermeister der beteiligten Kommunen in der erweiterten Kooperation Pritzwalk-Wittstock-Heiligengrabe-Meyenburg-Groß Pankow-Putlitz-Berge die Lage noch nicht, aber von Aufbruchstimmung kann derzeit keine Rede sein.

„Wir sind im vergangenen Jahr als Schnellläufer für den Stadt-Umland-Wettbewerb bestätigt worden. Das war die gute Nachricht“, sagt Thomas Brandt, Bürgermeister der Gemeinde Groß Pankow. Sehr viel mehr habe sich in dieser Hinsicht noch nicht getan. „Das Land hat angekündigt, im ersten Quartal die Richtlinien vorzulegen, nach denen die Fördermittel beantragt und verwendet werden können“, sagt der Pritz­walker Vizebürgermeister Ronald Thiel. Doch solange nichts konkretes vorliegt, nutzt der Schnellläuferstatus herzlich wenig. Am Montag trafen sich die Abgesandten der beteiligten Kommunen im Groß Pankower Rathaus, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Die fehlenden Richtlinien sind aber nur eins von vielen Problemen. Die Kommunen haben Maßnahmen im Gesamtwert von über 70 Millionen zusammengetragen. Zur Verfügung stehen insgesamt jedoch „nur“ 10,3 Millionen Euro. „Da müssen die kommunalen Vertreter wirklich in sich gehen und entscheiden, welches die wichtigsten Vorhaben sind“, sagt Ronald Thiel.

Sorgen wegen unterschiedlicher Prioritäten

Die Vorhaben der Gemeinde Groß Pankow waren größtenteils schon ausgearbeitet und eigentlich auch finanziell untersetzt, als vom Stadt-Umland-Wettbewerb noch keine Rede war. „Das Geld, das vom Land jetzt im Stadt-Umland-Wettbewerb zur Verfügung gestellt wird, stammt ja zu einem Teil aus dem Leader-Programm“, sagt Thomas Brandt. „Damals gab es die unausgesprochene Übereinkunft, dass die größeren Prignitzer Städte die Mittel für den ländlichen Raum nicht antasten, weil ihnen ja andere Förderprogramme zur Verfügung stehen. Jetzt sehe ich mit Sorge, dass Perleberg den Parkplatz am Tierpark mit Geld aus diesem Programm befestigen will“, sagt Thomas Brandt. Auf der anderen Seite tauchen Aufgaben wie der Hochwasserschutz im Beitrag der Westprignitzer Kooperation auf. Aufgaben wie der Hochwasserschutz seien jedoch die Zuständigkeit des Landes.

Stattdessen sollten vor allem solche Projekte gefördert werden, die über die Gemeindegrenzen hinaus wirken. Als bestes Beispiel nennt er die Ertüchtigung der Pollostrecke. „Wir wollen ein Sozialgebäude in Mesendorf und Lindenberg errichten, wo die Fahrgäste auch ihre Notdurft verrichten können“, erklärt Thomas Brandt. In Mesendorf hingegen benötige der Verein Kleinbahnmuseum Lindenberg Waschmöglichkeiten für die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Dass die Pollo-Strecke – wie schon einmal ins Spiel gebracht – erweitert werden kann – halten die Vertreter beider Nachbarkommunen für unrealistisch.

Kritik an fehlender Richtlinien

„Fakt ist, dass die Kommunen eine zwischengeschaltete Stelle einrichten müssen“, sagt Ronald Thiel. Dieses Gremium, dem Vertreter der Kommunen angehören, soll die Dringlichkeit der Anträge prüfen. Dazu muss eine Verwaltungsvereinbarung getroffen werden. Bis zum 4. April soll die Stelle etabliert sein.

Wenn man den Bekundungen aus Potsdam Glauben schenken kann, sollten bis zu diesem Zeitpunkt auch die Richtlinien für den Stadt-Umland-Wettbewerb vorliegen. Bis dahin befinden sich die Schnellläufer in Wartestellung. Ronald Thiel nennt es „als Schnellläufer gestartet, und jetzt vorübergehend zum Igel zusammengerollt“. Thomas Brandts Vergleich fällt noch ein wenig drastischer aus. Die Kommunen seien „losgefahren als ICE und als Bummelzug angekommen“.

Von Andreas König

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