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Prignitz Von Dierickes Hof zu Minnashöh
Lokales Prignitz Von Dierickes Hof zu Minnashöh
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00:17 10.10.2016
Das Haus, in dem Matthias Sobania mit seiner Familie wohnt. Vorne rennt Sohn Oskar.
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Minnashöh

Als Matthias Sobania abends noch eine letzte Runde über sein weitläufiges Grundstück dreht, wirft die untergehende Sonne endlos lang erscheinende Schatten alter Alleebäume über die lebhafte weite Landschaft, in die sein Haus in Minnashöh harmonisch eingebettet ist. Der Nordostwind treibt nicht nur Wolkenfetzen aus der Ferne herbei, sondern auch das Rauschen der Windkraftanlagen, die vor ein paar Jahren in Sichtweite des Hauses aufgestellt wurden. „Wir haben da noch echt Glück, dass die Rotorengeräusche nicht so oft zu hören sind“, sagt Matthias Sobania.

Matthias Sobania mit seiner Partnerin Nadine Finke und Sohn Oskar. Quelle: André Reichel

Abgesehen von den Windrädern lebt der 44-Jährige gern im beschaulichen Minnashöh, liebt die weite Landschaft und die Spaziergänge mit der Familie auf den einsamen Wegen in der Umgebung. 1999 kam der in Neustadt aufgewachsene Matthias Sobania nach Minnashöh. Schon als Kind träumte der 44-Jährige von einem möglichst einsam stehenden Haus. Per Zufall sah Sobania, damals noch als Bauingenieur tätig, eine Immobilienanzeige, in der das Haus in Minnashöh angeboten wurde, in dem er wohnt.

„Für mich stand sofort fest, dass ich dieses Haus unbedingt haben wollte“, sagte Matthias Sobania, der nun als Hausmeister arbeitet. Was er sich mit dem alten Fachwerkbau aufgehalst hatte, ahnte Matthias Sobania damals noch nicht. Doch als Mann vom Fach schreckte es ihn nicht und er machte sich an die Arbeit. Zimmer für Zimmer wurde nacheinander weg grundhaft saniert. Das alte Fachwerk ist nun nicht nur bei der Außenansicht schön anzusehen, sondern auch im Inneren kann es in vielen Räumen gut zur Geltung kommen, weil es dort freigelegt wurde.

Das Haus vor 80 Jahren mit einem Kind des damaligen Besitzers. Quelle: André Reichel (Repro)

Ins Staunen kam Matthias Sobania, als er im Zuge der Sanierung einen neuen Kellerzugang anlegte. Statt einer Mauer aus Ziegeln oder kleineren Feldsteinen, wie zu erwarten, fand sich unter einer dünnen Putzschicht eine Wand aus fast mannshohen Findlingen, die fachmännisch zurecht geschlagen, passgenau über- und nebeneinander gestellt waren und so eine äußerst solide Kellerwand bildeten. Mit dem Stemmhammer war da nichts zu machen. Irgendwie hatte es dann doch noch geklappt mit dem Durchbruch.

Die riesigen Findlingsbrocken jedoch liegen noch immer unten im Keller neben der neuen Tür. „Sie waren einfach zu schwer, um sie nach draußen zu wuchten“, berichtet Matthias Sobania, dem damals sein Bruder Michael zur Hand ging, der ebenfalls mit im Haus lebt. Seitdem Michael Sobania die riesigen Steine im Keller gesehen hatte, stellte er sich mehr und mehr die Frage nach der Geschichte des Hauses. Weitere Funde, die darüber Auskunft geben könnten, etwa auf dem Dachboden oder unter den alten Dielen, machte Sobania nicht, bedauert er.

Im Messtischblatt von 1881 sind weitere Häuser hinzugekommen. Plötzlich heißt der Ort Minnashöh. Quelle: André Reichel (Repro)

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass sich vor einem Jahr die einstigen Besitzer des Hauses in Minnashöh meldeten. Sie reisten aus den alten Bundesländern an, um sich noch einmal ihr altes Anwesen anzusehen. Neben vielen Anekdoten, die sie aus der Zeit vor Ende des Zweiten Weltkrieges erzählen konnten, hatten sie noch alte Fotos und eine kleine Zusammenstellung einiger Ereignisse dabei, die mit Minnashöh zu tun haben. Diese reichen jedoch nur bis ins Jahr 1876 zurück, als der Erwerb des Hauses je zur Hälfte durch die beiden Landwirte Johann Christian Katerbow und Johann Christian Hahn im Kataster aktenkundig wurde.

Die Geschichte von Minnashöh reicht allerdings noch weiter zurück. Sie beginnt im Jahr 1799, als sich in Vehlow die Untertanen des Gutsbesitzers „von Blumenthal“ von allen Diensten freikaufen und das Eigentum am Gehöft voll erwerben konnten. Helmut Wagner vom Kyritzer Heimatverein weiß darüber hinaus zu berichten, dass damals nicht wenige Bauern ihre neu gewonnene Freiheit dahingehend nutzten, um sich ein Haus auf ihr oftmals weit vom Dorf entfernt liegendes Land zu bauen. Erst in jenen Jahrzehnten entstanden so überall im Lande viele Einzelgehöfte.

Früher hieß das Gehöft Dierickes Hof

Dass es sie zuvor noch nicht gab, beweist die Karte von 1786, in der das Haus von Matthias Sobania nicht zu finden ist. Schon 55 Jahre später allerdings belegt das preußische Urmesstischblatt die Existenz des Gehöftes, das damals den Namen Dierickes Hof trug. Wer dieser Diericke war und was aus ihm und seinen Nachkommen wurde, darüber schweigen die geschichtlichen Quellen. Fest steht: Dierickes Hof ist mit dem Haus von Michael Sobania identisch. Die beiden aus der Gründungszeit stammenden Fachwerkscheunen zu beiden Seiten des Hauses wurden in der Zeit der politischen Wende abgerissen.

Das Messtischblatt aus dem Jahr 1881 zeigt, dass weitere Häuser hinzugekommen sind und seit 1878, so Helmut Wagner, wird der Ort amtlich Minnashöh genannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hans Speiser, der Sobanias Gehöft 1936 erwarb, enteignet. Vor ihm gab es eine ganze Reihe wechselnder Eigentümer. In Minnashöh wurden später Siedlungshäuser und ein Schweinestall gebaut. Das grüne Ortsschild, das dem kleinen Ort Identität verlieh, ist seit Jahren weg. Nur am Bushaltestellenschild ist der Name noch zu lesen.

Von André Reichel

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