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Prignitz Von der Ehe überzeugt
Lokales Prignitz Von der Ehe überzeugt
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00:18 26.05.2017
Simone Luckfiel sitzt als Standesbeamtin im Trauzimmer des Rathauses dem Brautpaar gegenüber, das auf dem roten Sofa Platz nimmt. Quelle: Beate Vogel
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Pritzwalk

Gefühle sind selbstverständlich im Spiel, wenn Simone Luckfiel Brautpaare in den Stand der Ehe erhebt. Dass aber nicht nur das Brautpaar, sondern auch die Standesbeamtin mit Emotionen dabei ist, weiß nicht jeder: Jedenfalls erzählt dies die Standesbeamtin aus der Stadtverwaltung Pritzwalk im MAZ-Interview. Seit 1999 schließt sie Ehen – und das aus voller Überzeugung.

Wollten Sie schon immer Standesbeamtin werden?

Nein. 1986 habe ich bei der Stadt Pritzwalk angefangen und war erst im kulturellen Bereich tätig, als Kulturhausleiterin. Später bin ich in die Verwaltung gewechselt. Irgendwann stellte sich die Frage, ob ich ins Standesamt möchte. Ich habe mich dafür entschieden und dafür noch einmal eine Ausbildung an der Akademie für Personenstandswesen im hessischen Bad Salzschlirf absolviert. Das ist übrigens die einzige Institution, an der in diesem Fachgebiet ausgebildet wird.

Wie wird eine Trauung vorbereitet?

Vorab führe ich Gespräche mit dem Brautpaar, welche Wünsche sie haben und was wir ihnen für Möglichkeiten bieten können. Ich versuche stets, darauf einzugehen. Dabei geht es um die persönliche Situation, um die Musik oder den Trauort, den wir ansehen. Die Leute sind ganz unterschiedlich. Und ich versuche, den Paaren möglichst viel von ihrer Aufregung zu nehmen.

Freundlichkeit und Ausstrahlung

Voraussetzungen für den Beruf sind eine angenehme Ausstrahlung, Freundlichkeit, offenes Auftreten und Freude am Umgang mit Menschen.

Um Standesbeamtin zu werden, benötigt man eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten, mit der Befähigung zum gehobenen Dienst. Nach einiger Berufserfahrung in der Verwaltung muss man das Grundseminar mit Prüfung zur bestellten Standesbeamtin bei der Akademie für Personenstandswesen in Bad Salzschlirf absolvieren.

Im Rathaus in Pritzwalk bilden sieben Kolleginnen den Bereich Bürgerservice, zu dem das Standesamt, Meldewesen und das Gewerbeamt gehören. Die Mitarbeiterinnen decken dabei jeweils einen bestimmten Aufgabenbereich ab. Seit 2016 gehören auch das Standesamt und das Meldeamt der Gemeinde Groß Pankow dazu.

Wo bieten Sie denn überall Trauungen an?

Natürlich im Trauzimmer des Pritz­walker Rathauses. Weil sich aber das Personenstandsgesetz geändert hat, können wir auch an anderen Orten trauen. Dazu gibt es individuelle Absprachen. Wir hatten schon Eheschließungen im Forsthaus Hainholz, aber auch davor, mit einem roten Teppich auf dem Rasen. Seit etwa fünf Jahren sind Trauungen auch im Kulturhaus möglich. Auch in Mesendorf in der Alten Schmiede waren wir schon. Seit dem vergangenen Jahr betreuen wir als Standesbeamtinnen die Gemeinde Groß Pankow mit: Wir trauen im Rathaus, im Waldlehrpark in Groß Woltersdorf, in Wolfshagen im Schloss oder – ganz neu – in einem speziell ausgestatteten Pollo-Waggon. Die Kleinbahn wird in Lindenberg von einem Verein am Leben erhalten und fährt regelmäßig von Mesendorf nach Lindenberg. Da würde ich mich sehr freuen, wenn sich junge Paare dafür interessieren würden, schon weil ich in Lindenberg wohne.

Sind die auswärtigen Trauungen eine Bereicherung?

Natürlich. An erster Stelle stehen die Brautpaare. Sie sollen sich bei uns wohlfühlen. Und wenn wir einen Teil dazu beitragen können, haben wir es richtig gemacht.

Sind Sie selbst vor einer Trauung aufgeregt?

Ja, da ist auf keinen Fall Routine eingekehrt. Wenn es so wäre, dann könnten die Eheschließungen gar nicht so emotional ablaufen. Ich finde es wichtig, dass auch ein Standebeamter ein bisschen aufgeregt ist, Lampenfieber hat und nicht nur stupide seinen Job macht.

Gab es mal eine ganz ausgefallene Trauung?

Wir hatten mal eine Truckerhochzeit, da stand der ganze Marktplatz vor dem Rathaus voller Laster. Als das Brautpaar herauskam, haben alle gleichzeitig die Hupe gedrückt.

Sind während der Trauung schon mal die Ringe heruntergefallen?

Nein, noch nie. Aber dass sie mal nicht gepasst haben, weil vor Aufregung an dem Tag die Finger angeschwollen waren, das gab es schon. Da musste ein bisschen mehr Kraft aufgewendet werden. Große Missgeschicke hatte ich aber noch nicht.

Was ist das Schöne, wenn Sie ein Paar trauen?

Wenn man die Paare vor sich sieht, haben die allermeisten ganz glückliche Augen – egal in welchem Alter sie sind. Das ist eine große Freude, wenn man einen Teil dazu beiträgt, jemanden glücklich zu machen.

Bekommen Sie für Ihre Arbeit ein Feedback?

Oft bedanken sich die Paare, aber noch öfter die Eltern oder andere Verwandte. Das freut mich dann ganz besonders.

Sind Sie eine Verfechterin der Ehe?

Ich finde nach wie vor, dass die Ehe eine ganz feste Institution ist. Es ist etwas anderes, wenn man verheiratet ist, als wenn man nur zusammenlebt. Es ist ein fester Bund.

Was gehört noch zu Ihrer Arbeit außer Eheschließungen?

Alle Beurkundungen bei Personenstandsfällen – von der Geburtsurkunde (manchmal haben wir in Pritzwalk noch Hausgeburten) bis zur Sterbeurkunde. Außerdem Lebenspartnerschaften, Vaterschaftsanerkennungen, Namenserklärungen, zum Beispiel, wenn jemand nach der Scheidung wieder seinen Mädchennamen annehmen möchte.

Das hört sich an, als wäre Ihre Arbeit sehr abwechslungsreich?

Auf alle Fälle. Wir bearbeiten außerdem Anfragen von Leuten, die ihre Vorfahren suchen. Dabei arbeiten wir eng mit dem Stadtarchiv zusammen. Geburtenregister werden 110 Jahre aufbewahrt, Eheregister 80 und Sterberegister 30 Jahre. Wir konnten schon vielen Leuten helfen, die Familienforschung betreiben und zum Beispiel ihren Großvater suchten. Zunehmend haben wir auch Anfragen für Eheschließungen zwischen Deutschen und ausländischen Mitbürgern, durch die Globalisierung. Das ist recht kompliziert.

Sind Sie selbst verheiratet?

Ja. Und glücklich.

Von Beate Vogel

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