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Voov-Festival war einigen viel zu laut

Putlitz Voov-Festival war einigen viel zu laut

Aus Sicht des Amtes Putlitz-Berge war die Voov vor allem eine friedliche internationale Veranstaltung. Als negativ wird aber die Lärmbelästigung eingestuft, über die manche Nachbarn klagten. Ordnungsamtsleiter Peter Jonel fordert nun vom Veranstalter ein neues Beschallungskonzept für die 16. Voov im kommenden Jahr.

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Die Festivalbesucher hatten am Voov-Wochenende ihren Spaß. Für manchen Anlieger sah das anders aus.

Quelle: Wolfgang Thätner

Putlitz. Nach der Voov in Putlitz gibt es deutliche Kritik an der Großveranstaltung. Jörg Busse aus dem Ortsteil Mansfeld hält die Lärmbelästigung während des dreitägigen Ereignisses für nicht zumutbar. „Das war eine Dauerbelastung über 100 Stunden. So geht es nicht“, sagte er in einem Gespräch mit der MAZ. „Da werden am Freitag um 22 Uhr die Bässe angestellt und am Montag um 6  Uhr abgestellt“. In dieser Zeit habe man kein Auge zudrücken können. „Das ist unfair“, beklagte er. „Ich bin nicht im Grundsatz gegen die Voov, aber das Gemeinwohl muss berücksichtigt werden.“ Jörg Busse sagte, es sei falsch, wenn der Eindruck erweckt werde, dass alle für die Voov seien.

Peter Jonel nimmt die Sorgen der Anlieger ernst

Peter Jonel nimmt die Sorgen der Anlieger ernst.

Quelle: Bernd Atzenroth

Als Ärgernis empfindet auch Wilbert Langfeld die Voov. In der Nacht von Sonntag zu Montag sei die Lärmbelastung besonders hoch gewesen. Seine Frau habe kein Auge zudrücken können. Am Morgen sei sie dann leicht abgeklappt. Sicher habe dabei auch die Witterung eine Rolle gespielt, berichtete der Putlitzer. Die Erklärung, der Wind habe sich in der Nacht zum Montag gedreht und deshalb sei es lauter als an den anderen Tagen gewesen, bezeichnete Wilbert Langfeld als Märchen. „Wenn es diese Veranstaltung schon gibt, muss sie auch gesetzeskonform ablaufen“, forderte er.

Verbesserungen sind unumgänglich

„Die Kritik nehmen wir ernst“, erklärte Peter Jonel, der das Bau- und Ordnungsamt im Amt Putlitz-Berge leitet. „Hier wird nichts unter den Tisch gekehrt.“ Wie er ankündigte, ist eine gründliche Auswertung der Veranstaltung zusammen mit dem Veranstalter, der Polizei und den Rettungskräften geplant. Eines ist für Peter Jonel jetzt schon klar: „Es muss Verbesserungen geben.“ Das Beschallungskonzept müsse vom Veranstalter grundsätzlich überarbeitet werden.

Nach der Freizeitlärmrichtlinie des Landes Brandenburg gilt für die Voov eine Ausnahmegenehmigung als „Seltenes Störereignis“. Nachts gilt ein Durchschnittswert von 55 Dezibel, der auch nicht überschritten wurde, wie Peter Jonel berichtete. Er selbst hatte Messungen durchgeführt. Der Veranstalter hatte einen Tonmeister aus München engagiert, der für die Einhaltung der Grenzwerte sorgen sollte. Peter Jonel erklärte, eine besondere Belastung gehe von den Bässen aus. Sie seien durchdringend. Selbst wenn der Lärmpegel nur bei 40 Dezibel liege, seien sie noch 15 Kilometer entfernt zu hören gewesen. Auch ihm sei aufgefallen, dass die Beschallung im Laufe des Sonntags deutlich angenehmer war als in der Nacht. „Der Veranstalter muss da etwas an seinem Konzept ändern“, erklärte Jonel. Im Ordnungsamt gab es eine Beschwerde zur Lärmbelästigung, bei der Polizei gingen vier ein. Weniger als in der Vergangenheit.

Gute Geschäfte dank der Festivalbesucher

Angesichts des genannten Negativem sollte nicht das Positive vergessen werden, sagte Jonel. Es habe schließlich eine friedliche, internationale Veranstaltung im beschaulichen Putlitz gegeben. Die Abstimmung mit Veranstalter, Polizei, Rettungskräften und Feuerwehr bezeichnete der Ordnungsamtsleiter als gut. Der Platz habe sich als optimal erwiesen. Der Verkehr sei von der Straße genommen worden, es gab Parkmöglichkeiten sowie ein sehr gutes Notwegesystem. Die rund 3500 Festival-Besucher haben sich auch positiv auf den Umsatz der Geschäfte in Putlitz ausgewirkt. Im Freibad kamen auf 40 Einheimische 100 Voov-Besucher. Die Feuerwehr erhielt für die Unterstützung der Veranstaltung eine Spende von über 500 Euro. „Alle finanziellen Verbindlichkeiten hat der Veranstalter beglichen“, berichtete Peter Jonel. Im Vorverkauf hatten die Putlitzer die Möglichkeit, günstig Eintrittskarten zum Besuch der Voov zu erwerben. 700 dieser Karten wurden verkauft. Trotz dieses großen Interesses vieler Putlitzer an der Voov, sagte Jonel: „Die anderen vergessen wir aber nicht.“

Von Michael Beeskow

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