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Vor Weihnachten steht das Bürgerwindrad

Klein Woltersdorf setzt auf Wind Vor Weihnachten steht das Bürgerwindrad

Im Windpark bei Klein Woltersdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz), ist ein Bürgerwindrad im Bau. Noch knapp 60 Meter fehlen dem Turm bis zur Nabenhöhe von 138 Metern. Es ist das erste derartige Projekt im Bereich der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel. Bereits vor dem Jahresende soll es Windstrom produzieren.

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Mitte September: Die von Kies verdeckte Rüttelstopfsäulen-Gründung für das Fundament mit 22 Metern Durchmesser ist elf Meter tief.

Quelle: Ulrich Fischer

Klein Woltersdorf. „Die sogenannte Wertschöpfung, also der Gewinn, soll in der Region bleiben und nicht zu Großinvestoren irgendwo in Deutschland fließen.“ So brachte Thomas Brandt, Bürgermeister der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) die Grundidee lokaler Energieprojekte gegenüber der MAZ auf den Punkt. Im Windpark bei Klein Woltersdorf, einem Ortsteil der Gemeinde, ist gerade ein Bürgerwindrad in Bau.

Der Großkran steht jetzt

Der Großkran steht jetzt.

Quelle: 1.00

Es ist das erste derartige Projekt im Bereich der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel. Bereits vor dem Jahresende soll es Windstrom produzieren.

Betreibergesellschaft ist die „Bürgerwindpark Klein Woltersdorf GmbH & Co. KG“. Sitz der Kommanditgesellschaft ist Groß Pankow, was der Gemeinde nicht geringe Steuereinnahmen bescheren soll. Innerhalb von 20 Jahren rechnet man mit einer Gewerbesteuer von circa 125 000 Euro, berichtete der Groß Pankower Bauamtsleiter Halldor Lugowski bei einem Forum der Planungsgemeinschaft in Neuruppin.

Die Kommanditisten sind neben der Kommune, die sich mit 5000 Euro beteiligt, ausschließlich Bürger aus der Prignitz und deren Umland. Sie brachten zusammen rund 900 000 Euro als Eigenkapital auf. Der Rest der Investitionssumme von rund 4,9 Millionen Euro wird durch einen Kredit finanziert. Zurückgezahlt wird dieser aus der Einspeisevergütung.

Bei der Bürgerwindanlage Klein Woltersdorf handelt es sich um den Typ Enercon E-92 mit einer Nabenhöhe von 138 Metern und einer Gesamthöhe von 189 Metern. Sie wird von der Firma Voltgrün aus Regensburg mitten im bestehenden Windpark Klein Woltersdorf schlüsselfertig errichtet. Eine Bürgerinitiative gegen das Projekt gab es nicht, weil die Einwohner von Planungsbeginn an einbezogen wurden und die Abstandsfläche zu Wohnbebauungen mit mindestens eintausend Metern gleich größer als derzeit gesetzlich vorgeschrieben festgelegt wurde.

Nach Angaben von Stefan Trummer von Voltgrün produziert die Anlage soviel Elektroenergie wie vier herkömmliche Windräder. Voltgrün geht bei einem durchschnittlichen Nettoenergieertrag von 5754 Megawattstunden pro Jahr und einer Einspeisevergütung von 8,9 Cent je Kilowattstunde von anfänglichen Jahreseinnahmen in Höhe von etwas über 500 000 Euro aus. Abzüglich Standortpacht, Betriebs- und Verwaltungskosten, Gewerbesteuer und Kapitaldienst zur Kreditrückzahlung wird für das Jahr 2016 mit einem Einnahmeüberschuss von 184 000 Euro gerechnet.

Bezogen auf ihre Einlage sollen die Anleger eine Kapitalausschüttung in Höhe von sechs Prozent bekommen. Für eine Zeit von 20 Jahren wird eine Verdopplung des eingesetzten Kapitals der Kommanditisten prognostiziert – mit einer Gesamtausschüttungsquote von 204 Prozent.

Wie von Thomas Brandt zu erfahren war, wird man prüfen, ob der Bau weiterer Bürgerwindräder in Windparks in der Gemeinde Groß Pankow möglich ist _ in Form von Ersatz alter durch leistungsstärkere neue Anlagen.

Auf der Baustelle gab es durch ungeeignete Wetterverhältnisse zeitweise Verzug. Zuviel Wind für den Kran, zuviel Nebel für Schwertransporte. „Das konnten wir aber wieder aufholen“, sagte Voltgrün-Baubetreuer Christian Anwander der MAZ. Die ersten 80 Meter des Hybridturms ragen jetzt in die Luft. Die Ringe wurden am Boden aus Betonhalbschalen montiert und per Kran aufeinandergesetzt. Insgesamt etwa 60 Meter hohe Ringelemente und die Gondel kommen noch oben drauf. Um sie ab dieser Woche in die Höhe zu bringen, wurde in der vorigen Woche ein Großkran montiert. Christian Anwander: „Der Kabelbau läuft gleichzeitig, bis Weihnachten sind wir am Netz, das schaffen wir.“

Von Ulrich Fischer

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